Bürgeraktion Eisenhafengrund richtet sich mit offenem Brief an Oberbürgermeister

Wie wird in Karlsruhe mit dem Biomüll zukünftig verfahren? Foto: cg

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Offener Brief an den Karlsruher Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup und an den für die Abfallwirtschaft zuständigen Dezernenten Klaus Stapf – Pressemitteilung vom 16. Juni 2013.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Mentrup,
sehr geehrter Herr Bürgermeister Stapf,

demnächst werden in nicht öffentlichen Ausschüssen des Gemeinderates und öffentlich im Durlacher Ortschaftsrat Mitte Juli die möglichen Konzepte für eine wirtschaftliche und ökologisch sinnvolle Verwertung u.a. des Biomülls diskutiert.

Um auch den nicht mit der Thematik direkt befassten Mandatsträger oder Bürger eine Hilfestellung zu geben, wird das Amt für Abfallwirtschaft eine Vorlage ausarbeiten, die sowohl die verschiedenen Möglichkeiten aufzeigt, aber auch eine Bewertung und Empfehlung beinhalten soll.

Wir sehen es weiterhin für sinnvoll an, die bestehende Nassvergärung in Durlach für ca. 4 Millionen Euro zu sanieren, anstatt über 20 Millionen in eine neue Trockenvergärungsanlage zu stecken. Die Rechnung, warum die Neuanlage mit den hohen Kosten günstiger sein soll, steht noch aus. Wir meinen auch, dass bei der schnellen Entwicklung neuer Behandlungsverfahren und für das Einführen eines neuen umfassenden Müllkonzeptes für Karlsruhe 5 Jahre Zeit durch die Sanierung der Nassvergärung gewonnen wird. Der Neubau einer Trockenvergärungsanlage wird die Stadt voraussichtlich 20 Jahre an dieses Verfahren binden und die Gebührenbelastung der Karlsruher Bürger in die Höhe schnellen lassen.

Eine weitere Möglichkeit ist der Export des Biomülls in verschiedene Vergärungs- und Kompostieranlagen. Dies wäre auch bei Preisen unter 100 €/Tonne die günstigste Version, wenn am getrennten Einsammeln festgehalten wird.

Weiterhin wurde Ende letzten Jahres zugesagt, dass es einen „Runden Tisch“ von Mandatsträgern und sachkundigen Bürgern geben soll. Hier könnten am ehesten die Vor- und Nachteile der verschiedenen Standorte, durch LKW-Fahrten verursachte CO₂-Bilanz, Verfahren und Wirtschaftlichkeitsrechnungen diskutiert werden, um eine Plattform für eine gemeinsam akzeptierte Lösung zu finden. Deshalb möchten wir den Wunsch äußern, vor den Entscheidungen in den Gremien den Runden Tisch eine Empfehlung ausarbeiten zu lassen. Dies könnte einer guten Zusammenarbeit von Bürger und Verwaltung dienen.

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Häusler

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