Bürgeraktion Eisenhafengrund: „Karlsruher und Durlacher Mandatsträger in Sachen Bioabfallvergärung falsch unterrichtet!“

Wie wird in Karlsruhe mit dem Biomüll zukünftig verfahren? Foto: cg

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Pressemitteilung der Bürgeraktion Eisenhafengrund vom 26. Juli 2013.

„Von der Methanausbeute und der Reproduzierbarkeit ist die Nassvergärung das solideste auf dem Markt. Wer noch keine Kompostierung hat, sollte sich keine Trockenvergärung anschaffen. Auch von den Kostenvorteilen der Trockenvergärung bin ich nicht überzeugt“. Dies sagt Prof. Dr. Paul Scherer von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg, mit dem Forschungsschwerpunkt Biomasse.

„Seit 4 Jahren wird keine Nassvergärung mehr gebaut“, wird vom zuständigen Bürgermeister den Bürgern und Mandatsträgern eingehämmert. Die Wahrheit sieht ganz anders aus: 2010 wurden in Europa mindestens 4 gebaut, 2011 waren es 2 und 2012 ebenfalls zwei Neuanlagen, die in Betrieb genommen wurden. Kurz vor der Inbetriebnahme steht eine Anlage in Zell am See in Österreich und in Toronto, Kanada. Mehrere Nassvergärungsanlagen wurden in der BRD saniert und arbeiten günstig und zuverlässig.

Durch eine Verlotterungsstrategie bezüglich der bestehenden Nassvergärungsanlage will das Amt für Abfallwirtschaft seiner einseitigen Befürwortung der neuen Trockenvergärungsanlage mit Nachrotte im Eisenhafengrund Nachdruck verleihen. Momentan wurde die bestehende Anlage wieder auf Vordermann gebracht und, wie früher bereits erreicht, ist die Verarbeitung von bis zu 14.000 Tonnen Biomüll problemlos möglich, weil eine sehr erfahrene Mannschaft die Anlage führt. Im Gegensatz zu den Amtsleitern und Planern gab es bei der Mannschaft der bestehenden Anlage keinerlei Fluktuation.

Die Ökologie spricht für die Nassvergärung: Die Gasausbeute ist entschieden höher, die Durchlaufzeit kürzer, eine kosten- und platzaufwändige Nachrotte im Eisenhafengrund entfällt. Der Experte Dr. Peter Schalck empfiehlt, dass das bei der Trockenvergärung anfallende, energiereiche Prozesswasser durch Nassvergärung nachbehandelt wird, um richtig auszugasen. Für die Abnahme dieses Prozesswassers durch Maschinenringe muss sogar noch Geld bezahlt werden.

Aus unbekannten Gründen wird in der BRD der produzierte Strom aus der Trockenvergärung mit 2 Cent/kW höher bezuschusst. Berücksichtigt man die von den Planern genannten Investitionskosten von 20 Mio. € gegenüber 4 Mio. € bei der Sanierung der Nassvergärung, zahlt sich dieser Vorteil der Bezuschussung nicht aus. Wobei bei der fehlenden Erfahrung mit dem neuen Verfahren mit jährlichen Nachrüstungskosten in Millionenhöhe gerechnet werden muss. Zusätzlich muss für die Neuanlage ein Genehmigungsverfahren eingeleitet werden.

Die Bürgeraktion Eisenhafengrund lässt sich die Wirtschaftlichkeitsrechnung der beiden Verfahren demnächst im Amt für Abfallwirtschaft zeigen, wurden doch bisher immer nur nicht nachprüfbare Endzahlen genannt.

Bei genauerer Betrachtung des Vergleichs der beiden Verfahren stellt sich auch heraus, dass zugunsten der Trockenvergärung das Personal und die notwendigen LKW-Transporte heruntergerechnet wurden. Nicht vorhandenes Personal muss durch die Beauftragung von Firmen dann später teuer ersetzt werden.

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