Bürgeraktion Eisenhafengrund besuchte Rhein-Main-Deponiepark Flörsheim-Wicker

Kosteneinsparung in Millionenhöhe, Vermeidung von Flächenfraß. Foto: cg

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Pressemitteilung der Bürgeraktion Eisenhafengrund vom 28. Februar 2014.

Die Bürgeraktion Eisenhafengrund (BE) besuchte am 21. Februar 2014 den Rhein-Main-Deponiepark (RMD) in Flörsheim-Wicker, um sich über eine der Alternativen zur geplanten Karlsruher Trockenvergärungsanlage für Biomüll kundig zu machen.

Der RMD besteht aus verschiedenen Anlagen. Energie wird aus Holz und Biomüll erzeugt, kontaminierte Böden werden gereinigt und aus Schlacke von Müllverbrennungsanlagen werden Eisen- und Nichteisenmetalle separiert. Außerdem werden und wurden ehemalige Mülldeponien saniert und renaturiert.

Die Trockenbiomüllvergärungsanlage in Flörsheim, die die BE besonders interessierte, hat zur Zeit eine Kapazität von 50.000 Tonnen/Jahr. Eine Erweiterung auf 75.000 Tonnen/Jahr ist mit dem Bau eines weiteren Fermenters jederzeit möglich. Diese ökologisch hochwertige Anlage kann aufgrund ihrer hohen Kapazität unter dem halben Preis arbeiten, der bei der Karlsruher Anlage geplant ist.

Ein neues, umweltschonendes, Flächenfraß vermeidendes und kostengünstigeres Modell für Karlsruhe könnte wie folgt aussehen

Derzeit stehen fünf Sattelzüge, die Altpapier und Ersatzbrennstoffe von Flörsheim zur Firma Stora Enso Maxau GmbH in Karlsruhe-Maxau bringen, zur Verfügung. Der Biomüll wird anschließend von diesen Fahrzeugen als Rückfracht von Karlsruhe nach Flörsheim gebracht. Das Amt für Abfallwirtschaft lässt schon jetzt den Biomüll, der nicht in der in Betrieb befindlichen Nassvergärungsanlage verarbeitet werden kann, durch nur 1 Sattelzug täglich nach Flörsheim bringen. Dies entspricht einer Biomüllmenge von 6.000 Tonnen. So neu kann dem AfA also diese Möglichkeit nicht sein. Der gesamte Biomüll der Stadt Karlsruhe könnte im Rheinhafen in der Umladehalle vom Amt für Abfallwirtschaft zwischengelagert und die geplante jährliche Biomüllmenge von 18.000 Tonnen sofort kostengünstig und ökologisch sinnvoll von 3 Sattelzügen als Rückfracht nach Flörsheim gebracht werden.

Grundsätzlich kann demnach jetzt schon die gesamte Karlsruher Biomüllmenge in Flörsheim vergoren werden. Bürgermeister Stapf muss nur eine Vorlage im Gemeinderat einbringen. Der Gemeinderat wird den Export des Biomülls genehmigen. Bei Einsparungsmöglichkeiten in Millionenhöhe können sich die Fraktionen von Bündnis 90 Die Grünen, SPD und KAL nicht zieren und werden dem Antrag ebenfalls zustimmen.

Die Bürgeraktion kann nicht nachvollziehen, warum BM Stapf untätig bleibt. Der Gemeinderat hat zwar aufgrund einer Vorlage von BM Stapf im Sommer 2013 einem Bürgerkonsensusverfahren zugestimmt. Die Voraussetzungen für diesen Beschluss haben sich geändert, weil nun eine so kostengünstige und ökologisch optimale Alternative zur Verfügung steht. Der Antrag, das Konsensusverfahren vorerst nicht durchzuführen, wird sicherlich auch eine Mehrheit im Gemeinderat finden, zumal die nach Angaben von BM Stapf mögliche Kosteneinsparung von 100.000 € keine Peanuts sind. Jeder Kalendertag, der vergeht, ohne dass die Vorlage eingebracht wird und Flörsheim die Vorbereitung für die Annahme des Karlsruher Biomülls treffen kann, kostet die Gebührenzahler über 5.000 €.

Fazit

Generell erübrigt sich also eine Biomüllvergärungsanlage für Karlsruhe, ob nass oder trocken! Die gesamten vom Anlagenverbund Ost versiegelten Flächen könnten renaturiert und der Bevölkerung als Naherholungsraum zur Verfügung gestellt werden! Die zusätzlich geplante Versiegelung von 25.000 Quadratmetern Fläche kann das Amt für Abfallwirtschaft sich, der Umwelt und uns ersparen!

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