Karlsruher Gemeinderat besucht Partnerstadt Nancy – gemeinsam Klimawandel trotzen

Gemeinderäte aus Karlsruhe und Nancy trafen sich in der lothringischen Partnerstadt. Vorne (v.l.) zu sehen sind die Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup (Karlsruhe) und Laurent Hénart (Nancy). Foto: Rüdiger Homberg

Gemeinderäte aus Karlsruhe und Nancy trafen sich in der lothringischen Partnerstadt. Vorne (v.l.) zu sehen sind die Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup (Karlsruhe) und Laurent Hénart (Nancy). Foto: Rüdiger Homberg

Gemeinderäte von Karlsruhe und Nancy vereinbarten bei drittem Arbeitstreffen mehrere Projekte.

Zu ihrem dritten Arbeitstreffen kamen Mitglieder der Gemeinderäte von Karlsruhe und Nancy in der lothringischen Partnerstadt zusammen. Die Oberbürgermeister Laurent Hénart und Dr. Frank Mentrup  betonten anfangs, wie lebendig die Partnerschaft noch nach Jahrzehnten sei. Mentrup zählte zahlreiche Begegnungen auf und lobte die Freundschaftsvereine in beiden Städten, die immer wieder dafür sorgten, dass die Menschen zusammenfinden. Die Vereine blickten jüngst auf eine 50-jährige Geschichte zurück. Als grenzüberschreitende Aktivitäten nannte er Schüleraustausche, sportliche und Vereinsbegegnungen, kulturelle Veranstaltungen oder den alljährlichen Studierendenaustausch mit allen Partnerstädten. Ferner Begegnungen in der ebenfalls jetzt 50 Jahre bestehenden Jugendfreizeit- und Begegnungsstätte Baerenthal. Große Bedeutung haben die Jugendkonferenzen YouConf als gelebtes Symbol des trilateralen Bündnisses, an der Jugendliche aus Karlsruhe, Nancy und Krasnodar teilnehmen. Die erste war in Karlsruhe und Baerenthal, die zweite ist kommendes Jahr in Krasnodar geplant, die dritte 2021 in Nancy.

Unterzeichnung der „Erklärung von Nancy“

Mentrup und Hénart unterzeichneten zudem feierlich eine „Erklärung von Nancy“, in der sie die Bedeutung der im kommenden Jahr 65 Jahre alten Jumelage betonen. So wollen sie angesichts des wachsenden Populismus in Europa die lokale Demokratie stärken, etwa über innovative Formen der Bürgerbeteiligung wie Abstimmungen. Angesichts der Klimakrise werden sich beide Städte über eigene Vorhaben hinaus gemeinsam in konkreten Projekten engagieren. Dies erfolge etwa durch den Austausch in den Bereichen Energie, Stadtplanung, Mobilität und Begrünung. Kurzfristig wurde auf Vorschlag Hénarts ein Hinweis in die Erklärung aufgenommen, wonach es kommunale Aufgabe ist, den im Januar geschlossenen „Vertrag von Aachen“ konkret umzusetzen. Dieser solle den Elysée-Vertrag von 1963 weiter „mit Leben erfüllen“, so der Direktor der französischen Elite-Hochschule „Scienes Po“ in Nancy, François Laval.

Kooperationen in Sachen Klimaschutz

Später ging es um engere Kooperationen hinsichtlich Kultur, Jugend, Wirtschaft sowie besonders der Ökologie und der Reaktion auf den Klimawandel. So interessiert sich Nancy für Karlsruhes geplante Solaroffensive mit Photovoltaik und die umweltverträgliche Mobilität, etwa über das Radverkehrskonzept. Austauschen möchten sich Fachleute auch darüber, wie man mit dem bedrohten Forst umgeht. Zudem ist die lothringische Stadt nun am Waldklimaprojekt der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur in Ecuador beteiligt.

Denn als Gastgeschenk brachte die Karlsruher Delegation ein Zertifikat über die dortige Pflanzung von 55 Bäumen mit – einer für jedes Mitglied des Gemeinderats Nancy. Kurz trafen die beiden Stadtoberhäupter Hénarts Vorgänger, den Karlsruher Ehrenbürger und heutigen Präsidenten der Métropole du Grand-Nancy, André Rossinot.

Weitere Informationen

Die Stadt Karlsruhe pflegt Partnerschaften mit fünf Städten: Halle, Krasnodar, Nancy, Nottingham und Temeswar.

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