„Minga“ – Gemeinsam für den Wald in Karlsruhe

Die Eichensämlinge müssen an lichtere Orte im Wald umgezogen werden. Foto: Harald Matern / Pixabay

Die Eichensämlinge müssen an lichtere Orte im Wald umgezogen werden. Foto: Harald Matern / Pixabay

Mitmachaktion zum Umpflanzen junger Eichensämlinge im Oberwald.

Das Forstamt veranstaltet mit Unterstützung der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) und des Umweltamtes am Samstag, 7. Dezember 2019, von 10 bis 13 Uhr eine Mitmachaktion für die Bevölkerung im Stadtwald. Unter Anleitung des Forstamtes werden einjährige Eichensämlinge alter Eichen so verpflanzt, dass sie an lichten Waldorten weiter wachsen können. Die Aktion ist ein Baustein im Korridorthema „Grüne Stadt“ und verfolgt das Ziel des Waldumbaus für klimastabilere Wälder.

Nach der Begrüßung durch Bürgermeisterin und Forstdezernentin Bettina Lisbach werden mehrere Gruppen gebildet, die entweder Sämlinge sorgfältig ausgraben, transportieren oder einpflanzen. Angeleitet werden die helfenden Hände durch Mitarbeitende des Forstamtes.

Da die Mitmachaktion eine intensive fachliche Betreuung erfordert, ist die Zahl der Teilnehmenden auf 100 Personen beschränkt (s. weitere Informationen). Für das kommende Frühjahr sind weitere Pflanzaktionen im Wald geplant.

Bäume als Zeichen einer gelebten Klimapartnerschaft

Parallel zur Aktion im Oberwald läuft im Rahmen der Klimapartnerschaft der Stadt Karlsruhe und der KEK eine Baumpflanzaktion in der Gemeinde San Miguel de los Bancos in Ecuador. Aus dieser Partnerschaft leitet sich auch der Begriff „Minga“ ab. Das Wort aus der Quechua-Sprache steht für kommunale Gemeinschaftsaktionen im Kulturraum der Anden, also auch in Ecuador. Dort pflanzt die KEK gemeinsam mit dem Umweltbildungszentrum Mindo Lindo und der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe auf rund 30 Hektar ehemaligem Weideland über 40 heimische Baumarten. Ziel ist es, das klimaschädliche CO2 zu binden und gleichzeitig ein bleibendes Schutzgebiet für bedrohte Arten zu schaffen.

Hintergründe der Aktion

Im Jahr 2018 hatten die Eichen in unseren Wäldern eine sogenannte „Vollmast“, sie trugen also überdurchschnittlich viele Früchte (Eicheln). Die Bezeichnung stammt aus einer Zeit, als Schweine zum Fressen in die Wälder getrieben und dort „gemästet“ wurden. Wenn es so viele Eicheln wie im vergangenen Jahr gab, konnten sich die Schweine mit den extrem nahrhaften Eicheln so richtig satt fressen. Aufgrund der Schweineweide wurde die Eiche schon vor Jahrhunderten gepflanzt und gepflegt. Seitdem die Waldweide Geschichte ist, fressen nur noch Wildschweine, Eichelhäher oder Eichhörnchen die Eicheln. Viele bleiben jedoch liegen und aus den Samen entwickeln sich im Folgejahr Unmengen junger Eichen unter den Baumkronen der Alteichen. Unter deren dichtem Blattwerk bekommen sie aber zu wenig Licht, um dauerhaft überleben zu können. In der Natur bekommen die Nachkommen nur eine Chance, wenn der Samenbaum ausfällt oder entfernt wird.

Im Stadtwald dürfen die alten Eichen als zentrale Elemente des Ökosystems Wald stehen bleiben. Um ihr, für den zukünftigen Wald wichtiges, genetisches Potenzial trotzdem nutzen zu können, müssen die Eichensämlinge an lichtere Orte im Wald umgezogen werden. Dort haben sie die Chance, zu wachsen und Teil des Zukunftswaldes zu werden.

Weitere Informationen

Anmeldungen sind unter dem Stichwort „Mitmachaktion Eiche“ mit Angabe der teilnehmenden Personenzahl ist per E-Mail an forstamt(at)karlsruhe.de möglich. Es gilt der Eingang der Meldung. Festes Schuhwerk, wetterfeste Kleidung und Arbeitshandschuhe müssen mitgebracht werden, Werkzeug wird gestellt. Bei frostigen Temperaturen oder extrem schlechtem Wetter muss die Aktion kurzfristig abgesagt werden. Information gibt es für diesen Fall unter der Telefonnummer 0721/1337353.

Treffpunkt für die Freiwilligen ist am Holderweg direkt beim Oberwaldsee. Erreichbar ist er von Osten über die Edgar-Heller-Straße (Buslinien 42, 44; Haltestelle "Tiefbauamt") oder zu Fuß beziehungsweise mit dem Fahrrad von Westen über den Holderweg. Parkplätze gibt es am Waldeingang kurz vor dem Oberwaldsee in begrenztem Umfang vorhanden.

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