dm-Vorhaben wurde der Öffentlichkeit vorgestellt

dm-Vorhaben wurde der Öffentlichkeit vorgestellt. Fotos: cg

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Das Interesse der Durlacher Bürger war groß. Bei der Infoveranstaltung im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens wurde am 27. November 2013 in der Karlsburg die Planungen zum vorgesehenen Neubau der dm-Firmenzentrale präsentiert.

Momentan auf sieben Standorte im Stadtgebiet verteilt, möchte die Drogeriemarktkette dm im Gewann „Untermühl“ zukünftig seine Unternehmensbereiche bündeln. Auf einer Fläche von rund 50.000 Quadratmetern soll an der Alten Karlsruher Straße bis Ende 2016 die neue Zentrale errichtet werden.

Das Gelände mit dem unmittelbaren Autobahnanschluss sowie der guten Erreichbarkeit per ÖPNV sei ideal, so dm-Geschäftsführer Markus Trojansky. Als Verantwortlicher für die Expansion und baulichen Filialinvestitionen in Deutschland sowie für die Materialwirtschaft von dm, informierte Trojansky das Publikum anschließend über den aktuellen Planungsstand.

Begrüntes Parkhaus mit dm-Filiale

Bei der Mehrfachbeauftragung mit drei internationalen und drei regionalen Architekturbüros, setzte sich das Stuttgarter Büro „Lederer Ragnarsdóttir Oei“ (LRO) mit seinem Entwurf für das zweigeteilte Areal durch. Auf der westlich gelegenen Fläche zwischen Alter Karlsruher Straße und Autobahn soll das Parkhaus für 1.000 Fahrzeuge errichtet werden. In Richtung Autobahn und Autobahnmeisterei seitlich offen geplant, soll das begrünte Parkhausdach als Hügel zur Durlacher Allee und zum Firmengebäude hin abfallen. Neben den Parkplätzen für die voraussichtlich rund 1.500 dm-Mitarbeiter, wird im Parkhaus auch ein öffentlicher Bereich zur Verfügung stehen. Dieser ist für Nutzer des zuvor an dieser Stelle vorhandenen P+R-Platzes vorgesehen, aber auch Besucher der ebenfalls geplanten dm-Filiale könnten hier parken. Auch die Kita wäre in diesem Grünbereich angesiedelt.

Plaza verbindet Areal

Für die Verbindung des westlichen und mit dem östlichen Gebiets ist ein „Plaza“ vorgesehen, der das Eingangsportal zur Durlacher Allee hin bilden würde. Diesem schließt sich auf dem Hauptareal die Firmenzentrale mit einer maximalen Höhe von 15 Metern an. Die Ausführung soll hier in einer Art Wabenbauweise erfolgen, die zukünftige Erweiterungen im Zuge des Wachstums von dm ermögliche. Auch hier sehen die Architekten eine Begrünung der Dächer vor. Die Materialien für die Fassade seien allerdings noch nicht festgelegt. Sicher sei, so Trojansky, dass die Büroräume durch balkonartige Brüstungen nach außen hin offen gestaltet werden. Eine „Magistrale“ soll für die Verbindung der Wabenelemente sorgen. Die anschließende Kantine, welche gegenüber der östlichen Wohnbebauung der Pfarrer-Blink-Straße liegen soll, bildet mit dem renaturierten und als kleinen See ausgebauten Tiefentalgraben den östlichen Abschluss. Ob die Kantine auch öffentlich zugänglich sein wird, stehe noch nicht fest.

Rampenlösung oder Vollanschluss?

Beim Themenkomplex „Verkehr“ übergab Trojansky an Ulrich Wagner, Bereichsleiter Verkehr beim Stadtplanungsamt Karlsruhe. Das erstellte Verkehrsgutachten ergebe, so Wagner, dass die momentane Erreichbarkeit des Geländes über die indirekte Rampe aus Richtung Innenstadt kommend kein Problem in Bezug auf die Leistungsfähigkeit darstelle. Das Gutachten basiert dabei auf der Annahme, dass im Endausbau des dm-Firmensitzes rund 2.500 Mitarbeiter dorthin pendeln würden. In Zahlen ausgedrückt, ergebe das eine maximale Mehrbelastung für die betroffenen Anwohner der Johann-Strauß-Straße von rund 1.800 Fahrzeuge pro Tag (aktueller Stand: 1.900 Kfz/Tag). Da aber die Grundbelastung durch die Durlacher Allee bereits hoch sei, würde sich dadurch „keine nennenswerte Zunahme“ ergeben, so Wagner weiter. Angestrebt sei allerdings ein Vollanschluss über die Durlacher Allee. Das Problem hierbei bilde jedoch der Rückstau der Linksabbieger in Zusammenhang mit der unmittelbaren Autobahnausfahrt. Eine Lösung wurde hier noch nicht gefunden. Für die Haltestelle „Untermühlstraße“ war bereits ein barrierefreier Ausbau in Planung. Dieser werde nun durch die Verkehrsbetriebe zurückgestellt. Übergänge sollen zukünftig den Zugang zur Haltestelle ermöglichen, bei der auch S-Bahnen halten werden.

Lärmschutz durch Gebäude

In Sachen Umweltverträglichkeitsprüfung stellte Dr. Werner Spang die Ergebnisse vor. Die numerische Modellierung ergab hierbei kaum klimatische Veränderungen für die Untermühlsiedlung. Auch die Grenzwerte bei der Luftreinhaltung würden weiterhin eingehalten. Positiv für die Untermühlsiedung wirkt sich der Bau der dm-Zentrale beim Schallschutz aus. So würde die Pfarrer-Blink-Straße mit einer Verringerung von 2 dB (A) davon profitieren, so Spang. Grund hierfür ist die Verminderung des durch die Autobahn verursachten Schalls. In der Johann-Strauß-Straße (Dornwaldsiedlung) ergebe sich hingegen eine „nicht hörbarer“ Erhöhung um 0,5 dB (A).

In der sich anschließenden Diskussion kamen seitens der Bürger viele Fragen auf. Insbesondere die Verkehrsbelastung nahm großen Raum ein. Aber auch Probleme mit der Kellervernässung, Veränderung der Kaltluftströme oder auch die Frage der Nahversorgung für die Siedlungen wurden angesprochen. Zweifel kamen auch im Zusammenhang mit dem Artenschutz auf.

Pläne und Modell liegen aus

Die Pläne können in den nächsten 14 Tagen im Durlacher Rathaus eingesehen werden. Ebenso steht dort ein Modell bereit. Eine Äußerung ist für diesen Zeitraum auch online möglich (s. Links). Der erarbeitete Bebauungsplanentwurf wird später nach Fertigstellung für einen Monat öffentlich ausgelegt. Während dieser Zeit können nochmals Stellungnahmen abgegeben werden.

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