Energie zu sparen lohnt sich

Energie zu sparen lohnt sich. Foto: pia

Standby vermeiden. Foto: pia

Verbräuche in städtischen Gebäuden sinken zunehmend.

Tagtäglich engagieren sich städtische Ämter für den Klimaschutz. Sehen lassen können sich die Erfolge durch das schrittweise Reduzieren der Verbräuche von Wärme, Strom und Wasser. Zu finden ist die Bilanz im neuen Energiebericht "2015" des Amtes für Hochbau und Gebäudewirtschaft für die Jahre 2014 und 2015.

Im Vorwort stellt Bürgermeister Michael Obert erfreut fest: "Konnte im Zeitraum von 1990 bis 2003 eine jährliche Einsparung beim Wärmeverbrauch von einem Prozent erreicht werden, wurden es zwischen 2003 und dem Bilanzjahr 2013 des letzten Berichtes schon zwei Prozent. Für den nun vorliegenden Bericht der Jahre 2014 und 2015 können wir nun sogar eine mittlere jährliche Einsparung von vier Prozent im Vergleich zu 2013 feststellen. Dieses Ergebnis ist nicht nur sehr erfreulich, sondern auch wirtschaftlich bedeutend: Der städtische Bedarf an Wärmeenergie ist etwa fünfmal höher als der Strombedarf. Die Kosten der Wärmeverbräuche sind anderthalb mal so hoch wie die Stromkosten." Für den Energiebericht wurden auf Basis der Abrechnungen und eigener Ablesungen für die rund 250 "hungrigsten" Gebäude in städtischer Nutzung die Verbräuche wieder neu bilanziert  

Stromverbrauch rückläufig

Aber auch beim Stromverbrauch sind städtische Gebäude auf Sparkurs. Obwohl die Gebäude immer mehr Ausstattung erhalten, konnte in Karlsruhe der stetige Anstieg der Stromverbräuche zwischen 1993 und 2010 von rund einem Prozent pro Jahr nun seit 2010 gesenkt werden. Jetzt sind es im aktuellen Zeitraum 2014 bis 2015 im Mittel sogar ganze vier Prozent pro Jahr.

Umsetzung energetischer Standards bei Neubauten

Zieht man Vergleiche zu anderen Kommunen, so ist der Erfolg nicht selbstverständlich. "Die Gründe sind einfach zu benennen, auch wenn es täglicher Anstrengungen bedarf", fasst Anne Sick, die Leiterin des Amtes für Hochbau und Gebäudewirtschaft zusammen. "Seit 2012 sanieren wir die bestehenden Gebäude und errichten Neubauten nach energetischen Standards, die selbst jetzt noch die aktuellen gesetzlichen Anforderungen übertreffen. Dies zahlt sich für den städtischen Haushalt nachhaltig aus. Zudem haben wir seit 2011 Karlsruher Schulen und folgend auch große Teile der Verwaltung in einem freiwilligen Einsparprojekt begleitet. Die teilnehmenden Schulen haben etwa über fünf Prozent der Verbräuche zusätzlich gespart und über eine Beteiligung von 40 Prozent auch noch direkt finanziell profitiert."

Wie geht es weiter?

Die Verwaltung  begreift hinsichtlich der Energieverbräuche die Haushaltskonsolidierung als Rückenwind und hat zusätzliche Maßnahmen vorgeschlagen: beispielsweise ein Energiecontrolling auf Basis online verfügbarer Daten oder ein sogenanntes Lastmanagement für Neubauten, welches die nötige Anschlussleistung begrenzen hilft.

Standby vermeiden

Aktuell hilft das kommunale Energiemanagement den Standby städtischer Elektrogeräte in Dienststellen zu vermeiden. Hierzu wurden über 3.000 abschaltbare Steckdosenleisten nach einer Bestandsaufnahme bestellt und nun unter anderem an Torsten Dollinger, den Leiter der Stadtkämmerei, übergeben. So können alle Geräte in den Diensträumen nach Feierabend wirklich abgeschaltet werden. Mit "Goodbye Standby" grüßt dazu passend Bürgermeister Obert vom Aktionsplakat der Kampagne. Der Effekt in allen Dienststellen: Zwischen 14.000 und 28.000 Euro jährlich ersparte Stromkosten. In ein bis zwei Jahren werden so die Investitionsmittel, die aus dem städtischen Klimaschutzfonds stammen, refinanziert.

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