Zukunft der Turmbergbahn unsicher

In drei Minuten überwindet die Turmbergbahn eine Höhendifferenz von 100 m. Fotos: cg

In drei Minuten überwindet die Turmbergbahn eine Höhendifferenz von 100 m. Fotos: cg

Sie gehört zu Durlach wie der Turmberg: die 1888 in Betrieb genommene und damit inzwischen älteste Standseilbahn Deutschlands.

Die Turmbergbahn bietet für Spaziergänger und Ausflügler eine bequeme Alternative zu den stufenreichen Hexenstäffele, die hinauf zum 256 Meter hoch gelegenen Wahrzeichen der Markgrafenstadt führen. Oben angekommen, wird der Besucher mit einem weiten Blick über den Rheingraben belohnt – die neue Terrasse zieht seit 2015 zusätzlich zahlreiche Einheimische und Touristen an.

In einer Anfrage im Durlacher Ortschaftsrat durch die Freien Wähler kam nun erneut die Frage auf, ob eine Verlängerung der Turmbergbahn bis zur B3 (Grötzinger Straße / Straßenbahnendhaltestelle) möglich sei. Seit 1913 wird hierzu in der Bergbahnstraße eine Trasse vorgehalten. Diese steile Straße mit 10 Prozent Steigung muss unter der Woche zu Fuß überwunden werden, um von der Endhaltestelle zur Talstation der Turmbergbahn zu gelangen – ein Hindernis für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Selbst für jüngere Leute mit Kleinkindern und Kinderwägen sei dieser Zugang äußerst beschwerlich, so die Freien Wähler. Lediglich an Sonn- und Feiertagen pendelt ein Bus stündlich zwischen den beiden Stationen.

Optionen sollen durch Planungsbüro geprüft werden

Bereits 2009 sollten auf Antrag der Grünen im Karlsruher Gemeinderat vertiefte Untersuchungen hierzu angestellt werden. Allerdings seien diese wegen der absehbaren Erneuerung der Fahrzeuge zurückgestellt worden, so die Stadt Karlsruhe in der Stellungnahme. Und hier besteht das Problem: Die aus dem Jahr 1965/66 stammenden Fahrzeuge der Turmbergbahn – damals wurde von Wasserballast auf elektrischen Antrieb umgestellt – dürfen nach einem Beschluss der Aufsichtsbehörde nur noch bis 2019 betrieben werden.

Zurzeit sei ein Planungsbüro mit umfangreicher Seilbahnerfahrung beauftragt, das folgende Varianten in seiner Machbarkeit prüfen soll.

  • Variante 1: Des 1:1-Ersatzes der bestehenden Fahrzeuge mit Anpassung der Infrastruktur
  • Variante 2: wie Variante 1 + zusätzlich Standseilbahn zwischen Endhaltestelle und Talstation
  • Variante 3: Neubau einer Standseilbahn bis zur Endhaltestelle
  • Variante 4: Neubau einer Seilbahn (Luftseilbahn)

Der Planungszeitraum wird mit 4 bis 6 Monaten beziffert. Die Ergebnisse sind also bis Ende des Jahres zu erwarten – dann möchten die Verkehrsbetriebe Karlsruhe auch Stellung dazu nehmen.

Zum Vergleich: In der Landeshauptstadt verkehren gleich zwei historische Linien im Straßenbahnnetz. Die historische Standseilbahn zwischen Heslach und Waldfriedhof – auch „Erbschleicherexpress“ genannt – und eine modernisierte Zahnradbahn zwischen Marienplatz und Degerloch. Die „Zacke“ gehört zu den letzten vier Zahnradbahnen in Deutschland. Beide sind im Personen-Nahverkehr integriert, verrichten zuverlässig ihren Dienst. Das sollte wohl auch in Karlsruhe möglich sein.

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