Keine Gondel auf den Hausberg

2019 läuft die Betriebsgenehmigung für die beiden Turmbergwägen aus. Foto: cg

2019 läuft die Betriebsgenehmigung für die beiden Turmbergwägen aus. Foto: cg

Turmbergbahn: Drei Schienenvarianten stehen noch zur Debatte

Mit mehrmonatiger Verzögerung haben die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) nun das lange erwartete Gutachten des Sonthofener Ingenieurbüros Arno Schweiger zur künftigen Gestaltung der Turmbergbahn präsentiert.

„Eine Entscheidung ist aber noch immer nicht gefallen“, betonte der technische VBK-Prokurist Christian Höglmeier bei der Vorstellung der Ergebnisse im Ortschaftsrat Durlach, denn drei der vier untersuchten Varianten sind nach der technischen und wirtschaftlichen Überprüfung nach wie vor umsetzbar. Nicht mehr im Rennen ist lediglich der Bau einer Gondel auf den Durlacher Hausberg. „Dafür müsste die Gondel über Privatgelände geführt werden“, erläuterte Höglmeier das Ausschlusskriterium, „und so etwas wurde in Deutschland noch nicht gemacht“.

Machbar sind nach wie vor ein Neubau der bisherigen Bahn auf der traditionellen Trasse für neun Millionen Euro ohne oder mit einer Standseilbahn von der B 3 bis zur Talstation für zusätzliche drei Millionen Euro sowie der komplette Neubau einer Bergbahn von der Bergstation bis an eine neue Talstation an der B 3 für knapp 15 Millionen Euro. Doch die Baukosten sind nicht die einzigen Zahlen, die laut Höglmeier mit in die Entscheidungsfindung einfließen. Denn aller Voraussicht nach sorge die teuerste Variante für die geringsten Betriebskosten. Und dazu rechnen die Verkehrsbetriebe bei der 15-Millionen-Euro-Lösung mit einem jährlichen Zuwachs von 100.000 Fahrgästen auf insgesamt 215.000 Fahrgästen pro Jahr. Bei den anderen untersuchten Varianten liegt das prognostizierte Fahrgastaufkommen zwischen 170.000 und 195.000.

Dadurch könne sich die Variante mit den höchsten Investitionskosten nach Höglmeiers Einschätzung am Ende sogar als die günstigste Lösung für den städtischen Haushalt erweisen. „Die mit Abstand günstigste Variante wäre natürlich eine Einstellung des Bahnbetriebs“, stellte Höglmeier klar, denn dadurch könnte das strukturellen Defizit von derzeit rund 300.000 Euro pro Jahr eingespart werden. Eine Schließung der Turmbergbahn stehe aber nicht zur Debatte.

Am 18. Juli 2017 werden die einzelnen Varianten in einer Gutachterversammlung erneut vorgestellt. Im November soll dann in der Aufsichtsratssitzung der VBK ein Beschluss für eine der drei Varianten gefasst werden und 2020 kann nach aller Voraussicht bereits mit dem Bau einer neuen Bergbahn begonnen werden. Die Betriebsgenehmigung für die beiden derzeitigen Turmbergwägen läuft Ende 2019 aus und eine Sanierung ist aus technischen und wirtschaftlichen Gründen nicht möglich.

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