Bürgerinitiative „Durlach gegen Prostitution“: Beschwerdensammlung

Bürgerinitiative „Durlach gegen Prostitution“: Beschwerdensammlung. Fotos: pm

Interesse zeigten Anwohner beim Infostand der Bürgerinitiative am 16. März 2024. Fotos: pm

Die Bürgerinitiative suchte am 16. März 2024 das Gespräch mit Mitbürgerinnen und Mitbürgern gegenüber des REWE-Parkplatzes in der Raiherwiesenstraße.

Die Verantwortlichen sammeln derzeit Berichte über die Auswirkungen der Straßenprostitution auf das Leben und das Zusammenleben in Killisfeld und Aue. Dabei ist besonders die aktuelle Belastungslage der Anwohnenden durch die Straßenprostitution von Interesse. Obwohl vom Polizeipräsidium und dem Ordnungsamt immer wieder vorgetragen wird, die Situation sei entspannt und es gebe keine Beschwerden, suchte die Bürgerinitiative nach vermeintlich realen Erfahrungen vor Ort.

„Wir haben schon vor der Aktion Flyer bei den Anwohnenden des Straßenstrichs in die Briefkästen verteilt“, sagt Zahide Yesil von der „Durlach gegen Prostitution“. „Auf den Flyern haben betroffene Bürger und Bürgerinnen die Gelegenheit, ihre Beschwerden auch anonym zu Papier zu bringen“, ergänzt Ulrike Schulte. Die ausgefüllten Flyer konnten am Info-Stand abgegeben oder auch direkt am Stand ausgefüllt werden und das Interesse war groß. Neben dem Bedürfnis sich auszutauschen, sei eine emotionale Belastung zu spüren gewesen, heißt es in der Pressemeldung der Bürgerinitiative. Die Schilderungen würden deutlich machen, dass das direkte Wohnumfeld zum „Sperrgebiet“ für Anwohner geworden sei.

Beschwerden häufen sich an diesem Tag

So werden in der Pressemeldung Zitate von Umfrageteilnehmer und -nehmerinnen annonym aufgeführt: „Freundinnen kommen abends nicht zu mir zu Besuch,“ berichtet eine Anwohnerin: „Mein Mann fährt mich, wenn ich Freundinnen besuche. Nachhause nehme ich ein Taxi.“ Ein Senior führt aus: „Unsere Tochter kommt mit ihrer Familie nicht zu uns zu Besuch, weil sie nicht weiß, was sie ihren Kindern antworten soll, wenn diese sie nach den Prostituierten fragen, die nur wenig bekleidet an der Straße stehen.“ Er führt weiter aus: „Die Damen stehen ja teilweise auch schon vor 22 Uhr an der Straße.“ Selbst ganze Familien (Mutter, Vater, Sohn, Tochter) suchten den Stand auf und teilten aus ihrer Perspektive ihre Erfahrungen mit. Die Mutter und sogar die minderjährige Tochter berichteten, dass sie von Freiern angesprochen wurden. Vater und Sohn erzählten, dass sie wiederholt von Prostituierten bedrängt wurden.

In der Meldung der Bürgerinitiative heißt es weiter: „Die Behörden fordern, dass Geschädigte für eine Anzeige die Namen des Schädigers ermitteln. Geschädigte sollen den Namen der Schadensverursachenden bei der Anzeige angeben. Das sei für eine objektive Bewertung einer Anzeige notwendig. Nur dann könne eine Anzeige als ‚objektive‘ Beschwerde gewertet werden.“ „Das ist eine Überforderung für die einzelnen Bürgerinnen und Bürger. Wie ist es mit unserem Rechtsstaat vereinbar, dass die Ermittlung von persönlichen Daten in einem Bedrohungsumfeld zu den persönlichen Aufgaben von Geschädigten erklärt wird?“, so die Sprecherin von „Durlach gegen Prostitution“, Margot Isele. „Diese Anforderung ist definitiv unrealistisch und von Privatpersonen nicht einlösbar!“

Laut Bürgerinitiative zweites Treffen geplant

Nun sollen in der Zusammenfassung die Beschwerden eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation abbilden. Damit können bei den Gesprächen mit den zuständigen Behörden die Bedürfnisse der betroffenen Bürgerinnen und Bürger in den Vordergrund gerückt werden. Die aktuell gesammelten Informationen würden als Basis bei den weiteren Verhandlungen mit den dafür verantwortlichen Behörden von großem Nutzen sein, so die Initiative. Geplant sei, dass sich zeitnah wieder Ordnungsamt, Kriminalpolizei, Durlacher Polizeidienststelle, gemeinsamt mit Ortsvorsteherin Alexandra Ries und der Bürgerinitiative zu einem zweiten Gespräch, dieses Mal unter Beteiligung des Regierungspräsidiums, im Durlacher Rathaus treffen. Hierbei sollen weitere Möglichkeiten der Unterstützung für die Bürgerinnen und Bürger in Killisfeld und Aue gefunden werden.

„Wir von „Durlach gegen Prostitution“ haben die Schilderungen der aktuellen Vorkommnisse nun schon ein zweites Mal eingeholt um konkrete Lösungen mit den beteiligten Behörden zu erörtern“, ergänzt Isele und führt weiter aus: „Die Schilderungen bestätigen, dass die aktuelle Situation durch den Straßenstrich gravierende Probleme für die Anwohnenden, Firmen und Mitarbeitenden mit sich bringt. Das unterstützt die Forderung nach einer Ausdehnung des Sperrbezirks auf Durlacher Stadtgebiet.“

Abschließend heißt es in der Pressemeldung: „Die Bürgerinitiative führt die Bestandsaufnahme fort. Auf der Initiative-Website können weiterhin aktuelle Situationen geschildert werden. Alle Schilderungen werden von ‚Durlach gegen Prostitution‘ in die Fortsetzung des Dialogs mit den zuständigen Behörden aufgenommen und zu Gehör gebracht werden.“

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