VERKEHRte Welt – Behindertenparkplätze in Karlsruhe

In Durlach bereits angetestet: die neue Kampagne von Cent hinterm Komma e.V. Foto: ARTIS, Uli Deck

In Durlach bereits angetestet: die neue Kampagne von Cent hinterm Komma e.V. Foto: ARTIS, Uli Deck

Wer kennt Sie nicht die Situation: Man ist verzweifelt auf der Suche nach einem Parkplatz, fährt bereits zum wiederholten Male ums Carrée und die einzig freie Lücke, die sich ergibt ist eine Parkfläche, die speziell ausgewiesen ist für Menschen mit Behinderung.

Ganz klar ersichtlich und kenntlich gemacht sind diese Flächen mit einem Rollstuhlsymbol als Straßenschild und einem mit weißer Farbe auf den Asphalt eingezeichneten Rollstuhl. Es darf sicherlich davon ausgegangen werden, dass diese Parkplätz einen Sinn haben, was Standorte, Bedarf und Häufigkeit anbelangt. Der Sinn besteht allein darin, es geheingeschränkten Menschen zu ermöglichen, möglichst zentral zu parken und sich somit barrierefreier im Alltag zu bewegen.

Und doch passiert es aus Ignoranz und Geringschätzung heraus tausendfach täglich, dass diese Flächen missbräuchlich von Verkehrsteilnehmern unbefugt in Beschlag genommen werden. Nicht selten sind Erklärungsversuche wie „ich war ja nur eine Minute schnell weg“ oder „ich musste nur kurz was abgeben“ die Regel. Auch Ausreden, man würde ja schließlich selbst gerade an einem Hexenschuss laborieren oder die kranken Kinder zu Hause, für die man mal eben in der Apotheke war seien wohl ja Legitimation genug, um solche Sonderparkplätze widerrechtlich zu belegen. Der Gesetzgeber regelt die Benutzung solcher Flächen zwar eindeutig – das eigene Gewissen will spätestens zum Zeitpunkt der persönlichen Vorteilnahme davon aber schlichtweg nichts mehr wissen.

Cent hinterm Komma e.V. startet Aufklärungskampagne

Cent hinterm Komma ruft nun mit der aktuellen Aufklärungs-Kampagne aufmerksame Verkehrsteilnehmer dazu auf, aktiv auf diese Missstände hinzuweisen. Mit der Kampagne „VERKEHRte Welt“ wird nun auf amüsante Art und Weise der Spieß einfach mal umgedreht, indem man einen Rollstuhl auf einem allgemeinen öffentlichen Parkplatz platziert hat. Von allgemeinem Unverständnis und Zornesausbrüchen bis hin zu wohlwollender Zustimmung konnten die verantwortlichen des Vereins während der Testphase so ziemlich alle denkbaren Reaktionen aufnehmen.

Die Kampagne lädt nun alle Verkehrsteilnehmer zum Mitmachen auf. Gegen eine Spende von 10 Euro kann man sich ein Kartenset bestellen und selbst Farbe bekennen und auf die missbräuchliche Nutzung hinweisen (s. Links).

Der in Durlach ansässige Verein macht immer wieder durch seine kreativen Ideen auf Missstände in der Öffentlichkeit aufmerksam, die auf teils augenzwinkernde Weise das Recht auf Teilhabe und Gleichberechtigung von Menschen mit Handicap im Alltag fordert. „Inklusion steht zwar nicht für Sonderangebote, die Menschen mit Handicap meistens gar nicht bräuchten, würden die Menschen achtsamer durchs Leben gehen. Jedoch gibt es elementare Rechte und durchaus sinnvolle Regelungen, die das Zusammenleben und die Teilhabe am öffentlichen Leben erleichtern“ so Geschäftsführer Carsten de la Porte zur Idee der Kampagne. Mit dem Hinweis, man könne durch eine adäquate Spende das entstehende Bußgeld ja auch durchaus sinnvoller anlegen, freue sich der Verein über jeden Beitrag – und: jeden freien Behindertenparkplatz.

Weitere Informationen

Cent hinterm Komma e.V. auf Durlacher.de

Aktuelle TOP-Themen auf Durlacher.de

Erfreut sich großer Beliebtheit: Der „Turmbergomat“ bei seiner Premiere im April 2017. Foto: cg

Am 9. Mai ruft der Berg zur „TurmbergTrophy“

Besondere Zeiten, neue Herausforderungen, viele Möglichkeiten: Die TurmbergTrophy, die im letzten Jahr das erste Mal – als Ersatz für das legendäre…

mehr
Vera Holzwarth, „Ein Meer von Rosa“, Acryl auf Leinwand, 140 x 115 cm, 2021. Foto: zettzwo

„Ein Meer von Rosa“ – neue Ausstellung im Kunstschaufenster der zettzwo Produzentengalerie

Auch wenn die Lage nicht rosig ist, ist es Zeit für ein bisschen Leichtigkeit.

mehr
Setzen sich mit viel Elan und Engagement für Durlach ein: Vorstand Scharyar Essari und Meike Eberstadt von „Durlacherleben“. Foto: cg

„L(i)ebenswertester Stadtteil“ und seine Herausforderungen als Standort

Markgrafenstadt, viele Einzelhändler, mittelalterlicher Stadtkern, aktive Vereine, vielfältiges kulturelles Angebot und großes Engagement der…

mehr

Neue Galerien

Weitere Fotos und Videos aus Durlach und Umgebung: Alle Galerien