Naturnahe Bestattung am Fuße des Turmbergs

Freuen sich über die gelungene Umsetzung (v.l.): Ortsvorsteherin Alexandra Ries, Friedhofamtsleiter Matthäus Vogel und Bürgermeisterin Bettina Lisbach. Foto: cg

Freuen sich über die gelungene Umsetzung (v.l.): Ortsvorsteherin Alexandra Ries, Friedhofamtsleiter Matthäus Vogel und Bürgermeisterin Bettina Lisbach. Fotos: cg

Das neue Waldgrabfeld auf dem Durlacher Bergfriedhof verbindet als „all inclusive“-Angebot den Wunsch nach geringem Pflegeaufwand mit einer Baumanlage, die sich auf 800 Quadratmetern harmonisch in das Hanggebiet des Friedhofareals einfügt.

„Viele fragen gezielt nach Bestattungsmöglichkeiten, bei denen sich ihre Hinterbliebenen im Anschluss um wenig kümmern müssen“, weiß Brigitte Griener vom Bestattungsinstitut Kiefer in Durlach aus Gesprächen mit ihren Kunden. Gleichzeitig sei immer mehr der Wunsch nach Naturnähe da. Das bestehende Angebot der Baumpatenschaften geht bereits darauf ein. Allerdings fehlte bisher eine etwas kostengünstigere Alternative auf dem Bergfriedhof.

Auf Nachhaltigkeit geachtet

In Kooperation mit zwei Karlsruher Steinmetzbetrieben und der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner wurde durch das Friedhofs- und Bestattungsamt nun das neue Feld geschaffen, das sich in den bestehenden Baumbestand einbettet. Die Naturbelassenheit der Ortes sollte dabei gewahrt und die landschaftlichen Strukturen hervorgehoben werden. Rund um eine alte Fichte liegt das zentrale Gräberfeld. Ein kleiner geschwungener Weg trennt dieses von vier weiteren umgebenden Feldern ab. Die organische Grundform findet sich auch in der aufgestellten Skulptur wieder. Diese wurde aus einem lebensgroßen Findling von Steinmetz Werner Löffler geschaffen. „Eigentlich war es ein liegender Pflanzring“, verrät Sohn Ralf Löffler, der mittlerweile den Betrieb leitet. Ursprünglich war der Ring teil eines alten Familiengrabes, das aufgelöst wurde. Nach vielen Jahren im Lager kann der Findling nun wieder genutzt werden. „Wir haben bewusst das Moos dran gelassen. So passt er sich schön ein“, freut sich Löffler über den neuen Standort. Das Oval des Steins soll die Dynamik und Bewegung zeigen, zugleich die Ewigkeit und Unendlichkeit des Lebens symbolisieren. Und bei den Grabsteinen wurde ebenfalls Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. „Der Sandstein wurde wiederverwendet, beispielsweise aus Stufen“, verrät Bürgermeisterin Bettina Lisbach.

Bedarf und Nachfrage sei groß

Neben dem bereits existierenden Baumbestand wurden weitere Bäume wie Spitzahorn und Blutbuche ergänzt. Um die Pflege der Anlage kümmern sich die Firmen Mosch und Rausch. „Wir freuen uns, wenn es angenommen wird“, schaut Jens Mosch positiv auf die bisherige Arbeit. Dass dies so sein wird, davon ist Friedhofamtsleiter Matthäus Vogel überzeugt. Denn der Bedarf und die Nachfrage sei groß. Der Wunsch nach Naturnähe sei da, so Vogel, „aber ohne Pflege geht es trotzdem nicht“. Und genau dieser Pflegeaufwand macht auch einen Hauptteil des „all inclusive“-Angebots aus. Mit Grabstein-Beschriftung müsse man mit etwa 4.500 Euro rechnen bei einer Nutzungszeit von 20 Jahren. Da es sich um Partnergräber handelt, sei die Belegung mit zwei Urnen möglich. Auch sogenannte Ewigkeitsgräber werden angeboten, also ein Grab für immer. Und wer sich als Bestattungsort das neue Waldgrabfeld gut vorstellen kann: Es werden auch Reservierungen angeboten. Bereits zwei Bestattungen fanden dort statt. „Ganz Karlsruhe kann hier nicht her auf den Friedhof“, so Vogel. Ab und zu würde man aber eine Ausnahmegenehmigung machen, so Ortsvorsteherin Alexandra Ries. Ihrem Dank gilt den zahlreichen Akteuren, die zum Gelingen beigetragen haben: „Man kan nicht mehr als zufrieden sein!“

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