Nachruf auf Günter Heiberger

Günter Heiberger bei der Eröffnung seiner Ausstellung „Durlacher Augenblicke“ im Pfinzgaumuseum (2020). Foto: cg

Günter Heiberger bei der Eröffnung seiner Ausstellung „Durlacher Augenblicke“ im Pfinzgaumuseum (2020). Foto: cg

Die Fotografie und „unser“ Durlach – das lag Günter Heiberger am Herzen. Dafür brannte er, darum drehten sich die Gespräche, wenn wir uns auf dem Altstadtfest oder einfach so über den Weg liefen.

Meist hatte er seine kleine Kamera dabei. In der Markgrafenstadt gab es immer etwas für ihn, das es wert war, im Bild festgehalten zu werden. Das Dokumentieren der Veränderung war sein Schwerpunkt. In Durlach kannte er jede Ecke, hatte viele Geschichten parat zu den Gebäuden und seinen Bewohnern. Man hörte Günter einfach gerne zu, wenn er einen mit in das vergangene Durlach nahm. Dort, wo er einen großen Teil seines Lebens verbracht hatte.

Schon als Schüler begann er mit der Fotografie, brachte die Leidenschaft dafür mit. Er selbst stammte aus einer Durlacher Metzger-Familie, erlernte ebenfalls das Handwerk, bevor er seine berufliche Heimat bei „Pfaff“ fand. Die Fotokamera – ob Kleinbild oder Mittelformat – war stets sein Begleiter. Erst vor ein paar Tagen schickte ich ihm Aufnahmen der ehemaligen Metzgerei Heiberger zu, die zuletzt in der Ochsentorstraße bis Ende der 80er Jahre ansässig war. Dort, wo gerade große Baustelle herrscht. Das würde Günter sicherlich interessieren, dachte ich. Auch, weil er mittlerweile nach Malsch gezogen war. Doch zu einer Antwort kam es nicht mehr. Kurz darauf teilte sein Cousin mit, dass Günter gestorben sei.

Vor nicht mal zwei Jahren hatten wir noch seine Ausstellung „Durlacher Augenblicke“ zusammen im Pfinzgaumuseum dokumentiert. Für ihn ungewohnt, denn eigentlich stand Günter lieber hinter der Kamera. 5.000 Foto-Negative hatte er im Vorfeld dem Stadtarchiv übergeben, inklusive Datenbank. Ein „echter Glücksfall“, so das Stadtarchiv – auch für uns Durlacher. Die 80er und 90er Jahre waren dabei sein Schwerpunkt, ein Zeitraum, in dem Durlach sein Gesicht vielschichtig veränderte.

Als wir für die Videoaufnahmen im Pfinzgaumuseum standen, wusste er noch nichts von seiner bevorstehenden schweren Erkrankung. Nach Corona wollten wir eine gemeinsame Foto-Runde durch „unser“ Durlach drehen, das war der Plan. Jeder mit seiner Kamera. Vielleicht wären dabei auch ein paar Aufnahmen für DURLACH.org rausgesprungen. Das Fotoportal rund um die Markgrafenstadt hatte er zusammen mit seinem Durlacher Fotofreund Samuel Degen über Jahre hinweg mit Leben gefüllt. Hier finden sich zahlreiche Aufnahmen, die Günter selbst gemacht hatte. Aber er stellte auch für viele Bildgeber dort die Durlacher Zeitzeugnisse online. Ein wahrer Schatz und weiterer Glücksfall für Durlach, den es ohne Günters Engagement nicht geben würde.

Danke für Dein fotografisches Lebenswerk, danke für viele unterhaltsame Geschichten, danke für so manches Fachgespräch unter Fotofreunden. Günter, wir werden Dich vermissen. Zu früh musstest Du gehen.

Seiner Familie und seinen Freunden unser herzliches Beileid.

Christine Gustai / Durlacher.de

Günter Heiberger: „Durlacher Augenblicke“ (2020)

Weitere Informationen

Die Trauerfeier findet am 15. September 2022 um 14 Uhr auf dem Friedhof in Malsch statt.

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