„Happy Birthday, Gritzner!“ – Pfinzgaumuseum feiert 150. Jubiläum der Firmengründung

Der Name „Gritzner“ war weltweit bekannt. Über den eigenen Gleisanschluss verließen zeitweise über 3.000 Nähmaschinen pro Tag die Durlacher Fabrik. Fotos: cg

Der Name „Gritzner“ war weltweit bekannt. Über den eigenen Gleisanschluss verließen zeitweise über 3.000 Nähmaschinen pro Tag die Durlacher Fabrik. Fotos: cg

Zum 150-jährigen Jubiläum der Gritzner-Firmengründung im Jahr 2022 möchte das Pfinzgaumuseum mit einem umfangreichen Programm an das einstige Durlacher Unternehmen erinnern.

Am 21. Juli 1872 gründete Maximilian Carl Gritzner in Durlach die Nähmaschinenfabrik Gritzner. Die Firma entwickelte sich zu einem Unternehmen von Weltrang, das seine Produkte in über 80 Länder exportierte. Gritzner war einer der wichtigsten Industriebetriebe und Arbeitgeber in Durlach und prägte durch sein weitläufiges Firmengelände das Stadtbild. Über 3.500 Mitarbeiter waren Mitte der 1920er Jahren für das Durlacher Unternehmen tätig. Heute befindet sich dort die Raumfabrik, die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiert.

Bekannt als Nähmaschinenhersteller, wurden zum Ende des 19. Jahrhunderts auch Zweiräder in den Fabrikhallen produziert. Zuerst Fahrräder (ab 1887), später auch Motorräder (ab 1903), welche sogar im Rennsport erfolgreich eingesetzt wurden. Weitere Produkte waren Pumpen und Dampfmaschinen. Verkauften sich Nähmaschinen vor allem im Herbst und Winter, waren im Frühjahr und Sommer Fahrräder gefragt – so konnte Gritzner durch geschickte Produktwahl einen gleichbleibend hohen Absatz übers Jahr hinweg erzielen.

1931 wurde mit der Pfälzischen Nähmaschinen- und Fahrradfabrik vormals Gebrüder Kayser AG in Kaiserslautern zur Gritzner-Kayser AG fusioniert. Ab 1939 wurden für die Rüstung Zünder und Granatenhüllen produziert. Bombentreffer hinterließen 1944 starke Schäden am Fabrikstandort.

Nach dem Krieg wurde der Produktionsschwerpunkt auf Nähmaschinen gelegt. Mopeds und Motorräder wurden bis in die 1950er gebaut. Am 1. März 1955 vernichtete ein Großbrand den größten Teil der Nähmaschinenproduktion – 1.600 Arbeiter mussten entlassen werden. Der Neubau wurde genau ein Jahr später eingeweiht. 1957 wurde Gritzner von der Kaiserslauterner Pfaff AG übernommen und der Name Gritzner verschwand.

Vielseitiges Programm zur Gritzner-Geschichte

Dieser Einblick in die Geschichte Gritzners zeige die wirtschaftlich starke Rolle der alten Markgrafenstadt Durlach, betonte Kulturamtsleiterin Dominika Szope bei der Vorstellung im Pfinzgaumuseum. In einer kleinen Kabinettschau sind dort ab Samstag, 16. Juli 2022, Leihgaben aus dem Verkehrsmuseum Karlsruhe zu sehen, die die Geschichte der Firma Gritzner als erfolgreicher Zweiradproduzent beleuchten. Der Eintritt ist kostenlos.

,,Auf den Spuren der Nähmaschinenfabrik Gritzner" ist der Titel einer Kurzführung im Pfinzgaumuseum mit anschließendem Stadtrundgang am Sonntag, 24. Juli 2022, um 16 Uhr. Gemeinsam mit Dr. Christiane Sutter erkunden die Interessierten die Durlacher Straßen und erfahren an noch sichtbaren Spuren Spannendes über die Geschichte des Nähmaschinenherstellers. Die Führung ist kostenlos. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung bis spätestens 21. Juli unter stadtmuseum(at)kultur.karlsruhe.de oder 0721 / 133-4231 ist erforderlich.

Die Themenführung ,,Rauchende Schlote" am Sonntag, 31. Juli 2022, um 15 Uhr schlägt das spannende Kapitel der Durlacher Industriegeschichte um 1900 auf. Bei einem Rundgang durch die Dauerausstellung schildert Susanne Stephan-Kabierske die Entwicklung Durlachs von einem landwirtschaftlich geprägten Städtchen zu einem modernen Industriestandort und stellt neben der Firma Gritzner weitere bedeutende Durlacher Unternehmen vor. Die Führung ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

,,Stadtgeschichte to go"

Der neue ,,Stadtgeschichte to go"-Flyer zur Nähmaschinenfabrik Gritzner lädt zu einem Spaziergang durch die Durlacher Straßen auf den Spuren des Unternehmens ein. An zehn ausgewählten Stationen begeben sich Interessierte auf eine spannende Zeitreise und erfahren mehr über dieses Kapitel der Durlacher Wirtschaftsgeschichte. Der Flyer ist kostenlos im Pfinzgaumuseum und online erhältlich (siehe Links).

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