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Stadt Karlsruhe kämpft gegen Ambrosie

Foto: pia

Bürgerinnen und Bürger können Funde melden.

Begünstigt durch das feuchte und warme Wetter hat die Ambrosiensaison in Karlsruhe begonnen. Seit Jahren sind verschiedene Dienststellen der Stadt gemeinsam aktiv gegen das Ausbreiten der Ambrosia artemisiifolia, wie sie botanisch genannt wird. Wichtig sind dabei auch Meldungen von Bürgerinnen und Bürgern.

Je nach Fläche wird unterschieden, ob der Forst, das Liegenschaftsamt, das Gartenbauamt oder auch städtische Gesellschaften wie die Volkswohnung für das Entfernen der gemeldeten Funde zuständig sind. Alle Meldungen sammelt zunächst der städtische Umwelt- und Arbeitsschutz und ermittelt die verantwortliche Stelle.

Wenn Funde auf privatem Gelände gemeldet werden, kann der Umwelt- und Arbeitsschutz nur die Eigentümer anschreiben und bitten, sich um die verantwortungsbewusste Entfernung der Pflanzen zu kümmern. Eine rechtliche Handhabe hat die Stadt in einem solchen Fall nicht. Funde können entweder beim Bürgertelefon unter der 115 oder per Mail direkt an den Umwelt- und Arbeitsschutz (umwelt-arbeitsschutz(at)karlsruhe.de) mit genauer Adressangabe gemeldet werden. Mithilfe eines mitgeschickten Bildes kann die Pflanze bestimmt werden. Leicht findet eine Verwechslung mit dem heimischen Beifuss statt, der nicht entfernt werden muss.

Mechanische Verfahren für große Flächen

Zur großflächigen Bekämpfung der Ambrosie setzt die Stadt mechanische Verfahren ein. Eine Mahd kurz vor der Blüte verzögert die Entwicklung der gesamten Pflanze und nimmt ihr Kraft. Leider reicht eine einmalige Mahd jedoch nicht aus, deswegen ist zum Beispiel die Ortsverwaltung Neureut regelmäßig am Randstreifen an der Linkenheimer Allee unterwegs.

Eine weitere Bekämpfungsmöglichkeit für größere Flächen ist das Verbrühen der Pflanzen mit kochendem Wasser. Dieses WAVE-System kommt zweimal im Jahr in Karlsruhe zum Einsatz. An der Linkenheimer Allee zupfen Ehrenamtliche die Pflanzen zusätzlich noch per Hand. An den Einsatztagen erhalten die engagierten Bürgerinnen und Bürger Handschuhe, Warnwesten und Müllsäcke vom Umwelt- und Arbeitsschutz und laufen die Randstreifen ab. Nach anfänglich über 30 Säcken voll mit Ambrosien wurden in den letzten beiden Jahren nur noch ungefähr zwölf Säcke gefüllt. Ein Erfolg der gemeinsamen Bekämpfungsstrategien.

Blüte stoppen und Verbreitung einschränken

Ziele der Anstrengungen sind vor allem, die Entwicklung der Blüte zu stoppen und die Verbreitung der Ambrosie einzuschränken. Mit der Blüte werden hochallergene Pollen freigesetzt, die schwere gesundheitliche Folgen haben können. Auch die Entwicklung der Samen und damit die Verbreitung in den Folgejahren muss verhindert werden. Die Samen können bis zu 40 Jahre im Boden überdauern, wo sie auf günstige Bedingungen zur Keimung warten.

Weitere Informationen

Die Ambrosie stammt ursprünglich aus Nordamerika, vor 100 Jahren kam sie mit Getreideimporten nach Deutschland. Lange waren die Funde nur vereinzelt. Erst mit dem Klimawandel und den steigenden Temperaturen mit den immer wärmeren und kürzeren Wintern konnte sich die Ambrosie in vielen Teilen Europas ausbreiten. Neben Funden im Rheingraben ist vor allem der Osten Deutschlands betroffen. Neben der Verunkrautung von vielen landwirtschaftlichen Flächen ist vor allem die Gefahr für die menschliche Gesundheit ein Problem der Verbreitung. Die Pollen der Ambrosien sind hochallergen, sie können schon in geringer Konzentration in der Atemluft schwere Atemprobleme bis zum Asthma verursachen. Augen- und Hautreizungen sind weitere mögliche Folgen des Kontakts mit Ambrosienpollen.

von pia veröffentlicht am

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