Radlerforum: Lob für Sauberkeitshotline und Wunsch nach mehr Abstellanlage im Stadtgebiet

Stadt Karlsruhe

Wirkungskontrolle zur Radverkehrsförderung in Baden-Württemberg belegt Stärken und Schwächen.

In Karlsruhe lässt es sich dank konsequenter Rad-Förderung mittlerweile gut in die Pedale treten. Das belegt der Tätigkeitsbericht des Stadtplanungsamts. Und auch in ihrer „Wirkungskontrolle Radverkehrsförderung Baden-Württemberg“ kommt das Land zum Ergebnis, dass sich das Fahrradklima in der Fächerstadt in den letzten Jahren deutlich verbessert hat. Eine Einschätzung, die im Radlerforum geteilt wird. Das Radlerforum diskutierte am Mittwoch (13. April 2011) unter der Leitung von Bürgermeister Michael Obert Aktuelles zum Radverkehr in Karlsruhe. Dem Expertengremium gehören Vertreter des Gemeinderates sowie Mitglieder von Verbänden und Initiativen an, die sich mit den Belangen von Verkehrsteilnehmern beschäftigen.

In elf Städten und drei Landkreisen hatte die Planungsgemeinschaft Verkehr (PGV) aus Hannover im Auftrag des Landes Baden-Württemberg der Status Quo des Radverkehrs ermittelt. Die Analyse dokumentiert vorhandene Potentiale und liefert Erkenntnisse, wo die Fahrradmobilität weiter verbessert und gestärkt werden kann. Die Wirkungskontrolle dokumentiert, dass das aktuelle Radverkehrskonzept alle wichtigen Themenbereiche des Leitbilds „Radfahren als System“ umfasst. Beispielhaft nennt die Untersuchung etwa die Serviceangebote für den Radverkehr sowie die zahlreichen infrastrukturellen Angebote, die das Radfahren in Karlsruhe begünstigen. Der landesweite Vergleich zum Radverkehr gibt aber auch Hinweise auf Handlungsfelder, die noch stärker beackert werden müssen.

So regt die Studie ein Gesamtkonzept zur Verkehrssicherheit an - ein Aspekt, der sich auch aus der aktuellen Unfallstatistik mit Radfahrerbeteiligung des Polizeipräsidiums Karlsruhe ableiten lässt. Zwar geht die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern seit einigen Jahren leicht zurück (2006: 581 Unfälle; 2010: 498 Unfälle). Nach wie vor sind die Zahlen jedoch zu hoch. 31 Prozent aller Verunglückten sind in Karlsruhe Radfahrer. „Falsche Fahrbahnbenutzung“ lautet die Hauptunfallursache. Wo die Polizei kontrolliert, fallen vor allem Rotlichtfahrten negativ auf - von den 1 823 im vergangenen Jahr festgestellten Verstößen geht ein Großteil auf dieses Konto. Und auf ein Einsehen, dass man sich und andere damit gefährdet, hoffen die kontrollierenden Polizisten oft vergeblich. Im Radlerforum stellte das Stadtplanungsamt beispielhafte Ideen aus anderen Städten zur Verkehrssicherheit vor. Hierzu zählen verschiedene Markierung auf Radwegen, die radelnde „Geisterfahrer“ auf die richtige Spur bringen wollen oder an das Einschalten des Lichts erinnern sollen.

Das Thema Verkehrssicherheit möchte die Verwaltung weiter im Planungsausschuss diskutieren. Und auch das Fahrradparken soll auf der Tagesordnung stehen, denn die Landesstudie sieht hier deutlichen Nachbesserungsbedarf. Auf Interesse stieß im Radlerforum die Feststellung, dass mancher sein Rad mangels diebstahlsicherer Abstellanlagen daheim lässt. Im Gremium wurde daher der Wunsch geäußert, dieses Thema vor allem für die Innenstadt und am Hauptbahnhof im Blick zu behalten. Das Radlerforum bat zudem um eine Liste der Einbahnstraßen, die für den Radverkehr gegenläufig befahrbar sind. Denn die PGV-Studie hatte in Karlsruhe einen vergleichsweise geringen Anteil an für Radfahrer geöffneten Einbahnstraßen festgestellt.

Vermehrt im Stadtgebiet antreffen wird man künftig so genannte Dunkel-Ampeln. Fußgänger und Radler müssen nicht auf Grün warten - was Rotlichtverstöße reduzieren dürfte. Wer jedoch beim Queren der Fahrbahn unsicher ist, kann die Ampel auf Knopfdruck aktivieren. Über 20 geeignete Standorte wurden ausgemacht, 14 „normale“ Ampeln werden noch in diesem Frühjahr durch Dunkel-Ampeln ersetzt. Aus dem Radlerforum nahm die Verwaltung zudem die Anregung mit, zu schauen, wo die Radwegebenutzungspflicht aufgehoben werden kann. Als ein Vorschlag wurde hier die Ettlinger Straße genannt.

Als beispielhaft hebt die Landes-Studie den Radwege-Mängelbogen hervor, und auch im Radlerforum gab es Lob für das schnelle Reagieren der Stadt aufgrund des Radwege-Mängelbogens oder nach einem Anruf bei der Sauberkeitshotline (Telefonnummer: 0721 / 133-7082). Die Verwaltung informierte, dass eine Arbeitsgruppe derzeit das Konzept „Winterdienst auf Radwegen“ überarbeitet. Die Baustellen im Stadtgebiet schränken nicht nur Autofahrer zeitweise ein. Wenn es eng zugeht, wie etwa durch Bauarbeiten an der Haltestelle Durlacher Tor, müssen auch Radfahrerinnen und Radfahrer Umwege in Kauf nehmen. Aktuelle Informationen zu den Baustellen finden Interessierte im Internet auf den Seiten der „Fahrradstadt Karlsruhe“.

Die Wirkungskontrolle zur Radverkehrsförderung in Baden-Württemberg hat das Land Baden-Württemberg ebenfalls im Internet veröffentlicht.

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