Verwaltungs-Mikado in Notsituation: Durlacher Spielplätze haben aktuell weder Hinweise noch sind sie gesperrt

Update: Inzwischen gut sichtbar gekennzeichnet – „Bitte übernehmen Sie Verantwortung und schützen Sie sich, Ihre Kinder und andere.“

Update: Inzwischen gut sichtbar gekennzeichnet – „Bitte übernehmen Sie Verantwortung und schützen Sie sich, Ihre Kinder und andere.“

Auch auf dem Weiherhofgelände ein klarer Hinweis. Bitte daran halten! Foto: hw

Auch auf dem Weiherhofgelände ein klarer Hinweis. Bitte daran halten!

Vorherige Situation: Bisher weder geschlossen noch ein Hinweisschild zu sehen – am Spielplatz in der Untermühlsiedlung. Fotos: cg/hw

Vorherige Situation: Bisher weder geschlossen noch ein Hinweisschild zu sehen – am Spielplatz in der Untermühlsiedlung. Fotos: cg/hw

Es ist ein schöner Donnerstag, Sonnenschein, ein Spielplatz in Durlach. Eigentlich müsste er in Zeiten des Coronavirus leer sein, eigentlich müssten Hinweisschilder zur Sperrung zu sehen sein – aber er ist offen und Kinder spielen.

Natürlich werden Spielgeräte angefasst, ehe die Kinderhände ins Gesicht wandern: Coronavirus-Vorsorge sieht anders aus!

Direkt nachgefragt beim Gartenbauamt in Durlach, warum es denn noch immer keine Hinweise zur aktuellen Situation an den Spielplätzen gibt, warum die Zugänge nicht abgesperrt sind, warum nicht zumindest mit Flatterband? Zögerliche Antwort: Es kam noch kein „Go“ aus Karlsruhe zu diesen Maßnahmen.

Rechtsverordnung unmissverständlich

Bitte? Kein „Go“ aus Karlsruhe? Warum braucht es denn dies, wenn die „Allgemeinverfügung“ der Stadt und obendrauf die Verordnung der Landesregierung schon ein paar Tage rechtlich bindend sind, dort auch ausdrücklich die Schließung öffentlicher Spiel- und Bolzplätze genannt wird (siehe Artikel zum Thema). Ohne Anweisung aus Karlsruhe könne man dies nicht machen.

Sorry, das ist Verwaltungs-Mikado in einer Notsituation! Nachgefragt beim Gartenbauamt in Karlsruhe: Warum sind denn die Spielplätze immer noch offen? Auch hier die verwunderliche Antwort, dass eine solche Schließung „OB-Sache wäre“ und das Vorgehen noch nicht endgültig geklärt sei. Was bitte ist denn eine „Allgemeinverfügung“, die genau das vorschreibt, sonst? Die Leute müssten von sich aus sagen: „Ich geh jetzt nicht mehr auf den Spielplatz“ – so die Antwort. Man könne bei Verstößen auch die Polizei oder das Ordnungsamt rufen.

Landauf landab wird auf die massive Kontaktminimierung hingewiesen – und auch am Abend hat Bundeskanzlerin Angela Merkel dies noch einmal eindrücklich betont – aber zwischen Karlsruhe und Durlach bekommt man über Tage noch nicht einmal die Sperrung von Spielplätzen hin. Das ist eine Nachlässigkeit, die die Gesundheit der Bürger gefährdet!

Ergänzung (16.30 Uhr)

Absperrungen und Hinweisschilder angebracht

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Das Stadtamt hat umgehend reagiert und mittlerweile sind zumindest am Spielplatz der Untermühlsiedlung gut sichtbar Schilder und zusätzliches Flatterband angebracht. Danke!
#stayathome

Weitere Informationen

Deutlicher Hinweis an die Eltern und Großeltern der spielenden Kinder:
Seien Sie Vorbild: Die Rechtsverordnung ist keine Handlungsempfehlung! Helfen Sie durch konsequentes Fernbleiben der Spielplätze und Einhaltung der Hygieneempfehlungen mit, dass eine Ausgangssperre noch abgewendet werden kann. Jeder ist gefordert – ohne Ausnahme. Denken Sie daran, dass auch Ihre Familie und Freunde in die Situation kommen könnten, ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen. Nicht nur die Corona-Patienten sind in einem überlasteten Gesundheitssystem gefährdet. Auch alle anderen Patienten!

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