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Klein, aber OHO! – 3.500 Euro für den guten Zweck beim „Offenen Hoftor“

„Offenes Hoftor“: Blick in den Innenhof der Ostmarkstraße 22. Foto: Mike Ullrich

Die vier OHO-Initiatorinnen (v.l.): Katrin Weber, Claudia Schmitz, Leonie Heyder und Elke Hönig. Foto: Mike Ullrich

Künstler und Besucher sind sich einig: das „Offene Hoftor“ – auch 2019 wieder ein Riesenerfolg.

Vergangenen Samstag (16. November 2019) war es wieder soweit, vorweihnachtliche Atmosphäre bei winterlichen Temperaturen und dampfendem Glühwein. Der mittlerweile traditionelle Kreativmarkt rund um die Ostmarkstraße 22 öffnete seine Tore. Wer ihn noch nicht kennt: Das „Offene Hoftor“ (OHO) ist ein kleiner aber feiner Kunsthandwerksmarkt, der aus rein charitativem Zweck vor neun Jahren, in der Weihnachtszeit, geboren worden war und auch dieses Jahr wieder Scharen an Besucher in das schmale Kirchgässle im alten Ortskern lockte.

Mittlerweile zur Kulturscheue umfunktioniert, begeisterte am Samstag wieder Handgeschaffenes, Kreatives wie auch der unvergleichliche Charme des bäuerlichen Anwesens. Kunst, Kitsch, Kultur und Kulinarisches reihen sich rund um den alten Innenhof der Ostmarkstraße. Jahrhundert alte Dachbodenfunde schmücken die traditionell aus Sandstein gebaute Scheune. Im ehemaligen Waschhaus werden Getränke ausgeschenkt, in Scheune und Kuhstall wird Handgeschaffenes feilgeboten und auf dem ehemaligen Heuboden spielen zwei Live-Bands. Besucher staunen, tauschen sich aus, kommen bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch und stellen fest, dass sie ja eigentlich fast Nachbarn sind und erst in die Ostmarkstraße kommen mussten, um sich kennenzulernen.

Neben Herzhaftem wie Flammkuchen, Chilli con Carne, Linsen (Dal), Pommes und Curry Wurst, lädt ein großes Buffet an selbstgebackenen Kuchen zum Verweilen ein. Aber nicht nur die Auswahl an der Kuchentheke ist breitgefächert auch die Künstler bieten Faszinierendes aus allen Bereichen. Kleinigkeiten aus Silber, Porzellan, Ton, Beton, Wolle, Stoffe, Papier und Holz begeistern die Besucher im alten Gemäuer. Tausende kleiner Lichter funkeln am Abend mit Wachskerzen um die Wette und alte Evergreens wie „Hey Jude“ und „Let it be“ begeistern Alt und Jung gleichermaßen. Das Duo „Acoustic Fun“, (Reiner Gorenflo und Otto Reiff) sowie auch die Künstler und die Besucher des „OHO“ sind sich einig, das „Offene Hoftor“ in Aue ist etwas ganz Besonderes, Unvergleichliches. Charmant und unperfekt bis ins Detail. Und es wächst und gedeiht.

Freundeskreis und Nachbarschaft packen mit an

Die Initiatorinnen freuen sich Jahr um Jahr. „Tatsächlich ist immer wieder sehr viel Engagement – vor und hinter – diesem Ereignis von uns gefordert“, so Leonie Heyder, eine der Initiatorinnen, „doch am Ende jedes Tages sind wir selbst überrascht, was erreicht werden kann, wenn man/frau gemeinsam zupackt“, und lacht dabei. Unsere Helfer, rekrutiert aus Freundeskreis und Nachbarschaft sind routiniert, unglaublich unkompliziert und ohne jede einzelne Hand wäre dieses Event nicht möglich, das ist klar!“ „Natürlich bereitet uns aber auch vieles Kopfschmerzen, insbesondere das Wetter zu dieser Jahreszeit und werden dieses Jahr die Sicherungen halten“, so Elke Hönig, „aber auch in diesem Jahr hatten wir wieder einmal richtig Glück und alles richtig gemacht.“

„Für uns sind eigentlich nur drei Dinge wichtig: Wir stellen keinen Anspruch an Perfektion und Professionalität sondern genießen die Ungezwungenheit und freuen uns, unsere Liebe fürs Detail zelebrieren zu können. Wir verwenden was wir haben, so dass sämtlicher Erlös, der aus Essen und Trinken und den Standgebühren der Künstler über das „Offene Hoftor“ erzielt wird, ungekürzt der Kinderhilfsorganisation ‚Aztivate‘ zu Gute kommen kann“, erklärt mir Claudia Schmitz.

Polterabendgeschirr statt Einwegteller

„Und last but not least, liegt uns auch das Thema Abfall-Vermeidung sehr am Herzen,“ fügt die Grafik-Designerin Katrin Weber hinzu, „jede Porzellantasse ist bei uns ein Unikum, gesammelt und bewahrt vor der Entsorgung. Schüsseln, Schalen und Trinkgefäße erinnern an Polterabendgeschirr, ausgedientes Besteck stammt aus Omas Haushaltsauflösung.“ „Hier gibt es nichts von der Stange. Wir verwenden alles und spülen, spülen, spülen. Hierfür nimmt sich auch unsere Nachbarin von schräg gegenüber eigens einen Tag frei, um in der kleinen Küche des ehemaligen Bauernhauses Schwamm und Bürste zu schwingen und zu kontrollieren, dass auf unsere Einmal-Wegwerf-Restbestände nur im allergrößten Notfall und mit entsprechender Begründung zurückgegriffen wird“, erzählt Elke Hönig lachend.

Und tatsächlich: Am Ende des großen Tags, nachdem Tische und Stühle wieder sorgsam im alten Kuhstall aufgereiht stehen, sind es nur noch die schaukelnden Christbaumkugeln in Ästen und Zweigen rund um das Anwesen, eine halbe Tüte Übriggebliebenes, und die unglaubliche Summe von 3.500 Euro Spendenerlös, die vom großen Tag zeugen.

Bemerkenswert und bezaubernd, das „Offene Hoftor“ in Durlach-Aue: klein, aber OHO!

von pm veröffentlicht am

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