Cent hinterm Komma steigt bei KSC Fanbetreuung ein

Cent hinterm Komma steigt bei KSC Fanbetreuung ein

Carsten de la Porte - Neuer KSC-Fanbeauftragter für Menschen mit Behinderung. Foto: pm

Heimspiel für Heimspiel stehen etwa 40 Rollstuhlfahrer beharrlich auf der Tartanbahn des Wildparkstadions um ihren KSC anzufeuern. Sie gehören mit zu den treusten Fans des Karlsruher Traditionsclubs und reisen auch nicht selten zu Auswärtsspielen mit.

Der Verein hat aus diesem Grund seit Jahren eine Fanbetreuung eingerichtet, die sich speziell um die Belange der Menschen mit Behinderung kümmert. Ob Begleitung zu Auswärtsspielen, Abwicklung des Ticketservice für Gästefans oder auch mal das Beschaffen von warmem Tee im Winter, dies alles gehört zu deren Aufgaben.

„Es freut uns sehr, dass auch dieser Teil der Fanbetreuung nun ausgebaut wird und dass es hier künftig eine gute und verlässliche Zusammenarbeit zwischen Fans und Verein geben wird“, erklärt KSC-Präsident Ingo Wellenreuther. Auch dem Verein selbst sind die Belange der Fans mit Behinderung ein großes Anliegen. In vier Wochen wird auch der neue Fanshop mit integriertem Ticketcenter mit einer Rollstuhlrampe ausgerüstet sein.

Seit der aktuellen Spielzeit geht der KSC nun einen weiteren Schritt nach vorne zur Verbesserung der Betreuung  der Behinderten. In einer wohl bundesweit einzigartigen Konstellation startet man die Kooperation mit dem Karlsruher Verein Cent hinterm Komma, einer der führenden Interessensvertretungen für Menschen mit Behinderung in der Fächerstadt. Seit mittlerweile 15 Jahren setzt sich der Verein für die Belange dieser Mitmenschen ein. Egal ob die Umsetzung eigener Projekte oder die finanzielle Unterstützung von anderen Trägern aus diesem Bereich, immer steht die Inklusion und die Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Handicap im Focus.

Von Anfang an mit dabei ist Carsten de la Porte, derzeitiger Geschäftsführer der Initiative, die ihren Sitz in Durlach hat. Der 44 jährige Fundraiser wird künftig Ansprechpartner beim KSC sein und aktiv die Geschehnisse lenken. Bereits Anfang des Jahres gab es erste Gespräche mit dem Verein und dem Fanprojekt des Stadtjugendausschuss, wie man diesen Bereich der Fanbetreuung noch professioneller gestalten könne. Nicht nur die Versorgung der Rollstuhlfahrer steht hier im Fokus, vielmehr will man sich auch um die Belange der behinderten Besucher kümmern die ganz normal zu Besuch im Block sind.  „Klar können wir nichts übers Knie brechen und müssen das langsam aufbauen“, so de la Porte, allerdings habe man in konstruktiven Gesprächen mit der Vereinsführung Ziele formuliert, wie man beispielsweise auch sehbehinderten Menschen einen Stadionbesuch attraktiv gestalten kann. Hier gibt es eindrucksvolle Beispiele bei anderen Vereinen, mit denen man bereits im Gespräch ist. „Der Kontakt der Fanbetreuer untereinander ist hier jenseits von irgendwelchen Fanrivalitäten sehr kollegial über  alle Ligen hinweg“, stellt de la Porte fest. Gerade vor ein paar Wochen war er bereits bei der Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanbetreuer für Menschen mit Behinderung (BBAG) zu Gast um viele Kollegen von anderen Vereinen zu treffen und sich auszutauschen.

Bei den Verantwortlichen des KSC stoßen die Ideen von „Cent hinterm Komma“ auf offene Ohren. Bereits in der vergangenen Runde gab es ein gemeinsames Projekt zusammen mit der Lebenshilfe und dem Fanprojekt, bei dem 8 Menschen mit geistiger Behinderung gemeinsam mit den Fans vom Fanprojekt einen Stadiontag verbrachten. Angefangen beim gemeinsamen Frühstück in der Nordstadt, über den gemeinsamen Stadiongang bis hin zum kollektiven Erleben der Spiels gegen Paderborn im Block. „Solche Dinge sollen Schule machen“ und wir wollen verstärkt gerade bei Menschen mit Handicap Werbung dafür machen ins Stadion zu kommen und den KSC zu unterstützen“, erklärt de la Porte seine Ambitionen in seiner neuen ehrenamtlichen Position. Weiterhin sei auch eine noch engere Zusammenarbeikt im gesamten Bereich der Fanarbeit geplant. Ein Pool von Ehrenamtlichen die als Begleitpersonen fungieren solle gefunden werden, um auch Kurzentschlossenen oder eben alleinstehenden Menschen mit Handicap den Stadionbesuch zu ermöglichen. „Dies funktioniert nur, wenn die tragenden Säulen der Fanarbeit, nämlich der Fanbeauftragte des Vereins Wolfgang Sauer, Supporters und das Fanprojekt eng kooperieren“, schließt Carsten de la Porte. Es gibt also viel zu tun in den kommenden Wochen und Monaten der vor uns liegenden Saison. Und Schritt für Schritt soll dieser wichtige Bereich der KSC Fanarbeit zu einem Stück Verein werden, der einen Ausruf der Fankurve einmal mehr unterstreicht: Wer hat die besten Fans im Land? NUR DER KSC!

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