Neubau für die Friedrich-Realschule – Vorentwürfe wurden präsentiert

Prof. Gerd Gassmann (v.l.) präsentierte seinen Siegerentwurf Schulleiter Ralph Sauder, Ortsvorsteherin Alexandra Ries und Anne Sick, Leiterin des Amts für Hochbau und Gebäudewirtschaft. Foto: cg

Prof. Gerd Gassmann (v.l.) präsentierte seinen Siegerentwurf Schulleiter Ralph Sauder, Ortsvorsteherin Alexandra Ries und Anne Sick, Leiterin des Amts für Hochbau und Gebäudewirtschaft. Foto: cg

1878 als „Vereinigte Schule“ mit Hauptgebäude und Turnhalle eingeweiht, soll die größte Realschule von Karlsruhe 2014 um einen Neubau erweitert werden, der zugleich den bestehenden Pavillon ersetzen wird.

Der 1970 aus Beton-Fertigteilen erstellte Pavillon sei laut Untersuchung zu unwirtschaftlich. Daher kommt für die Stadt Karlsruhe nur ein Abriss in Frage. Um eine Lösung für den geplanten Neubau zu finden, der einerseits die bestehenden Klassenräume des Pavillons, andererseits auch zusätzlich erforderliche Räume integrieren soll, wurde im Herbst vergangenen Jahres eine Mehrfachbeauftragung veranlasst. Ziel war die Erarbeitung eines Vorentwurfs.

Dieser Aufwand war notwendig, da zum einen der Denkmal- und Ensembleschutz in der Durlacher Altstadt, als auch die Gestaltungssatzung beachtet werden müsse, so Anne Sick, Leiterin des Amtes für Hochbau und Gebäudewirtschaft. Bei solch anspruchsvollen Aufgaben werde das konkurrierende Verfahren gewählt. Sick erhofft sich damit eine „städtebauliche Verbesserung“ und „kein Dauerprovisorium wie vor 40 Jahren“.

Vier Entwürfe – davon drei von Karlsruher Architekturbüros – wurden der Jury vorgelegt, die am 27. Januar 2012 eine Wahl zu treffen hatte. Und die Wunschliste war lang: Unterzubringen waren neben sechs Klassenräumen ein multifunktionaler Schülerarbeits-/Aufenthaltsraum, eine Schülerbibliothek, ein EDV-Lernbereich, ein Raum für Schulsozialarbeit, ein Vorbereitungs-/Stauraum, sanitäre Anlagen, sowie Räume für Technik und Müll. Des Weiteren galt es auch ökologische Kriterien zu beachten. Unter anderem sollte der Passivhausstandard angestrebt werden, zugleich aber auch ein ausreichender Wärmeschutz im Sommer vorhanden sein. Im Außenbereich galt es eine ausreichend große und zusammenhängende Fläche als Schulhof zu erhalten. Zudem sollte der Vorentwurf eine „städtebauliche Reparatur“ vorsehen, die den Straßenraum zur Spitalstraße an der Nordseite des Schulgeländes schließt.

Unter Vorsitz von Peter Krebs, Freier Architekt, wurde nach gründlicher Abwägung anhand der Pläne und Modelle sich einstimmig für die Arbeit von Prof. Gerd Gassmann (Gassmann Architekten) aus Durlach entschieden. Fügte sich bei einem Entwurf der Baukörper „mit seinen Proportionen und im Gestus nicht überzeugend ein“ oder handelte es sich um eine „originelle städtebaulich Idee“, die allerdings in der Ausformulierung Schwächen hatte, konnte der Gassmann-Entwurf in großen Teilen die Jury-Mitglieder überzeugen.

Vorgesehen ist ein dreigeschossiger Baukörper mit kompakten funktionalen Grundrissen. Das Erdgeschoss verfügt über einen Eingangsbereich mit Kiosk, einen Aufenthaltsbereich und über eine Kombination aus EDV-Raum und Bibliothek. Im ersten und zweiten Obergeschoss befinden sich die Klassenräume. Verbunden sind diese nicht durch lange schmale Flure, so Krebs, sondern die Flure „breiten sich kreuzförmig aus und sind lichtdurchflutet“. Die sanitären Anlagen sind zudem räumlich durch einen geschützten Vorbereich getrennt, so dass ein „wohnlicher Innenbereich“ entstehe. Vorgeschlagen wurde ein geschlämmtes Sichtmauerwerk und eine dunkle Metalleindeckung für das Dach. Zur Schließung der Baulücke an der Spitalstraße sieht der Entwurf ein eigenständiges Gebäude ohne schulische Nutzung vor, das konsequent an die Gestaltungssatzung ausgerichtet werden könne.

Beim Pressegespräch gratulierten Ortsvorsteherin Alexandra Ries, Schulleiter Ralph Sauder, Sick und Krebs dem Erstplatzierten. Die Entwurfsplanung und Kostenaufstellung sollten im Sommer abgeschlossen sein, so dass voraussichtlich 2013 mit der Planung und 2014 mit dem Bau begonnen werden kann. Die Pläne können noch bis nächsten Mittwoch, 8. Februar 2012 im Bürgersaal des Durlacher Rathauses in Form einer Ausstellung eingesehen werden (Öffnungszeiten: 8 bis 16 Uhr).

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