Zeugen gesucht: Chaosfahrt in Karlsruhe – anschließend Flucht über A5 in Richtung Basel

Polizei Karlsruhe. Foto: cg

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Nach derzeitigem Kenntnisstand hat ein Tatverdächtiger am Dienstagabend (24. November 2020) in Rheinstetten und Karlsruhe mit verschiedenen Fahrzeugen mehrere Unfälle verursacht.

Auf seiner Flucht über die Autobahn A5 in Richtung Basel brachte er zwei Fahrzeuge in seine Gewalt. Er konnte bei einem weiteren Unfall im Raum Freiburg von Polizeikräften festgenommen werden. Die Polizei sucht nun nach Zeugen und weiteren Geschädigten, die gebeten werden, sich mit der Kriminalpolizei in Verbindung zu setzen.

Nach derzeitigem Kenntnisstand kam es gegen 18.40 Uhr in Rheinstetten-Mörsch zu einem ersten Auffahrunfall, wobei eine beteiligte Person leicht verletzt wurde. Der Tatverdächtige flüchtete anschließend mit seinem SUV mit polnischem Kennzeichen in Richtung Karlsruhe. Im Bereich der Karlsruher Weststadt wurden der Polizei weitere Verkehrsunfälle und Verkehrsgefährdungen gemeldet, die aktuell dem Tatverdächtigen zugeordnet werden. In der Händelstraße überschlug sich schließlich der SUV und geriet in Brand. Der Flüchtige bedrohte eine unbeteiligte Autofahrerin und brachte unter Vorhalt eines Messers ihren Pkw in seine Gewalt. Mit diesem flüchtete er wiederum und verursachte erneut einen Verkehrsunfall in der Reinhold-Frank-Straße. Anschließend fuhr er in südlicher Richtung weiter.

Seine anschließende Flucht führte mutmaßlich über die BAB A5 in Richtung Basel. Dabei kam es offenbar zu weiteren Verkehrsunfällen und Verkehrsgefährdungen. Möglicherweise hat der Täter auch auf Parkplätzen entlang der A5 versucht, weitere Fahrzeuge gewaltsam zu übernehmen.

Um 20.50 Uhr konnte der Tatverdächtige schließlich nach einem weiteren Unfall südlich der Autobahnanschlussstelle Riegel von Polizeikräften festgenommen werden. Zuvor hatte er bei Herbolzheim einen Lkw geraubt. Bei der Auffahrt auf die A5 soll es dann zu einem Unfall mit einem Auto mit Schweizer Zulassung gekommen sein. Dieses wurde offenbar über eine längere Strecke vom Lkw mitgeschleift. Die zwei Insassen wurden dabei verletzt.

Nach aktuellem Ermittlungsstand handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen 48 Jahre alten Mann algerischer Staatsangehörigkeit. Die Kriminalpolizei Karlsruhe hat die Ermittlungen übernommen.

Ergänzung (25. November 2020)

Der verursachte Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf über 75.000 Euro. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe erwirkte heute gegen den Beschuldigten beim zuständigen Amtsgericht einen Haftbefehl.

Der Beschuldigte ist algerischer Staatsangehöriger und in Deutschland ohne festen Wohnsitz. Hinweise auf einen extremistischen Hintergrund liegen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht vor. Die Ermittlungen dauern an.

Ergänzung (4. Dezember 2020)

Nachdem am 24. November ein 48 Jahre alter und in Untersuchungshaft befindlicher Tatverdächtiger in Rheinstetten, Karlsruhe und bei Riegel mit teils geraubten Fahrzeugen mehrere Verkehrsunfälle verursacht hat, suchen die Ermittlungsbehörden nach weiteren Geschädigten und Zeugen. Sie werden gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst Karlsruhe unter 0721 666-5555 zu melden.

Neuen Erkenntnissen zufolge soll es an besagtem Tag bereits um 18.15 Uhr zu einem Ereignis unter Beteiligung des Beschuldigten mit einer noch unbekannten Fahrradfahrerin in Karlsruhe gekommen sein. Im unmittelbaren Nahbereich der Christ-König-Kirche (Rheinhold-Frank-Straße/Kaiserallee) soll er die etwa 20-jährige Radfahrerin mit seinem Auto leicht angestoßen haben. Die Frau habe dann vor Wut gegen seine Motorhaube geschlagen und den Mann angeschrien. Der Beschuldigte ging den Schilderungen einer Zeugin zufolge darauf nicht ein und fuhr in Richtung Kaiserallee weiter. Gesucht werden nun die betroffene Radfahrerin und weitere Zeugen dieses inzwischen bekanntgewordenen Ereignisses, das sich etwa eine halbe Stunde vor dem bisher vermuteten Geschehensablauf zugetragen haben soll.

Die Ermittler schließen auch nicht aus, dass sich an jenem Tag weitere Auffälligkeiten im Zusammenhang mit dem weißen Nissan-SUV im Bereich von Karlsruhe zugetragen haben könnten und sind daher für jeden Hinweis dankbar. Bisher wurden bereits zahlreiche Zeugen von der sechsköpfigen Ermittlungsgruppe, die zur Bearbeitung der sehr umfangreichen Ermittlungen eingesetzt wurde, vernommen.

In dem weißen Nissan, den der 48-Jährige in Polen angemietet hatte, fanden die Beamten eine Vielzahl von Medikamenten, unter anderem auch Psychopharmaka. Laut einem ersten Blutprobenergebnis stand der Mann nicht nennenswert unter Alkoholeinwirkung. Bezüglich der Auswertung anderer Substanzen, unter deren Einwirkung der Beschuldigte gestanden haben könnte, müssen die Untersuchungsergebnisse noch abgewartet werden.

Über die Person des 48-jährigen Algeriers war bisher in Erfahrung zu bringen, dass er sich seit dem 21. November 2020 aus noch unklarem Grund im Bereich von Karlsruhe aufhielt und wohl in Polen unternehmerisch im Bereich des Transport- und Logistikgewerbes tätig ist. Darüber hinaus unterhalte er in Teneriffa einen weiteren Wohnsitz. In Polen liegen bereits polizeiliche Erkenntnisse über ihn vor. Bislang schweigt der Beschuldigte gegenüber den Ermittlungsbehörden.

Weitere Informationen

Geschädigte und Zeugen sind aufgerufen, sich unter Telefon 0721 / 666-5555 beim Kriminaldauerdienst Karlsruhe zu melden.

Polizeirevier Karlsruhe-Durlach

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