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„Blick“ in die Zukunft des ÖPNV

In Zukunft könnten Fahrgäste über die Fenster der Stadtbahnen auf sie zugeschnittene Infos erhalten (Symbolbild). Foto: cg

In Zukunft könnten Fahrgäste über die Fenster der Stadtbahnen auf sie zugeschnittene Infos erhalten (Symbolbild). Foto: cg

Ein Blick auf das Bahnfenster – und schon ist der Fahrgast über das vorbeiziehende Museum und seinen Anschluss informiert.

Was noch etwas nach Science-Fiction klingt will ein Konsortium unter Leitung der Hochschule Karlsruhe Realität werden lassen – in einer Zweisystem-Bahn der Albtal Verkehrs Gesellschaft (AVG).

„Wir lassen in SmartMMI transparente Display- und innovative Mobiltechnologien für Fahrgäste des ÖPNV zur greifbaren Realität werden. Aktuelle und hochrelevante Informationen finden so direkt den Weg zum Nutzer – und machen den ÖPNV mit digitalen Technologien attraktiver“ sagt Professor Schlegel, der als Leiter des Instituts für Ubiquitäre Mobilitätssysteme der Hochschule Karlsruhe auch das Gesamtprojekt koordiniert.

Mit dem Initialtreffen am 15. und 16. November 2017 fiel der Startschuss für das Forschungsvorhaben Modell- und kontextbasierte Mobilitätsinformation auf Smart Public Displays und Mobilgeräten im öffentlichen Verkehr (SmartMMI). Als weitere Partner sind die ANNAX GmbH, die AVG mbh, die MENTZ GmbH und die USU AG mit an Bord. Die Verkehrsbetriebe Karlsruhe und der Karlsruher Verkehrsverbund unterstützen das Projekt ebenfalls.

Mit dem Ziel, den Öffentlichen Verkehr (ÖV) weiterzuentwickeln und dem Fahrgast eine Mobility Experience zu ermöglichen, stellt das Projekt SmartMMI die Verbesserung der Informationsversorgung von Fahrgästen entlang ihrer Mobilitätskette in den Vordergrund. Damit sollen Fahrgäste situationsgerecht informiert werden über Störungsfälle, Planungsänderungen, touristische Zielen oder zu den entlang der Strecke erhältlichen Services. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der Forschungsinitiative mFUND gefördert.

Im Rahmen des Projekts SmartMMI erarbeiten fünf Projektpartner aus Industrie und Forschung neue Technologien von der Datenerfassung und Datenintegration bis hin zur Visualisierung der Daten. Dabei setzt das Projekt auf die Erforschung und Erprobung der kontextsensitiven Datenbereitstellung von Mobilitätsdaten auf speziell entwickelten intelligenten transparenten Display-Scheiben, die in Fahrzeugen des Öffentlichen Verkehrs und an Haltestellen eingebaut werden können, in Verbindung mit mobilen Endgeräten der Fahrgäste.

Einsatz neuer Technologien

Die Projektpartner entwickeln hierfür neue Technologien für die Erfassung und Integration verschiedener Informationen aus unterschiedlichen Datenquellen. Dabei setzt das Konsortium auf den Einsatz von Big Data und Smart Data Technologien und die Integration von spezifischen ÖV-Daten auf Basis der neuesten, selbst mitentwickelten Standards mit Open Data und Daten von Drittanbietern. Die Daten werden semantisch aufgewertet, um eine intelligente Integration und vor allem Selektion der relevanten Daten zu ermöglichen – also ein „Verstehen“ auch durch Systeme. Hierzu dienen Kontextinformationen, die die aktuelle Situation der Fahrgäste beschreiben und dadurch das System befähigen, auf die Situation zugeschnittene Daten auszuwählen und diese nutzer- und situationsgerecht aufzubereiten. So werden zum Beispiel sensitive Daten in geeigneter Aufbereitung auf dem Smartphone des Nutzers angezeigt, während allgemeine, ergänzende Informationen auf dem transparenten Smart Window des Fahrzeugs dargestellt werden. Somit kann diese größere Fläche für mehr Details und die Realität überlagernde Hinweise eingesetzt werden. Visualisierungskonzepte können unter anderem dazu genutzt werden, für einen Fahrgast ergänzend zu seiner persönlichen Route weiter Informationen über die Strecke bereitzustellen, beispielsweise zum Wetter oder zu touristischen Attraktionen.

Im Projekt werden semantische Konnektoren entwickelt, die ÖV-Daten aufwerten und mit weiteren, entlang der Reisekette relevanten Daten optimal verknüpfen. Es werden Prototypen eines ambienten intelligenten Reiseinformationssystems erforscht und entwickelt, das Fahrgäste während ihrer Reise im ÖV in jeder Situation bestmöglich unterstützt. So steigert das Projekt die Attraktivität des ÖV als ökologische, zeitsparende und sinnvolle Alternative zum Automobilverkehr deutlich, verknüpft diesen aber auch mit dem Individualverkehr.

Weitere Informationen

Das Projekt SmartMMI wird bis zum Jahr 2020 mehrstufig Lösungen entwickeln und mit Nutzern testen, so dass Interessierte sich hierfür bereits beim Institut melden können (s. Links).

von pm veröffentlicht am 20.12.2017

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