Ausstellung „Gemälde von Hardy Schneider-Sato“ im Durlacher Rathaus eröffnet

Gruppenbild mit den Portraits von Gerda Schneider und Hardy Schneider-Sato in der Mitte.

Die Portraits von Gerda Schneider (gemalt von Hardy Schneider-Sato, 1952) und Hardy Schneider-Sato (gemalt von Oskar Hagemann) – zur linken Seite: Ferdinand Leikam, Leiter der Historischen Museen der Stadt Karlsruhe, Kulturbeiratsmitglied Hildegund Brandenburg (Mitte) und Ortsvorsteherin Alexandra Ries; zur rechten Seite: Kulturbeiratsmitglied Erika Rödiger-Diruf und Wegbegleiter Eckhart Pilick. Fotos: cg

Im Rahmen der Reihe „Kunst im Rathaus“ präsentiert das Stadtamt Durlach zu Ehren von Gerda Schneider und Hardy Schneider-Sato bis zum 30. Juni 2023 Kunstwerke im Rathaus Durlach.

Zusammen mit seiner Frau Gerda hat Hardy Schneider-Sato (1919–2002) in deren Elternhaus in der Zunftstraße 9 die erste Kunstgalerie Durlachs eröffnet. In der Galerie wurden neben Vertretern der klassischen Moderne wie beispielsweise Picasso, Kandinsky, Miró, Braque auch Werke zeitgenössischer Maler aus Osteuropa präsentiert.

Wegbegleiter, Freunde, Verwandte und Mitstreiter waren am Donnerstagabend im Bürgersaal des Durlacher Rathauses zusammengekommen, um gemeinsam mit Ortsvorsteherin Alexandra Ries die Kunstausstellung in den Räumen des Stadtamts zu eröffnen. Insgesamt 28 Werke von Hardy Schneider-Sato wurden aus einer Fülle an Kunst ausgewählt, darunter Malerei und Druckgrafik. „Dafür haben wir uns ein paar Tage dort eingenistet“, so das Durlacher Kulturbeiratsmitglied Erika Rödiger-Diruf, die bei der Vernissage in das Werk einführte. Die Auswahl sei nicht leicht gefallen, bis unters Dach sei das Haus des Ehepaars voll mit Kunst gewesen.

Kriegsgefangenschaft und Rückkehr

Die Ausstellung zeigt auch Bilder, die geprägt sind von der langjährigen Kriegsgefangenschaft des Künstlers in Russland. Dort wurde sein künstlerisches Talent durch russische Offiziere erkannt und gefördert. Portraits wie am Fließband musste er fortan produzieren – bis zu 20 Stück pro Nacht, berichtete sein Wegbegleiter und Freund Eckhart Pilick. Auch sein Beiname „Sato“ stammte aus dieser Zeit. In einem Lager in der Mandschurei lernte er den Zen-Meister Joshimo Sato kennen, der ihn als Schüler annahm und bei Schneider-Sato tiefen Eindruck hinterließ.

Nach seiner Rückkehr begann er – ermutigt auch durch Otto Dix, bei dem er vor den Kriegsjahren Zeichenunterricht hatte – sein Kunststudium an der Kunstakademie in Karlsruhe bei Hans Gaensslen und Wilhelm Schnarrenberger. Parallel dazu baute er eine Werbeagentur auf. Auch lernte Schneider-Sato in Karlsruhe seine spätere Frau Gerda kennen. Sie wurde zur Seele der 1970 in Durlach gegründeten Galerie. Das 300 Jahre alte Haus in der Altstadt entwickelte sich zu einem wahren Kulturzentrum.

Rettung der historischen Durlacher Altstadt

Das Ehepaar setzte sich zudem aktiv für die Rettung der historischen Gebäudesubstanz in der Altstadt ein, gründete dafür die Initiative „Durlacher Ring“. Dieser aus unabhängigen Experten bestehende Arbeitskreis erarbeitete Empfehlungen für den Erhalt und für die Belebung der Altstadt. Schneider-Satos Haus war dort das erste, das fachgerecht saniert wurde – und damit Anstoß für einen Wandel des Zeitgeistes in Durlach (siehe Artikel zum Thema). Auch nach dem Tod ihres Mannes, der bis zuletzt als freischaffender Künstler tätig war, engagierte sich Gerda Schneider fortwährend für das kulturelle Erbe in Durlach. Zum Beispiel initiierte sie das Projekt „Durlacher Amorette“, sammelte Geldspenden für das Lapidarium im Schlossgarten und veranstaltete immer wieder Konzerte, Lesungen und Vorträge – allerdings keine Ausstellungen mehr.

Als „fantastische, energiegeladene Frau“ beschrieb Ries bei der Vernissage Gerda Schneider, „kreativ, offen, auch streitsam“. Und eigentlich hatte sie auch noch so viel vor mit dem Haus, gestorben sei sie 2019 eher „aus Versehen“ fasste Pilick ihr stetes und leidenschaftliches Engagement zusammen.

Dass erst jetzt die Ausstellung zu Ehren von Gerda Schneider und Hardy Schneider-Sato zustande kam, war Corona geschuldet. Die Einladungen waren 2020 schon verschickt. Umso mehr freute es alle Anwesenden, dass es jetzt geklappt hat.

Vernissage

Tag des offenen Denkmals (2018)

Weitere Informationen

Galerie

04.05.2023 | Ausstellung „Gemälde von Hardy Schneider-Sato“ im Durlacher Rathaus

Öffnungszeiten

Die Ausstellung ist bis Freitag, 30. Juni 2023, werktags von 8 bis 16 Uhr, geöffnet.

Stadtamt Durlach

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