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Sanierung der Hubbrücke fast abgeschlossen

OB Dr. Frank Mentrup bekam von Staatssekretärin Katrin Schütz zwei Förderbescheide überreicht (Mitte). Fotos: cg

OB Dr. Frank Mentrup bekam von Staatssekretärin Katrin Schütz zwei Förderbescheide überreicht (Mitte). Fotos: cg

Die seit April andauernden Sanierungsarbeiten am Kulturdenkmal „Hubwegbrücke“ sind auf der Zielgeraden. Staatssekretärin Katrin Schütz machte sich im Rahmen ihrer mehrtägigen Denkmalreise am Donnerstag selbst ein Bild davon und hatte auch noch zwei Förderbescheide für die Stadt Karlsruhe im Gepäck.

Die 1907 errichtete Brücke steht heute unter Denkmalschutz und überführt die Hubstraße über die Bahnstrecke Karlsruhe-Mühlacker. Es handelt sich um eine genietete Stahlfachwerkkonstruktion, die Verkehrslasten bis maximal 16 Tonnen trägt. „Die Hubwegbrücke ist eine der letzten Brücken dieser Art in Baden-Württemberg“, hob Prof. Dr. Claus Wolf, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, die Bedeutung des technischen Denkmals hervor hervor. Sie gehört zu den Brückenanlagen, die Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden sind, als der Karlsruher Hauptbahnhof an seinen jetzigen Standort verlegt wurde. Aus dieser Zeit werde zukünftig wohl nur noch die Hubwegbrücke übrig bleiben, denn die alten Brücken könnten meist nicht mehr erhalten werden. Ein aktuelles Beispiel ist der Neubau der Wasserwerkbrücke (s. Artikel zum Thema).

„Nur für 90 Jahre berechnet“

Mehr Glück hatte man bei der Durlacher Hubbrücke. Zwar wurde im Rahmen der regelmäßigen Brückenkontrolle eine verstärkte Rostbildung an verschiedenen Bauteilen festgestellt, dennoch war sie noch in einem vergleichsweise guten Zustand. „Eigentlich wurde die sie für 90 Jahre berechnet, heute sind es schon 110 Jahre“, war auch Oberkonservator Dr. Martin Wenz vom Landesamt für Denkmalpflege in Karlsruhe positiv überrascht. Klar war aber auch: Das Bauwerk konnte nur erhalten werden, wenn es umfänglich instand gesetzt werden würde. Die Maßnahme umfasste die Erneuerung des Korrosionsschutzes für die gesamte Stahlkonstruktion. Die bestehende Betonfahrbahnplatte wurde dabei abgebrochen und nach Herstellung des Korrosionsschutzes im Fahrbahnbereich durch eine neue Stahlbetonplatte mit neuer Abdichtung ersetzt. Diese dient zusätzlich zur Lastverteilung, so dass örtlich durch Korrosion geschwächte Tragglieder entlastet werden. Eingriffe in die bestehende Konstruktion konnten damit vermieden werden. Die vorhandenen Widerlager wurden wieder verwendet und lediglich im Bereich der Auflagerbalken saniert. Zur Durchführung der Korrosionsschutzmaßnahmen war eine Einhausung der Brücke erforderlich, da für den alten Anstrich bleihaltige Farbe verwendet wurde. „Mennige“ galt früher als der beste Korrosionsschutz für Stahlkonstruktionen. Hierzu musste der Überbau angehoben und außerhalb des Gleisbereichs längsverschoben werden. Die Schleifarbeiten konnten dann mit Atemschutz durchgeführt werden. Auch waren dadurch die Lager gut zugänglich.

„Durlach hat nun sein blaues Wunder“

Durch die Zusammenarbeit mit dem Restaurierungslabor konnten exemplarisch grundlegende Informationen über das verwendete Material des frühen 20. Jahrhunderts gewonnen werden. „Das wird bei zukünftigen Projekten sehr hilfreich sein“, betonte Wolf. Allerdings waren sich die Denkmalexperten beim Farbton lange nicht sicher. Erst beherztes Kratzen am Bauwerk brachte Klarheit. „Durlach hat nun sein blaues Wunder“, so Wenz: „Die Originalfarbe ist ein Blaugrau“.

Förderbescheide für Durlacher Denkmal

Auch Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup zeigte sich von dem „blauen Wunder“ begeistert und lobte die „Gemeinschaftsaufgabe“. Insgesamt kostete die Sanierung knapp 900.000 Euro, die reinen Baukosten beliefen sich dabei auf rund 715.00 Euro. Ein solches Denkmal zu erhalten gelänge nur, wenn der Eigentümer mit dabei sei und sich das auch etwas kosten lässt, so Schütz. Um so mehr freute sich die Stadt Karlsruhe als Eigentümer der Hubwegbrücke über die zwei Förderbescheide. Zum einen kommen diese von der Denkmalstiftung des Landes (90.000 Euro) und zum anderen vom Denkmalförderprogramm Baden-Württemberg (45.000 Euro). Zusammen schaffe man es, so Schütz, „Technikgeschichte für weitere Generationen erlebbar zu machen“.

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Weitere Informationen

In Baden-Württemberg gibt es mehr als 90.000 Bau- und Kunstdenkmale und über 60.000 archäologische Denkmale. Im Rahmen des Denkmalförderprogramms werden vom Land Baden-Württemberg 220 Kulturdenkmale mit rund 11,5 Millionen Euro gefördert. Durch die Förderung können die Denkmale erhalten und saniert werden. Die Mittel der Denkmalstiftung Baden-Württemberg stammen auch aus den Erlösen der Lotterie „GlücksSpirale“.

von pia/cg veröffentlicht am 06.09.2018

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