. .
Sie sind hier:  Start  >  Neuigkeiten-Archiv  >  Artikel

Durlacher Branchenverzeichnis

500 Unternehmen aus allen Branchen
Firmenpartner mit eigener Seite
(Kontaktdaten, Öffnungszeiten, Links)

Durlacher Infomail abonnieren

Durlacher Infomail abonnieren

Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse ein:

Vom „Musenschnipsel“ zur eigenen Holzskulptur

Edgar Müller gibt Tipps zur Ausarbeitung der Form. Fotos: cg

Edgar Müller gibt Tipps zur Ausarbeitung der Form. Fotos: cg

Kreativität mit Holz: In seinem Workshop begleitet Edgar Müller die Teilnehmer bei der Anfertigung einer kleinen Skulptur. Dabei erfahren diese auch einiges zu den Techniken des Durlacher Bildhauers.

Birne ist sein Lieblingsbaum. Er wächst langsam, sein Holz weist dadurch kaum Risse auf, es ist sehr dicht sowie hart und damit ideal für die Bearbeitung. Außerdem besitzt es eine schöne helle bis rötlichbraune Farbe. – Wenn Edgar Müller über seine Holzskulpturen spricht, sprudelt nur so die Begeisterung für das Material aus ihm heraus.

Viele Durlacher kennen den Bildhauer und seine Werke von zahlreichen Ausstellungen oder von der Durlacher Fastnacht, wenn er mit „Narri-Narro“ auf geschnitzten Holzclogs und mit selbst entworfener Maske vor dem Gesicht einen Hauch alemannischer Fasnet in seine Wahlheimat trägt. Auch verrät sein Dialekt, dass er an der Grenze zur Schweiz in der Nähe von Waldshut aufgewachsen ist. „Oft erkennen mich die Leute außerhalb der Fastnacht erst wieder, wenn ich den Mund aufmache“, schmunzelt Müller. Der gelernte Zimmermann kam über seinen Zivildienst in Belfast (Irland) zu den Holzskulpturen. Die Mooreiche und die Eibe hatten ihn dort bei einem Workshop in ihren Bann gezogen. So sehr, dass er für die Rückreise nach Deutschland kurzerhand einen Holz-Transport organisieren musste. Es folgte ein Architekturstudium in Karlsruhe, doch die Skulpturen ließen ihn nicht mehr los.

Seit vielen Jahren arbeitet Müller nun als Bildhauer mit eigenem Atelier in Weingarten. Seine meist figürlich-abstrakten Skulpturen sprechen durch ihre großteils glatten Oberflächen und weichen Formen den Betrachter sinnlich an. Berühren der Werke ist ausdrücklich erwünscht. Um andere für das Naturmaterial ebenfalls zu begeistern, bietet er neben dem eigenen kreativen Schaffen auch eintägige Workshops an.

„Vormittags wird modelliert, nachmittags geglättet“, fasst Müller den Workshop-Ablauf zusammen. Doch zuallererst muss aus den „Musenschnipseln“, wie er liebevoll seine auf zwei Kisten verteilte Ansammlung von kleinen Holzstücken nennt, die Wahl getroffen werden. Sie sind die Grundlage, aus der die Skulptur entstehen soll. Länglich, flach, mit Rinde, stark gefurcht … mancher entscheidet sich schnell, hat konkret eine Idee, andere lassen sich mit der Bearbeitung treiben. Entwickeln die Skulptur aus dem Bauch heraus. Müller lässt dabei den Teilnehmern ihren kreativen Raum, begleitet sie beim Prozess. Er erklärt den Umgang mit verschiedenen Geräten. Es wird gefräst, umgespannt, wieder gefräst, gefeilt, bis man mit der Form zufrieden ist.

Schleifen, schleifen, schleifen

Danach geht’s ans Glätten. Und dass er da keine Kompromisse zulässt, wird spätestens am Nachmittag klar: 50, 80, 120 – mit diesen Körnungen wird geschliffen. Danach leicht wässern, damit die Fasern sich stellen. Die Zeit des Trocknens wird für die Bohrung des Ständers genutzt. Anschließend geht’s mit 240er- und zuletzt mit 320er-Körnung weiter. Zwischendrin erspäht das geübte Müllersche Auge immer wieder kleine Kerben, die rasch mit Bleistift markiert werden – und nochmals schleifen. „Beim Glätten bin ich genau, denn das macht den Charakter meiner Arbeiten aus. Diese Technik möchte ich an die Teilnehmer weitergeben“, begründet der Bildhauer seine Akribie. Hat man diese in seinem Workshop durchlebt, bekommt man noch mehr Respekt vor seinen Arbeiten – darin sind sich die Teilnehmer des Tages einig. Hat das Wässern zuvor schon den Farbton erahnen lassen, werden nun beim letzten Schritt, dem Ölen, Farbe und Maserung des Holzes erst richtig sichtbar. Nun zeigt sich, dass sich die Schleifarbeit gelohnt hat! Fertig montiert auf den Ständer, können sich die Workshop-Werke sehen lassen – alle drei übrigens aus Birnenholz.

Fotos

Weitere Informationen

Vom 3. bis 8. September 2018 bietet Edgar Müller weitere Workshop-Termine an. Diese finden jeweils von 9 bis 17 Uhr in seinem Atelier in Weingarten statt. Kosten: 120 Euro

Weitere Fotos des Workshops mit Edgar Müller | zur Galerie

von cg veröffentlicht am 07.08.2018

Aktuelle TOP-Themen auf Durlacher.de

Iris Mangold (zweite v.l.) und Ortsvorsteherin Alexandra Ries präsentierten die neue Abstellmöglichkeit für Fahrräder am Durlacher Bahnhof. Fotos: cg

Fahrrad sicher am Durlacher Bahnhof abstellen – ab sofort möglich

Der Bahnhof Durlach hat eine neue Fahrradabstellanlage bekommen. Die Radboxen erlauben das sichere...

Haflinger Tommy. Foto: RVD

Weihnachtsreiten beim Reiterverein Durlach

Shetlandponys, Haflinger, Steckenpferde und Großpferde: Sie sind mit ihren Reitern und Zügelführern...

Schola Heidelberg wird in der Durlacher Stadtkirche zu Gast sein. Foto: Thilo Ross

Weihnachtskonzert in der Reihe „Kunst der Chormusik“

Das Klangforum Heidelberg gastiert mit seinen beiden Klangkörpern Schola Heidelberg und ensemble...

Das Dach des Fachwerkhauses Kelterstraße 23 (rechts) muss saniert werden (aufgenommen September 2018). Foto: cg

OB Mentrup teilt KAL-Sorge um Erhalt unserer Kulturdenkmale

Die seit Jahren ausstehende Verabschiedung der Gestaltungssatzung für die Durlacher Altstadt...

Friedhofsamtsleiter Matthäus Vogel (r.) informierte im Bergwald mit Bürgermeister Klaus Stapf (l.) und Forstamtsleiter Bernd Struck. Mit vor Ort auch OV Alexandra Ries (Mitte) und Silvia Stehli, verantwortlich für das Durlacher Friedhofswesen. Fotos: cg

Letzte Ruhe: Bestattungswald auf Durlacher Gemarkung geplant

In den vergangenen 15 Jahre sind an über 200 Orten in Deutschland Bestattungswälder entstanden....

Symbolischer Anschluss: Die Markgrafenstadt mit der Raumfabrik ist nun Teil des Fernwärmenetzes (v. l.): Klaus Ochs, Alexandra Ries, Gabriele Luczak-Schwarz und Dr. Karl Roth. Foto: pm

Fernwärme für Durlach

Seit dieser Heizperiode können auch die Durlacher mit Fernwärme heizen. In den letzten beiden...

Straßenbahnhaltestelle „Auer Straße“. Foto: cg

Fahrplanwechsel am 9. Dezember – Anpassung Linien 1 und 2

Ab dem 9. Dezember 2018 gelten auf einigen Linien innerhalb des KVV-Gebiets und darüber hinaus auf...

Feuerwehr Karlsruhe (Symbolbild). Foto: cg

Kohlenmonoxid-Austritt in der Neuensteinstraße

Vermutlich aufgrund eines technischen Defektes, kam es am Samstagabend (1. Dezember 2018) zu einem...

Filmplakat: „Beruf, Job oder was? – Arbeit früher, heute und in Zukunft“. Grafik: pm

„Arbeit früher, heute und in Zukunft“ – Filmvorführung in der Karlsburg

Das Projekt „Zurück in die Arbeitswelten der Zukunft – Visionen der Arbeit von morgen im Gestern...

Uniformierte Kräfte der Polizei unterstützen die Schwerpunktkontrollen. Foto: VBK

Gemeinsame Schwerpunktkontrolle von VBK und Polizei in der Vorweihnachtszeit

Die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) und die Polizei Karlsruhe haben in der Nacht von Freitag auf...

Alle Neuigkeiten aus Durlach auf www.durlacher.de