Geschichte entdecken, Türme erklimmen, Geheimnisse lüften

Auch das mittlerweile vollständig sanierte Brunnenhaus (Schlossquelle) kann in Durlach am Tag des offenen Denkmals besichtigt werden. Übrigens auch ein Weinbrenner-Bau! Archivfoto: cg

Auch das mittlerweile vollständig sanierte Brunnenhaus (Schlossquelle) kann in Durlach am Tag des offenen Denkmals besichtigt werden. Übrigens auch ein Weinbrenner-Bau! Archivfoto: cg

Familienprogramm, Hoepfner Burg, Orgelspaziergänge und Weinbrenner-Führungen laden am 13. September 2026 in der KulturRegion Karlsruhe zum Entdecken ein.

Am Wochenende öffnen sich in der KulturRegion Karlsruhe wieder Türen zu historischen Orten, die sonst oft verschlossen bleiben. Am Sonntag, 13. September 2026, lädt der Tag des offenen Denkmals dazu ein, Geschichte nicht nur aus Büchern kennenzulernen, sondern sie vor Ort zu erleben. Rund 275 Programmpunkte an 122 Denkmalen bieten Führungen, Rundgänge, Konzerte, Besichtigungen und Mitmachangebote für unterschiedliche Interessen und Altersgruppen. Das diesjährige Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur – Historische Bauten, die uns bewegen und verbinden“ richtet den Blick auf Orte, die Menschen verbinden und das Leben früher wie heute prägen.

Geschichte ist für alle da – auch für die Jüngsten

Gerade für Kinder bietet der Tag des offenen Denkmals die Möglichkeit, Geschichte auf besondere Weise zu entdecken. Historische Orte lassen sich nicht nur anschauen: Man kann durch sie hindurchgehen, verborgene Räume entdecken, Fragen stellen und Geschichten direkt am Originalschauplatz erleben. So wird aus Geschichte ein eigenes Erlebnis.

In Karlsruhe gibt es dafür in diesem Jahr zahlreiche Angebote für Kinder. Ein besonderes Beispiel ist das Stadtarchiv Karlsruhe: Bei der interaktiven Kinderführung „Tiere im Archiv. Detektive im Papierdschungel“ geht es auf Spurensuche zwischen historischen Dokumenten. Ausgestattet mit Taschenlampen suchen die Kinder im dunklen Magazin nach einer verirrten Fledermaus und erfahren dabei spielerisch, welche Schätze in einem Archiv verborgen sind. Die Führung richtet sich an Kinder von sechs bis zehn Jahren und beginnt um 14 Uhr.

Auch das Historische Depot 1913 heißt junge Besucher ausdrücklich willkommen. Dort können historische Straßenbahnfahrzeuge besichtigt werden. In der Eremitage Waghäusel wartet eine digitale Schnitzeljagd auf Kinder und Jugendliche, während das Graf-Eberstein-Schloss Gochsheim mit einem offenen Atelier zum Schreiben und Zeichnen mit Tusche und Feder einlädt.

Die Hoepfner Burg öffnet ihre Tore

Ein besonders umfangreiches Programm erwartet die Besucherinnen und Besucher in der Hoepfner Burg, der Brauerei und auf dem Areal in der Karlsruher Oststadt. Bei drei Führungen um 14, 15 und 16 Uhr geht es um historische Räume und ihre heutige Nutzung.

Der Rundgang führt vom Sudhaus vorbei am ehemaligen Malzturm bis zum reBURGium. Dabei wird die Geschichte der Brauerei ebenso lebendig wie die Frage, wie historische Bausubstanz für neue Nutzungen erhalten und weiterentwickelt werden kann. Der ehemalige Malzturm war einst das Herzstück der Malzproduktion. Heute wird das historische Gebäude neu gedacht und genutzt.

Auch das reBURGium erzählt von Veränderung: Wo sich seit 1898 der repräsentative Zugang zur Brauerei und ein großer Biergarten befanden, ist im Zuge der Transformation des Areals ein neuer Freiraum mit Pavillon und Dachlounge entstanden. Die Führungen verbinden damit Industriegeschichte, Brautradition und aktuelle Stadtentwicklung.

Weinbrenner aus neuen Perspektiven

2026 steht in Karlsruhe außerdem ganz im Zeichen von Friedrich Weinbrenner. Zum 200. Todestag des bedeutenden Architekten widmen sich rund 17 Programmpunkte seinem Werk und seiner Wirkung auf die Stadt. Weinbrenner prägte Karlsruhe nicht nur mit einzelnen Bauwerken, sondern mit seiner Vorstellung einer klassizistischen, klar geordneten Stadt. Rathaus, Evangelische Stadtkirche und die Pyramide auf dem Marktplatz sind bis heute prägende Bestandteile des Stadtbildes.

Ein besonderer Zugang zum Weinbrenner-Jubiläum bietet sich am Tag des offenen Denkmals durch die Führungen von Vermögen und Bau Baden-Württemberg. In der Evangelischen Stadtkirche können Besucherinnen und Besucher bei Führungen um 12 und 13 Uhr die Unterkirche und die Krypta kennenlernen. Dort befindet sich die Grablege Weinbrenners – sein Sarkophag steht in einer Nische direkt unter dem Kircheneingang.

Auch der Rathausturm öffnet seine Türen. Die Führungen um 11 und 11.45 Uhr sind bereits ausgebucht, aber um 12.30 und 13.15 Uhr besteht noch die Möglichkeit zur freien Besichtigung des Turms, der ebenso wie das Rathaus nach Plänen Weinbrenners errichtet wurde. Bei einer weiteren Führung geht es um „Weinbrenners Marktplatz und was aus ihm wurde“ und damit um die Entstehung des Platzes und seinen Wandel bis in die Gegenwart.

Eine weitere seltene Gelegenheit bietet die Staatliche Münze Baden-Württemberg. Sie befindet sich in einem besonderen Weinbrenner-Gebäude und ist normalerweise nicht öffentlich zugänglich. Zum Tag des offenen Denkmals führt die Münzleitung persönlich um 11 und 13 Uhr durch die Räumlichkeiten.

Wer Weinbrenners Karlsruhe lieber im Gehen erkundet, kann sich außerdem der KarlsTour mit Besuch der Krypta oder der Fächertour anschließen. Eine eigene Weinbrenner-Route verbindet weitere Stationen und macht sichtbar, wie stark der Architekt das Stadtbild bis heute prägt.

Denkmale in weiteren Städten und Gemeinden entdecken

Auch außerhalb Karlsruhes gibt es am 13. September viel zu entdecken. In Ettlingen lässt sich Geschichte bei einem historischen Stadtrundgang unmittelbar im Stadtbild erleben. Der Rundgang führt zu wichtigen historischen Orten und macht deutlich, wie sich die Stadt über die Jahrhunderte entwickelt hat. Auch das Schloss Ettlingen öffnet seine Türen und bietet Einblicke in die Geschichte des bedeutenden Bauwerks.

In Walzbachtal-Wössingen steht mit der Weinbrennerkirche ein weiteres Bauwerk im Mittelpunkt, das an den diesjährigen Jubilar erinnert. Führungen geben Einblicke in die Geschichte der Kirche und ermöglichen besondere Blicke hinter die Kulissen.

Auch Rastatt bietet ungewöhnliche Einblicke: In der ehemaligen Rechenmaschinenfabrik Thales können die historischen Fabrikräume besichtigt werden. Das Unternehmen produzierte hier von 1914 bis 1965 mechanische Rechenmaschinen für den internationalen Vertrieb. Bei Führungen wird nicht nur die Geschichte des Unternehmens erläutert – Besucherinnen und Besucher können auch verschiedene historische Maschinen kennenlernen und ihre Funktionsweise bei praktischen Vorführungen erleben. Damit verbindet das Denkmal Industrie-, Technik- und Wirtschaftsgeschichte auf besondere Weise.

Mit der Historischen Bibliothek Rastatt öffnet außerdem ein bedeutendes barockes Kulturdenkmal seine Türen. Der historische Bibliothekssaal mit seinen originalen Bücherschränken aus dem 18. Jahrhundert bildet den Rahmen für eine Ausstellung historischer naturwissenschaftlicher Bücher.

Orgeln zum Klingen bringen

Auch musikalisch lässt sich der Denkmaltag erkunden: Bei den Orgelspaziergängen in Karlsruhe und Bruchsal öffnen mehrere Kirchen ihre Türen und geben Einblicke in die Geschichte und Besonderheiten ihrer Orgeln. Insgesamt stehen 16 Orgel(kurz)konzerte auf dem Programm. Zur vollen Stunde erklingen die Instrumente, anschließend können die Orgeln bei Führungen aus nächster Nähe entdeckt werden (siehe Artikel zum Thema).
 
Ob Bunker-Mahnmal, dunkles Archivmagazin, Schloss, Industriebau oder Weinbrenners klassizistische Stadtarchitektur: Der Tag des offenen Denkmals lädt dazu ein, Geschichte am Originalschauplatz zu erleben. Gerade die Mischung aus Führungen, Mitmachangeboten und besonderen Einblicken macht den Aktionstag zu einem Erlebnis für die ganze Familie.

Weitere Informationen

Das vollständige Programm für die gesamte KulturRegion Karlsruhe ist in der aktuellen Broschüre, die in öffentlichen Einrichtungen, Museen und touristischen Anlaufstellen der KulturRegion Karlsruhe ausliegt, sowie online (siehe Links) zu finden.

Die von der Karlsruhe Marketing und Event GmbH (KME) koordinierte Veranstaltung findet am Sonntag, 13. September, statt. Der Eintritt zu den Angeboten ist grundsätzlich frei; für einzelne Programmpunkte ist eine Anmeldung erforderlich.

Tag des offenen Denkmals in Durlach

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