Drei große Bereiche werde es geben; rund um den Entenfang, Reinhold-Frank-/Kriegsstraße und Durlach. Die städtischen Planer hätten sich jedoch bemüht, dass sich diese Bereiche zeitlich und räumlich nicht überlappen, so Jürgen Lohmeyer, Baustellenkoordinator beim Tiefbauamt, der in diesem Zusammenhang auf die zielgerichteten Umleitungen hinweist – aber auch an das Thema Verhaltensänderungen bei Verkehrsteilnehmern erinnert. Hinweistafeln würden schon im Vorfeld der Maßnahme auf das kommende Szenario hinweisen; da sollten sich Verkehrsteilnehmer schon erste Gedanken machen, wie sie im Fall der Sperrung bei Umleitungen und Staus ans Ziel kommen. „Welche Strecke kann ich wie nutzen, um die Sperrung zu umfahren“, so Lohmeyer: „Das heißt dann aber auch, dass man dann nicht in Sperrung fährt, um zu schauen, ob die Planer mit der Ankündigung der Sperrung auch wirklich recht haben.“ Mit anderen Worten: Da wird auch 2026 viel badische Gelassenheit nötig sein.
Seit Jahren viele Baustellen
Denn Karlsruhe bewegt sich seit Jahren auf einem hohen Level, doch die großen Projekte ließen sich gut steuern, weil sie in das städtische System eingebunden seien. Schwieriger werde es zum Beispiel beim Glasfaserausbau, so Lohmeyer, bei dem oftmals wenig Zeit zwischen Meldung und Umsetzung sei, „da müssen wir auf ungewollte Situationen reagieren“ – und bei privaten Maßnahmen, die oftmals auch keinen langen Vorlauf hätten.
Doch in Sachen Planung und Abstimmung gebe es eine Vielzahl von Faktoren zu berücksichtigen, allen voran, dass sich die Maßnahmen entweder gut ergänzen, bewusst zusammengeführt werden oder sich nicht zeitlich und räumlich überschneiden. Aber auch Auswirkungen auf das übergeordnete Straßennetz und die Erreichbarkeit, gerade bei größeren Veranstaltungen, gelte es zu beachten, damit die Verkehrsströme passen.
Instandhaltung und Ausbau wichtige Aufgabe trotz knapper Kassen
„Es stehen viele Aufgaben an, die Pflicht sind“, so Bürgermeister Daniel Fluhrer, „und diese Maßnahmen müssen koordiniert und verlässlich ablaufen, um es bewältigbar zu machen“. Das schließe auch die Budgets ein. Doch die Planung von Maßnahmen könnte durch die Finanzlage durchaus gestreckt werden, wenn sich die Stadt das alles nicht mehr leisten könne. „Das könnte dann durchaus dazu führen, dass zum Beispiel Straßen länger Schlaglöcher haben.“
Ob Neugestaltung Fußgängerzone, Sanierung Schlossplatztunnel oder Umbau Kriegsstraße: Die große Zahl an Baumaßnahmen wertet Heike Weißer, Leiterin des städtischen Tiefbauamts, als Indiz für den anhaltend hohen Unterhaltungsaufwand, als ein „eine Herausforderung, die wir im Blick haben“. Ob Straßen, Rad- und Fußwege, Bahnverbindungen oder Versorgungsnetze: „Gut funktionierende Infrastruktur ist das Rückgrat jeder Kommune.“ Um die dafür verfügbaren Mittel optimal einzusetzen und die Auswirkungen auf den Verkehr möglichst gering zu halten, sei Koordination ein entscheidender Faktor.
Auch Schienenverkehr ist von Maßnahmen betroffen
Ob Erneuerungsarbeiten in Wolfartsweier, am Entenfang, Austausch der Gleise und Ausbau von fünf Haltestellen in der Waldstadt, Erneuerung der Turmbergbahn oder Maßnahmen am Durlacher Ortseingang, in der Gymnasiumstraße (B3) und in der Pfinztalstraße: Auch die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) sind an vielen Stellen im Stadtgebiet tätig. „Die Arbeiten an zentralen Stellen unseres Streckennetzes sind wichtige Investitionen in Sicherheit und Zuverlässigkeit unseres ÖPNV-Angebots“, so Stefan Mayer, Leiter des Unternehmensbereichs Infrastruktur bei den VBK.
Strom, Wasser & Wärme sorgen für weitere Baustellen
Ob Wechsel von Niederspannungsfreileitungen auf leistungsfähige Erdkabel, straßenzugweise Verlegung von Leitungen oder abschnittsweiser Austausch: Für den Ausbau der Energieinfrastruktur sind die Stadtwerke Karlsruhe zuständig – gerade mit Blick auf Strom und Fernwärme. Ziel ist, die bestehende Infrastruktur bei den steigenden Anforderungen an das Stromnetz zu modernisieren und den Fernwärmeausbau voranzutreiben. Daneben werden aber auch Trinkwasser- und Gasleitungen – wo technisch notwendig – erneuert, um die Betriebssicherheit zu gewährleisten, informierte Stephan Bornhöft, Geschäftsführer der „Stadtwerke Karlsruhe Netzservice GmbH“.
Durlach 2026 besonders im Blick
Ob Gleiserneuerung in etlichen Straßen der Linien 1 und 2 (betroffen sind die jeweiligen Bereiche von August bis November) – mit einhergehenden Sperrungen und Umleitungen auch für den Individualverkehr. Dazu kommen die Belastungen durch die baulichen Maßnahmen im Tiefbaubereich: 2026 trifft es Durlach gleich an mehreren Stellen (siehe Grafik) mit etlichen Maßnahmen, in diesem Jahr „in einer unglaublichen Dichte“, so die Verantwortlichen, daher sei besonders in Durlach eine „Abstimmung sehr wichtig“! Immerhin haben rund 130 Maßnahmen in der Stadt größere Auswirkungen für das jeweilige Umfeld.
Die Prinzessenstraße ist noch bis Ende April gesperrt, in der Lederstraße geht’s an den Entwässerungskanal (Vollsperrung März bis Mai), in der Weiher- und Brunnenhausstraße geht’s um die Elektroversorgung (Engstellen März bis Mai), in der Grötzinger Straße geht’s in der Anliegerfahrbahn um die Gas-/Wasserversorgung (Vollsperrung März bis Ende Mai), in der Gymnasiumstraße geht’s um Straßenbeleuchtung und Verkehrstechnik (Behinderungen jeweils in eine Fahrtrichtung Juni/Juli), in der Badener Straße (beim Schlössleweg) ist die Elektroversorgung dran (Behinderungen Juni/Juli), in der Gymnasiumstraße geht’s neben der Gleisauswechslung um Gas-/Wasserversorgung und die Deckenerneuerung (Vollsperrung Mitte August bis Mitte September), in der Badener Straße und Pfinztalstraße geht’s neben der Gleisauswechslung auch um die Gas-/Wasserversorgung (Sperrung/ Vollsperrung von Mitte August bis Mitte November), in der Pfinztalstraße ist die Gleisauswechslung dran (Vollsperrung August/September), ebenso im Bereich Durlacher Allee/Pfinztal- und Ernst-Friedrich-Straße (Sperrung nach dem Verkaufsoffenen Sonntag und Baden-Marathon am 20. September – Ende November) wie auch bei der Anbindung der Turmbergbahn.
Zusammenarbeit sei wichtig
Wo immer es möglich sei, würden in Karlsruhe Tiefbauamt, Verkehrsbetriebe und Stadtwerke zusammenarbeiten. „Dadurch vermeiden wir, dass Bereiche innerhalb kurzer Zeit mehrfach aufgegraben werden“, erläutert Lohmeyer. Bei der aktuellen Haushaltslage der Stadt Karlsruhe spiele dabei auch der Faktor „Kosten“ eine Rolle. Die Maßnahmen in diesem Jahr seien schon im Haushalt eingeplant; deshalb sei davon auszugehen, dass diese dann auch durchgeführt würden. Eine bereits begonnene Maßnahme zu unterbrechen, würde mit Blick auf Verträge zu Mehrkosten führen, so Weißer, ganz abgesehen von Folgekosten. Alle Maßnahmen bedürften neue Denkansätze: Bei Straßenschäden würde zum Beispiel genauer hingeschaut, was Handlungsbedarf sei, wie saniert werde, „damit das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.“ Bei der geplanten Wartung des Kriegsstraßentunnel werde beispielsweise in diesem Jahr auch tagsüber gearbeitet, ohne Nachtzuschläge. Dazu gewinne gerade in Zeiten knapper Kassen die Akquise von Fördermitteln beim Bauen immer größere Bedeutung.
Glasfaserausbau ist ein eigenes Thema
Glasfaser ist ein anderes, ein schwieriges Thema bei der Buddelei in der Stadt: 5, 6 Anbieter sind aktuell mit eigenen Kolonnen in der Stadt unterwegs, „teilweise ein Durcheinander der verschiedenen Anbieter“, so Lohmeyer, denn jeder Anbieter dürfe sein eigenes Netz ausrollen: „Das führt leider teilweise dazu, dass wir Straßenzüge haben, die schon vier Aufgrabungen erleben.“ Das sei der Öffentlichkeit nicht erklärbar, doch das Telekommunikationsgesetz gebe diese Regelung vor.





















