Dies brachte die Regelkapazitäten des Rettungsdienstes im Laufe des gestrigen Samstags (27. Juni 2026) an ihre Belastungsgrenze. Über Stunden hinweg arbeiteten die Besatzungen der Rettungswagen, Notarzteinsatzfahrzeuge und Einsatzleitdienste ohne Pause alle Hilfeersuchen ab. Um hier für Entlastung zu sorgen und einem weiteren Anstieg der Notfalleinsätze begegnen zu können, stellten die Unteren Katastrophenschutzbehörden für den Stadt- und Landkreis Karlsruhe eine „Außergewöhnliche Einsatzlage“ auf Basis des Landeskatastrophenschutzgesetzes fest. Diese ermöglicht die Heranziehung der Kräfte des Katastrophenschutzes bei Großlagen.
Zur Unterstützung des Regelrettungsdienstes wurden durch die Karlsruher Hilfsorganisationen (Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter Unfallhilfe, Malteser Hilfsdienst und ProMedic) binnen kürzester Zeit weitere Einsatzmittel in Dienst gestellt. Die Fahrzeuge waren mit ehrenamtlichem sowie hauptamtlichen Personal der Hilfsorganisationen besetzt. So konnten alle Einsätze professionell abgearbeitet werden. Auch am heutigen Sonntag (28. Juni 2026) unterstützen diese Kräfte den Rettungsdienst erneut, um die weiter hohen Einsatzzahlen bewältigen zu können.
Feuerwehren im Einsatz
Auch die Feuerwehren im Stadt- und Landkreis Karlsruhe verzeichneten ein deutlich erhöhtes Einsatzaufkommen. Zu den besonderen Einsatzlagen gehörten drei Einsätze an privaten Flüssiggasbehältern im Landkreis. Durch die hohen Temperaturen dehnte sich das Flüssiggas aus, wodurch der Druck in den Behältern anstieg. Das entstehende Überdruckniveau wurde zunächst ordnungsgemäß über die Sicherheitsventile abgebaut. In einem Fall war jedoch eine kontrollierte Entlastung des Behälters mittels einer Notfackel durch die Feuerwehr erforderlich. Ein weiterer größerer Einsatz wurde durch die Meldung über vier vermisste Personen an einem Baggersee ausgelöst. Nach einer umfangreichen Suchaktion konnten alle Vermissten wohlbehalten aufgefunden werden. Zusätzlich beschäftigten die Feuerwehren zahlreiche First-Responder-Einsätze sowie Einsätze aufgrund ausgelöster Brandmeldeanlagen, die wegen der außergewöhnlich hohen Temperaturen vermehrt technische Fehlauslösungen aufwiesen. Bereits solche „regulären“ Feuerwehreinsätze bedeuteten für die Einsatzkräfte aufgrund der hohen Außentemperaturen und der persönlichen Schutzausrüstung eine außergewöhnliche körperliche Belastung.



















