Zwischen Spardruck und mehr Hochzeitsangeboten: Bürgerdienste Durlach ziehen Bilanz

Heiraten in Durlach: beliebt ist dabei die Karlsburg. Foto: cg

Heiraten in Durlach: beliebt ist dabei die Karlsburg. Foto: cg

Es sei ein „ereignisreiches Jahr“ gewesen, so das Resümee von Silvia Stehli und Dunja Hofheinz im Bericht der Abteilung Bürgerdienste im Durlacher Rathaus. Auf der vergangenen Sitzung des Ortschaftsrats gaben sie Infos und Zahlen zum Jahr 2025, betonten dabei aber auch die städtischen Einsparungen, auch im Kontext von Nach- und Neubesetzungen, die auch die Bürgerdienste in Durlach treffen würden.

Bürgerdienste

Auswirkungen würden Bürgerinnen und Bürger bemerken, denn die vorhandene Arbeit würde nun auf weniger Schultern verteilt, was mitunter auch zu längeren Wartezeiten führe. Dennoch: Ob Abholung von Ausweisdokumenten, Ausstellung von Melde- oder Lebensbescheinigungen, Beglaubigungen oder die Beantragung von Führungszeugnissen: „Obwohl unsere personelle Situation wieder angespannt ist, wollen wir diese Dienstleistungen mit geringem zeitlichem Aufwand weiterhin ohne Terminvereinbarung anbieten.“

An eine Trauung 2026 gedacht?

Das Standesamt, Durlach sehe sich hier als „Eheschließungsamt“, biete viele „schöne Trauorten in Durlach“, durch weitere neu bestellte Eheschließungsstandesbeamte können in Durlach in diesem Jahr mehr Trauungen auch parallel angeboten werden, auch an den Wochenenden. Am 6.6.26 und 20.06.2026 bietet das Amt „wegen des attraktiven Datums“ jeweils am Vor- und Nachmittag Eheschließungen an drei Trauorten an. Am 20.06.2026 übrigens kann in der evangelischen Stadtkirche zeitgleich auch spontan kirchlich die Ehe geschlossen werden, informierten Stehli und Hofheinz. Ein Blick auf die Zahlen: 405 Trauungen gab es an zwölf Trauorten im vergangenen Jahr; das waren jedoch 10 Prozent weniger als im Vorjahr. Spitzenreiter war (und bleibt) der Trausaal Karlsburg mit rund 50 Prozent der Trauungen, jedoch rückte der Turmberg im Ranking auf Platz 2 (mit 65 Trauungen) vor. 

Weitere Statistik

Sterbefälle gab es im vergangenen Jahr 262 (Vorjahr: 202), in Durlach wurden auf den beiden Friedhöfen 175 Bestattungen vorgenommen. Zudem erfolgte im Oktober 2025 der Spatenstich auf dem Friedhof in Aue; im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme wird dort die Erweiterungsfläche des Friedhofs durch das Gartenbauamt landschaftsbaulich umgestaltet.

Die Zahl der Kirchenaustritte ist mit 346 weiter rückläufig. Doch nehme das, wegen des gesetzlichen Erfordernisses, einen Kirchenaustritt persönlich vor Standesbeamten zu erklären, noch immer viel Zeit in Anspruch. In Sachen „Selbstbestimmungsgesetz“ (seit 11/2024) wurden im vergangenen Jahr elf Erklärungen registriert – das seit 05/2025 geltende neue deutsche Namensrecht sorgte im vergangenen Jahr für 105 Beurkundungen.

Um sicherzustellen, dass Personenstandsdaten bundesweit digital abgerufen werden können, müssen alle Standesämter ihre in Buchform geführten Altregister nacherfassen: Bei der anlassbezogenen Nacherfassung der Durlacher Geburtenregister „fehlen noch rund sechs Jahrgänge. Doch die Nacherfassung der Familien- und Eheregister werde noch Jahre in Anspruch nehmen, da diese Arbeiten zusätzlich und neben den aktuellen Aufgaben zu erledigen seien. 

Dazu kommen die Aufgaben des „Gemeindlichen Vollzugsdienstes“ (siehe Artikel zum Thema).

Nachfragen gab es in Sachen Trauorte (Noé, FDP) mit Blick auf den geplanten Wegfall des Hauses Solms und explizit in Sachen Geburten in Durlach (Gaebel, FDP): 2025 gab es nur 5 gebürtige Durlacherinnen und Durlacher – durch Hausgeburten. Fraktionsübergreifend war der Dank der Ortschaftsräte an das Amt für die Umsetzung der vielen Aufgaben – gerade in Zeichen leerer Kassen.

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