Solarpark bei Hohenwettersbach geplant

Auf dieser Fläche könnte eine der größten Freiflächen-Photovoltaikanlagen (FFPV-Anlage) in der Region entstehen. Foto: cg

Auf dieser Fläche könnte eine der größten Freiflächen-Photovoltaikanlagen (FFPV-Anlage) in der Region entstehen. Foto: cg

Im Karlsruher Höhenstadtteil Hohenwettersbach könnte eine der größten Freiflächen-Photovoltaikanlagen der Region entstehen.

Das Nürnberger Unternehmen „Greenovative“ plant auf rund 23 Hektar (etwa 30 Fußballfelder) im Gewann Rippertfeld einen Solarpark mit Batteriespeicher. Der Standort befindet sich im Südosten von Hohenwettersbach an der Grenze zu Stupferich beim Golfclub Batzenhof, südlich der bekannten Pappelallee am Thomashof, wo Durlach beginnt.  Bevor das Projekt umgesetzt werden kann, werden die Ortschaftsräte in Hohenwettersbach und Stupferich angehört, dazu das Thema im Planungsausschuss vorberaten. Final entscheidet dann der Karlsruher Gemeinderat am 23. Juni 2026.

Strom für über 10.000 Haushalte

Die geplante Anlage soll jährlich rund 37.400 Megawattstunden Strom erzeugen, genug für über 10.000 Drei-Personen-Haushalte. Ergänzt wird sie durch acht Speichercontainer mit einer Gesamtkapazität von 36 Megawattstunden. Nach Angaben des Projektträgers könnten dadurch jedes Jahr rund 25.000 Tonnen CO₂ eingespart werden.

Die geplante Fläche wird bislang landwirtschaftlich genutzt (siehe Foto). Für die Umsetzung des Projekts sind ein vorhabenbezogener Bebauungsplan sowie eine Änderung des Flächennutzungsplans erforderlich, was die Stadt Karlsruhe in den Gemeinderat bringt, um einen Durchführungsvertrag abschließen zu können. Ein Teil des Grundstücks soll für 30 Jahre verpachtet werden, anschließend sei ein vollständiger Rückbau vorgesehen.

Stadt könnte von zusätzlichen Einnahmen profitieren

Aus Sicht des Investors bringe das Projekt mehrere Vorteile: Die Module würden ohne Betonfundamente aufgeständert, eine dauerhafte Begrünung solle die Fläche ökologisch aufwerten. Der bislang dort tätige Landwirt sehe nach eigenen Angaben, so die Beschlussvorlage aus dem Stadtplanungsamt, den Fortbestand seines Betriebs nicht gefährdet. Zudem könnte die Stadt Karlsruhe von zusätzlichen Einnahmen profitieren: Neben einer geschätzten Gewerbesteuer von rund 32.000 Euro jährlich stellt „Greenovative“ eine freiwillige Beteiligung von bis zu 75.000 Euro pro Jahr in Aussicht. Auch eine finanzielle Beteiligung für Bürgerinnen und Bürger mit einer Rendite von 4,25 Prozent sei geplant.

Kritik am Eingriff in das Landschaftsbild

Aufgrund der Hanglage wäre die Anlage insbesondere von Stupferich aus deutlich sichtbar. Zwar seien umfangreiche Begrünungsmaßnahmen vorgesehen, jedoch sei eine vollständige Abschirmung nicht möglich. Kein Wunder wurde bei einem gemeinsamen Vor-Ort-Termin im Oktober 2025 das Projekt von den Ortschaftsräten von Hohenwettersbach und Stupferich mehrheitlich abgelehnt; aufgrund des Eingriffs in das Landschaftsbild! Nach den beiden Anhörungen und der Vorberatung liegt nun final der Ball beim Gemeinderat.

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