Beispielsweise wurde es schon vor zehn Jahren diskutiert, unterfüttert mit Ergebnissen einer Verkehrszählung: An einem beispielhaften Tag im Juli 2016 fuhren von 6 bis 21 Uhr insgesamt 186 Fahrzeuge in diesen Bereich; allerdings verfügten nur 86 Fahrzeuge davon über eine Einfahrtsberechtigung.
Ob aus Versehen oder mit Vorsatz …
Mit anderen Worten: Jeder zweite Kontrollierte hielt sich nicht an das Verbot. Sicherlich werden, das zeigen Studien und Erfahrungen aus der Verkehrspsychologie, die blauen Schilder „Fußgängerzone“ oftmals im Schilderwald nicht richtig erfasst. Dazu orientieren sich Verkehrsteilnehmende am Straßenverlauf, was an dieser Stelle auch auffällt. Ob „Schild übersehen“ oder „bewusste Missachtung“: Das Ordnungsamt sah jedoch vor zehn Jahren keine Notwendigkeit, „Hindernisse“ zum Schutz der Fußgänger einzubauen. Ob Schranke, Poller, Bodenmarkierung oder bauliche Trennung: Verkehrsbetriebe und Tiefbauamt lehnten aus baulichen und betrieblichen Gründen ab, auch müssten Rettungskräfte eine ungehinderte Zufahrt im Bedarfsfall haben.
Nur punktuelle Kontrollen
Zwei Jahre später war das Thema – wenig überraschend – wieder auf der Tagesordnung, denn die Situation hatte sich nicht verbessert: Im März 2018 hieß es, dass es „leider Alltag in Durlach“ sei, dass zig Pkw und Lkw täglich auf der Pfinztalstraße unterwegs seien, obwohl die Durchfahrt verboten sei. Dadurch komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen, wurde übrigens von allen Fraktionen moniert. In diesem Kontext wurde auch kritisiert, dass die Verwaltung offensichtlich das Missachten des Verbots toleriere, denn punktuelle Kontrollen der Durchfahrenden wären nicht ausreichend. Es müsste eine aktive und dauerhafte Verkehrsberuhigung geben – und es gebe auch andere Maßnahmen als den Einbau von Pollern; zum Beispiel sichtbare Markierungen.
Immer wieder Poller als „Idee“…
Ende 2019 wurde informiert, dass ein Einbau von festen Pollern im Gleisbereich der Pfinztalstraße nicht möglich sei. Man prüfe den Einsatz eines intelligenten Systems, warte jedoch auf die Ergebnisse des Pilotprojektes im Passagenhof, was zu Anfang aber – wie im Zirkel – nicht rund lief.
2023 kam das Thema wieder auf; diesmal im Kontext des anstehenden neuen Verkehrskonzepts für die Durlacher Altstadt. Mit der Umsetzung könne man dieses Thema dann auch angehen, doch auch im Sommer 2026 gibt es keine spürbare „Beruhigung“, wenngleich in all den Jahren durchaus auch andere Optionen als Poller auf die Tagesordnung kamen, zum Beispiel sichtbare Markierungen an den Zugangsbereichen zur Fußgängerzone in der Pfinztalstraße.
Plötzlich war eine Markierung da
Doch diese Woche tat sich etwas im Bereich Pfinztal-/Amthaus-/Zunftstraße: Ein weißer Strich tauchte auf, eine gut wahrnehmbare Abgrenzung zur Fußgängerzone. Sichtbare Fahrbahnmarkierungen wirken, so Erfahrungen der Unfallforschung, im Kopf der Verkehrsteilnehmenden als Art „Sichtbarriere“ mit psychologischer Wirkung. Gerade in Bereichen, wenn eine normale Straße nahtlos in eine Fußgängerzone übergehe. Da könne ein Strich, eine Begrenzungslinie als visuelles Signal hilfreich sein, das „Hineinrollen“ von Fahrzeugen zu unterbinden.
Wer den Strich angebracht hat, war nicht zu erfahren. Das lässt vermuten, dass es sich dabei nicht um eine „verkehrsrechtliche Anordnung“ der lokalen Straßenverkehrsbehörde handelt. Sicherlich ist ein einfacher offiziell angebrachter Strich der wohl günstigste erste Schritt für mehr Sicherheit in der Fußgängerzone, doch laut Unfallforschung biete eine Kombination mit Belagswechsel und einem deutlichen „Toreffekt“ den höchsten Schutz vor „versehentlichem Einfahren“ – auch ohne Poller.















