Prävention Aktuell: 4. Seniorenaktionswoche zum Thema „Straftaten an der Haustür“

Straftaten an der Haustür. Symbolfoto: om

Straftaten an der Haustür. Symbolfoto: om

Im Rahmen der Aktionswoche „Bekämpfung und Verhinderung von Straftaten zum Nachteil älterer Menschen“ informiert die Polizei Karlsruhe zum Thema „Betrug und Diebstahl an der Haustür“.

 

Kriminelle verfolgen an der Haustür meist ein Ziel: Sie wollen in die Wohnung ihrer Opfer gelangen, um dort Bargeld, Schmuck und andere Wertsachen zu stehlen. Besonders Seniorinnen und Senioren stehen im Fokus der Täter, da sie tagsüber häufiger erreichbar sind. Die Folgen wiegen meist schwer, da die Straftat den privaten Rückzugsort verletzt. Wie bei betrügerischen Telefonanrufen nutzen die Täter gezielt die Sorge, Hilfsbereitschaft oder Unsicherheit ihrer Opfer aus. Dabei agieren sie oft mit beachtlichem schauspielerischem Geschick und nutzen vielfältige Maschen.

Gängige Methoden im Überblick

Falsche Amtspersonen

Betrüger geben sich als Polizisten, Behördenvertreter oder Mitarbeiter von Versorgungsunternehmen aus. Mit gefälschten Dienstausweisen täuschen sie eine offizielle Funktion vor, um Einlass zu erhalten.

Vortäuschen einer Notlage

Kriminelle bitten um ein Glas Wasser, einen Stift oder die Nutzung der Toilette. Teilweise geben sie sich auch als Paketbote oder Handwerker aus und weisen auf einen angeblichen Wasserrohrbruch im Haus hin, der schnellstmöglich behoben werden muss. Wird die Tür geöffnet und danach nicht vollständig geschlossen, kann eine zweite Person unbemerkt die Wohnung betreten und die Räume nach Wertsachen durchsuchen.

Haustürgeschäfte

Hier treten Täter als Firmenmitarbeiter auf und drängen zum Abschluss von Zeitungsabonnements, Energie- oder Telefonverträgen. Sie versprechen Gewinne oder geben vor, für soziale Projekte zu arbeiten. Auch spontane Handwerkerleistungen wie Dach- oder Pflasterarbeiten werden angeboten, die später gar nicht oder nur minderwertig ausgeführt werden.

Präventionstipps der Polizei

Türspion und Sperrbügel nutzen

Schauen Sie sich Besucher vor dem Öffnen der Tür durch den Türspion oder das Fenster genau an. Öffnen Sie die Tür nur bei vorgelegtem Sperrriegel oder sprechen Sie durch die geschlossene Tür.

Keine Fremden einlassen

Sie sind nicht verpflichtet, unangemeldete Personen hereinzulassen. Ziehen Sie im Zweifel Nachbarn hinzu oder vereinbaren Sie einen späteren Termin.

Ausweise sorgfältig prüfen

Verlangen Sie von Amtspersonen oder Handwerkern immer den Dienst- oder Firmenausweis. Rufen Sie bei geringsten Zweifeln die entsprechende Behörde oder Stelle an. Suchen Sie die Telefonnummer selbst heraus und lassen Sie den Besucher währenddessen vor der verschlossenen Tür warten.

Nur bestellte Handwerker empfangen

Gewähren Sie nur Personen Einlass, die Sie selbst beauftragt haben oder die von der Hausverwaltung angekündigt wurden. Mut zur Deutlichkeit: Wehren Sie sich energisch gegen zudringliche Besucher, sprechen Sie diese laut an oder rufen Sie laut um Hilfe.

Nachbarschaftshilfe

Vereinbaren Sie mit Ihren Nachbarn, sich bei unbekannten Besuchern gegenseitig zu unterstützen.

Besonderheiten bei Haustürgeschäften

Kein Zutritt für Unbekannte

Lassen Sie Vertreter nur herein, wenn Sie sich absolut sicher über deren Seriosität sind (zum Beispiel durch Gewerbeschein oder Empfehlung).

Keine Unterschrift unter Zeitdruck

Tätigen Sie keine Spontankäufe. Lassen Sie sich nicht drängen und prüfen Sie das Angebot in aller Ruhe. Unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht vollständig verstanden haben. Ziehen Sie gegebenenfalls Nachbarn oder Bekannte als Zeugen dazu.

Keine Barzahlung oder Vorkasse

Leisten Sie niemals Barzahlungen an der Haustür und zahlen Sie nicht im Voraus. Gesetzlich sind Sofortzahlungen über 50 Euro bei Haustürgeschäften verboten.

Vertragsdaten prüfen

Achten Sie auf das korrekte Datum und verlangen Sie eine lesbare Kopie des Vertrages mit Namen und Anschrift des Vertragspartners. Dies ist für Ihr 14-tägiges Widerrufsrecht entscheidend.

In allen Fällen gilt

Bei einem schlechten Bauchgefühl oder aufdringlichem Verhalten sollten Betroffene die Tür sofort schließen und die Polizei unter der Notrufnummer 110 verständigen.

Angehörige und das soziale Umfeld können einen entscheidenden Beitrag zum Schutz älterer Menschen leisten. Die Polizei rät, die Kriminalitätsphänomene am Telefon, an der Haustür und unterwegs regelmäßig in der Familie, im Freundeskreis und in der Nachbarschaft zu thematisieren. Ein offener Austausch schafft Sicherheit und bereitet auf den Ernstfall vor.

Weitere Informationen

Umfangreiche Präventionstipps zu Betrugsstraftaten an der Haustür finden Sie auf dem Internetauftritt der Polizeilichen Kriminalprävention (siehe Links).

Polizeirevier Karlsruhe-Durlach

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