Historischer Spaziergang begeistert Teilnehmende in der Untermühlsiedlung

Historischer Spaziergang begeistert Teilnehmende in der Untermühlsiedlung. Foto: pm

Historischer Spaziergang begeistert Teilnehmende in der Untermühlsiedlung. Foto: pm

Am Samstag (25. April 2026) wurde die Untermühlsiedlung zur Bühne lebendiger Geschichte: Bei einem geführten Rundgang nahm Brunhilde Horn zahlreiche aktuelle und ehemalige Bewohnerinnen und Bewohner mit auf eine eindrucksvolle Reise in die Vergangenheit ihres Viertels.

Zeitreise mit persönlichen Erinnerungen

Ausgestattet mit historischen Fotografien zeigte Horn anschaulich, wie sich das Gebiet im Laufe der Jahrzehnte verändert hat. Dabei sorgten ihre Erläuterungen immer wieder für Überraschung: Wo heute Wohnhäuser stehen, erstreckte sich einst die Kräuterwiese von Dr. Willmar Schwabe. An anderer Stelle erinnerte sie an die abgebrannte Schleifmühle mit angeschlossener Schweinezucht von Ernst Wagner.

Mit vielen kleinen Anekdoten ließ Horn das frühere Alltagsleben wieder aufleben. Sie berichtete von bekannten Persönlichkeiten der Siedlung, wie „Sofie mit der Säge“, und von Orten wie dem einstigen Kolonialwarenladen, in dem es alles gab – und wo man auch anschreiben lassen konnte. Kindheitserinnerungen an das Milchholen oder die beliebten roten und braunen Osterhasen wurden bei vielen Teilnehmenden wieder wach.

Kritische Töne zur aktuellen Entwicklung

Neben den historischen Einblicken sprach Horn auch aktuelle Probleme im Viertel an. Besonders kritisch bewertete sie die Situation auf dem ehemaligen Sportgelände des FC Germania: Die Zufahrt zu den dort entstandenen Wohnhäusern der Volkswohnung werde durch eine Sackgasse erschwert, was insbesondere im Hinblick auf Rettungswege problematisch sei. Auch der sichtbare Verfall einiger Gebäude sei seit Jahren ein ungelöstes Thema.

Fachkundige Einblicke in Baugeschichte

Mit großem Fachwissen erläuterte Horn zudem architektonische Besonderheiten der Siedlung, etwa die Bauweise der französischen Dachstühle. Auch die Geschichte der ehemaligen Lumpensortieranstalt Nachmann fand ihren Platz in der Führung. Am Beispiel der restaurierten Unteren Mühle wurde deutlich, wie historische Bausubstanz erfolgreich in modernen Wohnraum integriert werden kann.

Große Resonanz auf Stadtteilführung

Die Veranstaltung, organisiert vom Historischer Verein Durlach in Kooperation mit der Bürgergemeinschaft Untermühl- und Dornwaldsiedlung, stieß auf großes Interesse. Rund 50 Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, ihren Stadtteil aus einer neuen Perspektive kennenzulernen und gemeinsam in dessen Geschichte einzutauchen. Der Spaziergang wurde von allen Beteiligten als rundum gelungenes Erlebnis gewürdigt – ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie lebendig lokale Geschichte vermittelt werden kann.

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