Durlach liegt auf dem 49. Breitengrad und das ist ab sofort mitten im Stadtbild sichtbar. Auf dem Saumarkt hat das Gartenbauamt eine Linie in das bestehende Pflaster integriert. Sie folgt exakt dem Verlauf des 49. nördlichen Breitengrades und macht somit einen geografisch besonderen Punkt erlebbar – mitten im Herzen der Durlacher Altstadt.
Besonderer Hingucker ist ein neu gestalteter Gullydeckel, der die Linie genau kreuzt. Veredelt wurde dieser mit einer bronzenen Bodentafel, die von Attila Muranyi gefertigt wurde. Entworfen wurde sie vom Stadtamt selbst.
Die runde Tafel zeigt das bekannte Durlacher Engele, darunter prangt das badische Wappen. Eingefasst wird das Motiv von der Aufschrift „Markgrafenstadt Durlach“, unten liest man „49. Breitengrad – Bessel-Ellipsoid“ – ein Hinweis auf das Referenzmodell.
Friedrich Wilhelm Bessel hat es 1841 aus den Daten großräumiger Vermessungen in Europa, Russland, Indien und Peru abgeleitet. Das Deutsche Hauptdreiecksnetz (DHDN), das lange als Grundlage für amtliche Vermessungen in Deutschland diente, basiert auf dem älteren Bessel-Ellipsoid. GPS hingegen nutzt das moderne World Geodetic System 1984 (WGS84) mit einem eigenen Ellipsoid. Beide Modelle unterscheiden sich in Form, Größe und räumlicher Ausrichtung – was in Durlach zu Abweichungen führt (siehe Karte). Der 49. Breitengrad markiert übrigens auch die Grenze zwischen den USA und Kanada, die von den Großen Seen bis zum Pazifik verläuft.
Die Idee, den 49. Breitengrad im Stadtbild zu markieren, geht auf einen Antrag der SPD im Ortschaftsrat aus dem Jahr 2011 zurück (siehe „Artikel zum Thema“). Damals wurde angeregt, eine dauerhafte Darstellung der geografischen Linie durch Durlach zu schaffen, um sie für Bürger und Besucher gleichermaßen erfahrbar zu machen. Nun wurde das Projekt in ersten Teilen realisiert.
Ein weiterer Hinweis auf den Breitengrad am Hengstplatz, also die Markierung der WGS84-Linie, steht noch aus. Auch hier soll auf die geografische Besonderheit zukünftig hingewiesen werden.






















