Etwa alle zwei Jahre wird eine Zustandserfassung der Straßen gemacht; dabei gehen sechs bis acht Personen die jeweiligen Abschnitte ab, verteilen dabei ganz klassisch Noten, die sich in fünf Klassen einteilen lassen; „1, guter Zustand, ohne Mängel“, „2, Normalzustand, gebrauchsfähig“, „3, Erhaltungsmaßnahmen erforderlich“, „4, Erhaltungsmaßnahmen dringend erforderlich“ und „5, Erhaltungsmaßnahmen unmittelbar erforderlich“. Besonders im Blick habe das Amt die Straßen der Kategorie „3“, die an sich noch etwa zehn Jahre halten dürften, dann aber eine Deckensanierung fällig sei, bei der oftmals auch eine Deckenabfräsung erfolge. Mit einer neuen Decke wäre die Straße dann wieder bereit für die nächsten „zehn bis 20 Jahre“.
Doch oftmals reiche in der Vorstufe eine „Dünnschichtsanierung“, bei der (in der kostengünstigeren Variante) Bitumen und Split aufgebracht werden, nicht aus: Dann müsse die Straßendecke runtergefräst werden (was rund 15 Mal teurer pro Quadratmeter sei), zudem bei älteren Straßen oftmals nicht mehr machbar sei. Dazu kämen dann auch immer die Abstimmungen in Sachen Kanäle und Leitungen unter anderem mit den Stadtwerken, Ordnungsamt und Stadtplanungsamt.
Bei Kategorie „5“ bestehe „dringender Handlungsbedarf“
Die Straßen der Kategorie „4“ würden viele Aufbrüche zeigen, wären oft geflickt, uneben und hätten Risse, die Wasser eindringen lässt. Kategorie „5“ sei oft geflickt, habe Risse, sei uneben – und es bestehe „dringender Handlungsbedarf“. Diese Straßen wolle das Amt zeitnah sanieren – unter Berücksichtigung von Prioritäten und vorhandenen Mittel. Es sei eine objektive Betrachtung der Straßen, unter Berücksichtigung des Stadtbilds, doch habe das Amt „einige Schwerpunkte, meist altersabhängig“. Die Entwicklung in Durlach sei gegen den städtischen Trend, da helfe auch, dass in Aue einige Straßen komplett saniert wurden, „das hilft auch auf längere Sicht“.
Eine „übliche“ Lebensdauer einer Straße liege bei rund 60 bis 80 Jahren, „je nach Bauweise und Belastung plus minus“. Deshalb würden in den kommenden Jahren etliche Straßen kommen, da gebe es genug zu tun, um diese dann wieder auf den aktuellen Stand zu bringen: „Etliche Investitionen kommen da auf uns zu“, so der Tenor der beiden Vertreter vom Tiefbauamt.
Sanierungspläne für 2026 und 2027
Doch der Straßenzustand in Durlach habe sich gegenüber 2019 leicht verbessert, dazu haben sich die dringend erforderlichen Erhaltungsmaßnahmen leicht reduziert. Dafür wurden in den vergangenen beiden Jahren unter anderem Maßnahmen in der Westmark-, Berg-, Ostmark-, Memeler, Badener, Hildebrand- und Johann-Strauß-Straße abgeschlossen. Für 2026 und 2027 stünden nun unter anderem die Killisfeldstraße (Deckenerneuerung zwischen Lissen- und Raiherwiesenstraße), Gymnasiumstraße (Deckenerneuerung, zusammen mit den Verkehrsbetrieben Karlsruhe), der Bankenplatz an der Westmarkstraße, in der Ottostraße die Haupt-Radroute für den Radverkehr und die Radverbindung Rußweg.
Nachfragen von den Räten kamen einige: Wie die Projekte bei der aktuellen Haushaltslage umsetzbar seien (Müller, CDU). Die Frage der Priorisierung und Beteiligung des Rats bei der Planung (Dr. Rausch, SPD). Der Zustand des Pflasters im Altstadtring, zu oft geflickt, mittlerweile öfter nur geteert, doch die Flecken würden immer größer (Pötzsche, Grüne).
Testfläche für Altstadtring
„Ein umfangreiches Thema“, so die Vertreter des Amtes, die erläuterten, dass ab November mit einem anderen Pflaster an einer Testfläche mit Granitpflaster experimentiert werde – im Bereich Spital/Jägerstraße. Das „Flicken“ des aktuellen Pflasters mit Unterbau mache einen Großteil der bisherigen Probleme aus, dies sei aufwändig und kostenintensiv. Ortsvorsteherin Ries gab zu bedenken, dass die geplante Testfläche an einer Stelle sei, die bei einer künftigen Reduzierung von Verkehr und Nutzung nicht aussagekräftig sei! Schließlich werde an der genannten Stelle – Bienleinstorstraße bis zur Ausfahrt aus dem Ring weniger Verkehr sein. Gerade in einem denkmalgeschützten Bereich müsse das Tiefbauamt andere Lösungen als Teerflecken als Ersatz haben, denn auch die Eigentümer der Häuser müssten sich ja an die Vorgaben halten. „Der Asphalt ist nur als Provisorium anerkannt, doch die Fläche vergrößert sich!“
Mehrfach wurde von einzelnen Räten nach konkreten Sanierungsmaßnahmen gefragt. Die üblichen Fahrbahnmarkierungen wären schneller verblichen, zudem bereite das Übermalen von alten Markierungen in grauer Farbe für die Kontrollen Probleme, denn es seien schließlich noch immer Markierungen, so dass oftmals kein Strafzettel verteilt werden könnte. Das Tiefbauamt werde in Sachen Haltbarkeit mit dem Hersteller Kontakt aufnehmen, sich zudem eine andere Lösung für zu entfernende Markierungen überlegen.
Aus den Reihen der Räte kam auch die Anregung, die anstehenden Sanierungen dem Ortschaftsrat in der Planung vorab mitzuteilen, um lokale Kenntnisse einfließen lassen zu können. Ortsvorsteherin Ries gab zu bedenken, dass das für 2026 wohl zu spät sei, doch für die Zukunft soll der Bauausschuss eine Möglichkeit der Beteiligung finden.



















