Polizei warnt vor Anlagebetrügern

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Anlagebetrüger nach wie vor verstärkt im Internet und sozialen Medien aktiv – Polizei warnt vor angeblich lukrativen Investitionsangeboten.

Seit über fünf Jahren registriert das Dezernat für Wirtschaftskriminalität der Karlsruher Kriminalpolizei einen stetigen Anstieg an Anzeigen im Zusammenhang mit Anlagebetrug.

Betrüger locken ihre Opfer oft über Werbeanzeigen im Internet oder durch direkte Kontaktaufnahme über die sozialen Medien mit vermeintlich lukrativen Investitionsmöglichkeiten in Aktien, Festgeld oder Krypto-Währungen. Die Täter versprechen sichere und außergewöhnlich hohe Gewinne und bauen so gezielt eine Vertrauensbasis auf.

Der Einstieg erfolgt meist mit kleinen Beträgen, etwa 250 Euro, und um den Anschein von Seriosität zu erwecken, zahlen die Täter in einigen Fällen anfangs geringe Summen zurück. Zudem erstellen die Betrüger aufwendig gestaltete Webseiten, auf denen die Opfer ihre vermeintlich eigenen Konten einsehen und die angeblich steigenden Renditen verfolgen können. Diese vermeintliche Transparenz soll Vertrauen schaffen und Sicherheit vorgaukeln. Sobald das Vertrauen der Opfer gefestigt ist, drängen die Täter auf höhere Investitionen oder fordern sie auf, Kredite aufzunehmen. Oftmals behaupten sie, dass zusätzliche Zahlungen nötig seien, um angebliche Probleme wie Steuern im Ausland oder Notarkosten zu lösen. In Wirklichkeit wird das eingezahlte Geld jedoch nicht investiert, sondern verschwindet grundsätzlich spurlos.

Zusätzlich nutzen Betrüger Bilder von Prominenten, sowie gefälschte Logos und Layouts bekannter Nachrichtenanbieter oder Fernsehsender, um ihre Angebote attraktiv und seriös erscheinen zu lassen. Reißerische Schlagzeilen, etwa über geheime Erfindungen, durch die jeder reich werden könne, locken Opfer auf vermeintlich vertrauenswürdige Webseiten. Dort hinterlassen sie gutgläubig ihre Kontaktdaten, die von den Tätern für weitere Betrugsversuche genutzt werden.

Für die Opfer endet diese Täuschung oft mit erheblichen Verlusten – nicht selten im Bereich von mehreren zehntausend bis zu hunderttausend Euro. Da die Täter häufig aus dem Ausland agieren und ihre Spuren geschickt verschleiern, gestaltet sich die strafrechtliche Verfolgung besonders schwierig.

Tipps der Polizei

Aus aktuellen Anlass appelliert die Kriminalpolizei deshalb ausdrücklich:

  • Lassen Sie sich nicht auf ungewollte Kontaktaufnahmen über das Internet, soziale Medien, E-Mail oder Telefon ein.
  • Lassen Sie sich nicht von hohen Gewinnversprechen blenden und werden Sie bei scheinbar besonders lukrativen Angeboten misstrauisch.
  • Nutzen Sie den Service von z.B. Verbraucherzentralen, Stiftung Warentest/Finanztest, Ihrer Hausbank oder spezialisierter Anwälte und lassen Sie die Ihnen vorliegenden Angebote prüfen. Holen Sie Vergleichsangebote anderer Anbieter ein.
  • Produkt-Zertifizierungen (z.B. vermeintliche TÜV- oder andere „Siegel“) sind vor allem Werbemittel und bieten weder Gewähr für die Seriosität des Anbieters noch für risikolose Kapitalanlagen. Dies gilt auch für frei erfundene Werbung mit den Namen prominenter Personen, die mit derselben Anlagemöglichkeit angeblich bereits erfolgreich investiert hätten.
  • Überweisen Sie kein Geld an Unbekannte.

Ebenso kann im Zweifel ein Anruf beim Dezernat für Wirtschaftskriminalität des Polizeipräsidiums Karlsruhe, Telefon 0721 / 666-5301, unbedingt bevor Geld bezahlt oder überwiesen wird, vor einem finanziellen Schaden bewahren.

Weitere Informationen

Weitergehende und umfassende Informationen zum Schutz vor Anlagenbetrug sowie Kontaktadressen von Beratungsstellen gibt es online (siehe Links).

Polizeirevier Karlsruhe-Durlach

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