Dabei geht es um die Erweiterung und Stärkung der Fußgängerzone, eine Verlagerung des Kfz-Verkehrs von der Schlossschule weg und um eine Verminderung des Schleichverkehrs durch die Bienleinstorstraße: Erneut ging es um das „Durlacher Verkehrskonzept“, seit Jahren übrigens, nicht erst nach der „Fortschreibung“ (Dezember 2023), dem Änderungsantrag (Dezember 2024) – nun mit dem „Verwaltungsvorschlag“ (Dezember 2025).
Die Punkte im Einzelnen:
- Die Einfahrt aus Karlsruhe kommend in die Pfinztalstraße wird untersagt. Ab der Schule bis zur Seboldstraße bleibt es jedoch eine verkehrsberuhigte Zone, denn eine Ausfahrt aus dem Altstadtring Richtung Westen bleibt möglich!
- Im Osten bleibt die Zufahrt vom Hengstplatz Richtung Karlsburg ein verkehrsberuhigter Bereich, doch ab der Haltestelle Schlossplatz wird die Pfinztalstraße bis zum Marktplatz zu einer Fußgängerzone. Der Verkehr muss dann vorher in die Karlsburgstraße abbiegen, doch der Altstadtring ist nur noch über Leder- und Kanzlerstraße erreichbar. In Gegenrichtung geht wegen kreuzender Straßenbahnen eine Ausfahrt aus der Karlsburgstraße Richtung Hengstplatz nicht. Da bleibt es beim aktuellen Zustand.
- Die Marstallstraße wird von der Pfinztalstraße bis zum „Scheck-In“ beruhigt, wird zu einer Fußgängerzone.
- Die Prinzessenstraße wird nach Beendigung der aktuellen Bauarbeiten an der Schule wieder geöffnet, ist in beiden Richtungen dann befahrbar, damit auch die Tiefgarage bei „Scheck-In“ gut erreichbar bleibt. Die Situation werde dabei evaluiert.
- Die Ochsentorstraße wird an der Pfinztalstraße zu einer Sackgasse.
- Der verkehrsberuhigte Bereich im Altstadtring bleibt, da von einer Reduzierung des Verkehrsaufkommens ausgegangen wird.
„Wir haben versucht, einen Kompromiss zu erarbeiten“, so Verkehrsplanerin Birke Bronner vom Stadtplanungsamt der Stadt Karlsruhe bei der Vorstellung der Pläne. Spätestens nach einem Jahr werde die geänderte Situation überprüft, eine Nachjustierung sei möglich. „Ein gangbarer und umsetzbarer Kompromiss“, so Ortsvorsteherin Alexandra Ries über die modifizierte Planung, denn alles andere würde bedeuten; Stillstand, dann käme das Vorhaben in die Schublade.
Nachfragen und Bemerkungen
Ob „Interessen Einzelhandel wurden ignoriert“, „eingebrachte Hinweise finden sich nicht mehr in der Vorlage“ (Dr. Stefan Noé, FDP), „Der ursprüngliche Antrag sei verwässert“ (Dr. Sonja Klingert, Grüne), genügend Worte seien in den vergangenen Jahren gefallen (Mathias Tröndle, SPD). Den Bürgern müsse man eine Entscheidung zeigen (Gerd Clemens, Freie Wähler). Es sei zu viel Wenn und Aber drin. Die Kernpunkte des Antrags seien in der Antwort der Verwaltung entzogen, die Nutzung der Prinzessenstraße in beide Richtungen müsse sicher sein (Dirk Müller, CDU). Eine solche Entscheidung müsse von einer großen Mehrheit getragen werden (Axel Rathjen, AfD). Nachfrage zur Sackgassenregelung (Rena Thormann, Freie Wähler). Die Aufenthaltsqualität müsse erhalten bleiben (Norman Gaebel, FDP). Es gehe um drei Einzelmaßnahmen. Aufgabe des Rats sei, heute zu entscheiden (Dr. Jan-Dirk Rausch, SPD).
Man könne dafür oder könne dagegen sein, „aber wir stehen an einem Punkt, an dem der Ortschaftsrat eine Entscheidung treffen muss“, so Ries. Ein von der FDP eingebrachter Änderungsantrag zum Thema wurde nach hitziger Diskussion und durchaus persönlichen Anmerkungen nach einer 15-minütigen Sitzungspause, bei der es zu interfraktionellen Diskussionen und Nachfragen kam, wieder zurückgezogen. Aber auch so war die generelle Diskussion – freundlich ausgedrückt – unterhaltsam.
Das Stadtplanungsamt erläuterte, dass die Parkplätze im Altstadtring durch die Maßnahmen nicht angegriffen würden, doch eine Reduzierung der Zufahrten würde zu weniger Verkehr im Altstadtring führen. Bauliche Maßnahmen braucht es nicht, eine neue Beschilderung kommt. Eine Einfahrt in die Fußgängerzone sei für einen Arztbesuch für Menschen mit einem Berechtigungsausweis (erhältlich bei der Stadt) möglich. Im Rahmen der Diskussion erinnerte die Ortsvorsteherin daran, dass es in Sachen Parkhaus an der Festhalle schon einmal ein konkretes Angebot eines Durlacher Unternehmers gab. Doch es sei ein städtisches Grundstück. Losgelöst vom Verkehrskonzept werde dieses Thema als Prüfauftrag für die Verwaltung mitgenommen.
Der Verwaltungsvorschlag wurde mit 12 (Grüne, SPD, Linke, Freie Wähler) zu 9 Stimmen (CDU, FDP, AfD) angenommen.





















