Turmbergbahn: Land fördert den barrierefreien Ausbau und die Verlängerung

Ende Dezember 2024 hat die Turmbergbahn ihren Betrieb vor dem geplanten Umbau eingestellt. Foto: cg

Ende Dezember 2024 hat die Turmbergbahn ihren Betrieb vor dem geplanten Umbau eingestellt. Foto: cg

Förderbescheid an die Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH (VBK) übersandt.

Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat am 4. Dezember 2025 den Förderbescheid zum barrierefreien Ausbau und der Verlängerung der Turmbergbahn an die VBK übersandt. Das Land Baden-Württemberg unterstützt die VBK im Rahmen des Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (LGVFG). Finanziell hilft das Land Baden-Württemberg mit 17,49 Millionen Euro bei Gesamtkosten von 32 Millionen Euro. Die Summe wird mit dem LGVFG Förderprogramm für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) finanziert. Mit diesem Instrument unterstützt das Land Baden-Württemberg neben Landkreisen, Städten und Gemeinden auch Verkehrsunternehmen wie den VBK beim Bau, Aus- und Umbau ihrer Verkehrsinfrastruktur im Sinne einer nachhaltigen und klimafreundlichen Mobilität.

„Baden-Württemberg ist Standseilbahn-Meister: Mit der Stilllegung der ältesten Standseilbahn Deutschlands, der Turmbergbahn, wurde es Ende 2024 kurzzeitig eine weniger. Dabei soll es aber nicht bleiben: Die Standsteilbahn zum Karlsruher Hausberg soll mit Hilfe des Landes länger, moderner und barrierearm wieder in Betrieb gehen. Der Zuschuss in Höhe von rund 17,5 Millionen Euro ermöglicht den VBK, das Projekt anzugehen. So machen wir eine alte, klimafreundliche Technik zukunftsfähig“, so Landesverkehrsminister Hermann.

Beteiligte Institutionen und Reaktionen

Regierungspräsidentin Felder: „Es war uns sehr wichtig, dass das Regierungspräsidium als Bewilligungsbehörde den Bescheid noch vor Jahresende übergeben konnte, um allen Beteiligten Planungssicherheit zu geben. Ich danke allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit“. Am Förderprozess waren neben dem Regierungspräsidium auch die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) für die fachtechnische und bauwirtschaftliche Prüfung und das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg für die Prüfung des volkswirtschaftlichen Nachweises beteiligt. Das Regierungspräsidium steuerte den Abstimmungsprozess und konnte nun nach Klärung der noch offenen Fragen die Bewilligung erteilen.

Auch im Karlsruher Rathaus ist man über den nun eingegangen Förderbescheid erfreut: „Wir sind sehr dankbar für den finanziellen Rückhalt des Landes Baden-Württemberg für dieses Projekt. Dadurch ist die Zukunft von Deutschlands ältester Standseilbahn gesichert“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup. „Die Neugestaltung der Bahn und deren Integration in den ÖPNV ist eine nachhaltige Investition für klimafreundliche Mobilität in Karlsruhe und Durlach und wird auch die Attraktivität des Turmbergs als beliebtes Ausflugsziel weiter steigern. Darüber hinaus sind wir wieder Vorbild für Innovationen im Verkehrssektor. Die vollautomatische und barrierefreie Bergbahn setzt Maßstäbe für die Zukunft – ganz in der Tradition unseres erfolgreichen Karlsruher Modells.“

Geplante Maßnahmen und Projektablauf

Die Turmbergbahn soll umfassend modernisiert, barrierefrei ausgebaut und bis zur Bundesstraße 3 verlängert werden. „Die Förderung dieses Projekts durch das Land Baden-Württemberg ist ein starkes Signal für die Weiterentwicklung des Nahverkehrs in Karlsruhe. Wir freuen uns, dass wir nun auch in diesem Aspekt Planungssicherheit haben, um das Vorhaben umzusetzen und die nächsten Projekt-schritte einzuleiten“, erklärt Christian Höglmeier, technischer Geschäftsführer der VBK, und bedankt sich beim Land für die Unterstützung, um nun das nächste Kapitel in der langen Historie der Turmbergbahn aufzuschlagen, die seit 1888 Fahrgäste auf den Karlsruher Hausberg befördert.

In dem ersten Projektabschnitt ist zunächst der Rückbau der alten Bahntrasse sowie der heutigen Talstation vorgesehen. Anschließend können dann die Arbeiten für die neue Trasse sowie die neue Berg- und Talstation beginnen. Im Zuge der Neugestaltung entsteht zudem eine Bahnüberführung über einen Geh- und Radweg zur Querung der Kreuzung Bergbahnstraße/Turmbergstraße/Posseltstraße/Kastellstraße. Die Umbaumaßnahmen sollen im Frühjahr 2026 beginnen.

Auch die Anschaffung von zwei neuen Fahrzeugen, die jeweils Platz für 70 Personen bieten und über eine Niveauregulierung verfügen, so dass die Bahnen auch während der Fahrt in der Waagrechten gehalten werden und die Barrierefreiheit gewährleistet wird, unterstützt das Land Baden-Württemberg mit weiteren 1,755 Mio. Euro.

Integration in den ÖPNV-Tarif

Nach Abschluss der Baumaßnahmen soll die Standseilbahn in den Tarif des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) integriert werden. Der automatische Fahrbetrieb ermöglicht eine Ausweitung der Betriebszeiten bei gleichzeitig niedrigeren Betriebskosten. Weitere Informationen bietet die Website der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (siehe Links).

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