Auf der Tagesordnung des Durlacher Ortschaftsrats stand diese Woche der Punkt „Einsparkonzept der Verkehrsbetriebe“ (VBK) – und dabei ging es um eine „vorübergehende Anpassung des öffentlichen Dienstleistungsauftrags an die VBK“. Dabei hat der Gemeinderat die „Karlsruher Versorgungs-, Verkehrs- und Hafen GmbH“ (KVVH) als Alleingesellschafterin der VBK beauftragt, die Geschäftsführung der VBK anzuweisen, eine Veränderung des Leistungsangebotes umzusetzen. Mit anderen Worten: Die Verkehrsbetriebe müssen das aktuelle Defizit um rund 20 Millionen Euro reduzieren.
Prozessoptimierungen brachten schon etwa die Hälfte, das vorgelegte Konzept sehe eine Einsparung von knapp 10 Prozent der VBK-Leistungen vor, erziele in der Stufe 1 eine Einsparung von rund 6 Millionen Euro, wie Philipp Heise und Alexander Pischon, Vorsitzender der Geschäftsführung, erläuterten. Hiervon seien jedoch Erlösausausfälle durch Fahrgastrückgänge in Höhe von rund einer Million Euro abzuziehen, so dass bei vollständiger Umsetzung eine Netto-Einsparung von etwa 5 Millionen Euro jährlich erreichbar wäre.
Spürbare Reduzierung der Bus- und Straba-Fahrten auch für Durlach
Alle Stadtteile in Karlsruhe wären von den Einsparungen betroffen; für Durlach wäre das auch spürbar; durch eine Reduzierung der Bus- und Straba-Fahrten, gerade die Änderung der Taktzeiten, zum Beispiel samstags ein durchgehender 20 Minuten-Takt (siehe Grafik), dafür würde nur die Hälfte der Bahnen benötigt (üblicherweise seien sonst Samstag 6o Fahrzeuge unterwegs). Auch Gutachten betonten, dass weniger Angebot auch weniger Einnahmen bringen, so dass sich die kalkulierte Ersparnis dann verringere, doch „die Umsetzung des Einsparkonzepts könnte zum Sommerfahrplanwechsel 2026 beginnen“, benötige rund ein Jahr bis zur vollen Wirksamkeit aller Einsparmaßnahmen. Das Konzept sehe dabei ausschließlich die Nutzung der natürlichen Personalfluktuation (aktuell rund 1.300 Mitarbeiter) vor, schließe betriebsbedingte Kündigungen aus, wie beide betonten. Problem jedoch: Wenn die Verkehrsbetriebe wieder Takte erhöhen wollen, bräuchte das Unternehmen „gut 2 Jahre, das wieder aufzubauen“.
Durlacher Ortschaftsrat lehnt Antrag ab
Interessant ist, dass der Aufsichtsrat der Verkehrsbetriebe weiterhin das volle Angebot möchte, wenn auch bei knapper Abstimmung. Kein Wunder gab es aus den Reihen der Ortschaftsräte zahlreiche Nachfragen – über alle Fraktionen hinweg. Ob Förderungen gestrichen werden könnten, wenn der Nutzen-Kosten-Indikator nicht mehr passe; es sei „eine Rieseneinschränkung für recht wenig Ersparnis“, „Gefahr, dass Fahrgäste weggehen und nicht mehr zurückkommen“ (Dietmar Maier, Grüne). Dies sei schmerzhaft für Durlach (Rüdiger Miersch, CDU). „Wir schießen ein Eigentor. Sprechen von Verkehrswende, machen aber ÖPNV unattraktiver“ (Mathias Tröndle, SPD). KA sei einmal eine Benchmark für die Welt gewesen, sukzessive werde das nun zerschlagen (Gerd Clemens, Freie Wähler). Man müsse die Einsparmaßnahmen ablehnen, denn es brauche das Angebot für die Teilhabe (Luna Labenz, Linke). Ortsvorsteherin Alexandra Ries erinnerte daran, dass die Vorschläge eine Umsetzung eines Auftrags der Stadt Karlsruhe seien. Die vorgelegten Vorschläge seien jene, die am wenigstens schmerzhaft seien.
Es kam zur Abstimmung: Der Antrag wurde abgelehnt, bei 6 Stimmen für die Einsparung (CDU) und 4 Enthaltungen (FDP, AfD). Jetzt entscheidet am 22. Dezember 2025 der Karlsruher Gemeinderat.

















