Bürgergemeinschaft informiert: Entscheidung über Trassenverlauf für Gütergleise gefallen

Güterverkehr durch den Durlacher Bahnhof: Die Untervariante K2 wird bei der Umsetzung der Neu- und Ausbaustrecke Mannheim–Karlsruhe vorerst nicht weiterverfolgt. Foto: cg

Güterverkehr durch den Durlacher Bahnhof: Die Untervariante K2 wird bei der Umsetzung der Neu- und Ausbaustrecke Mannheim–Karlsruhe vorerst nicht weiterverfolgt. Foto: cg

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt ist eine wichtige Vorentscheidung für einen möglichen Trassenverlauf für zwei neue Gütergleise zwischen Mannheim und Karlsruhe gefallen.

Die beiden Gleise werden auf westlicher Seite entlang der A5 geführt und so nahe wie möglich neben der Autobahn gebaut. Die Gleise werden den Autobahnanschluss Karlsruhe-Nord mit einem Tunnel unterqueren, in Tieflage in einem Trog durch den Elfmorgenbruch geführt, dann mit einem Tunnel die Autobahneinfahrt und -ausfahrt Karlsruhe-Durlach, sowie die Durlacher Allee unterqueren und durch das Kleingartengebiet der Mastweide an den Güterbahnhof geführt.

„Huckepack-Lösung“ durch den Durlacher Bahnhof vorerst vom Tisch

Die andere mögliche Variante, die mit einem unterirdischen und oberirdischen Gleis, einer sogenannten „Huckepack-Lösung“ direkt durch den Durlacher Bahnhof weiter bis zum Güterbahnhof geführt hätte, wird vorerst nicht mehr weiterverfolgt. Sie wäre auch geschätzt 250 Millionen Euro teurer im Bau als die Variante entlang der Autobahn. „Der Bau dieser Lösung wäre für die vielen Anwohner direkt neben den Bahngleisen eine wenig erfreuliche und beunruhigende Aussicht für die Zukunft gewesen“, so die Bürgergemeinschaft Untermühl- und Dornwaldsiedlung.

„Die Bahn sagt zwar, dass die Auswahl dieser Variante noch nicht die endgültige Entscheidung ist, aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch“, so die Bürgergemeinschaft. Um es mit der Fachsprache der Bahnplaner auszudrücken: „Die Untervariante K1 (die Variante entlang der Autobahn) weist in allen Zielsystemen (Technik/Wirtschaftlichkeit, Raumordnung und Umwelt) Vorteile gegenüber der K2 (Variante über den Durlacher Bahnhof) auf. Aufgrund der eindeutigen Tendenz wird die K2 zurückgestellt und die K1 im Rahmen des Variantenvergleichs weiterverfolgt.“

Die Bahnplaner stellten diese Entscheidung im 12. Dialogforum am 23. April 2024 vor, das online nachzulesen ist (siehe „Links“). Bei dem Forum wurde auch die Verzögerung des Projektes bekannt gegeben, weil die Zugzahlenprognose für 2040 dieses Jahr nicht fertig werde. Das bedeutet, dass sich der Baubeginn noch weiter hinauszögern wird. Denn nach dieser Entscheidung über den Trassenverlauf findet erst das Raumordnungsverfahren und danach das Planfeststellungsverfahren statt. Diese Verfahren dauern viele Jahre. Baubeginn wird frühestens in zehn Jahren sein. Aber die wichtige Vorentscheidung über den Trassenverlauf ist jetzt schon gefallen.

Bürgergemeinschaft sorgt sich um den Elfmorgenbruch

Die Bürgergemeinschaft Untermühl- und Dornwaldsiedlung nimmt diese Entscheidung über den Trassenverlauf mit Erleichterung zur Kenntnis, sieht aber den Bau der Trasse entlang der Autobahn durch den Elfmorgenbruch mit einem gewissen Unbehagen entgegen und fürchtet ums „Brüchle“.  „In diesem Bruchwald gehen Untermühler spazieren und wissen um die Schönheit dieses Waldes, auch wenn es neben der Autobahn dort teilweise sehr laut ist“, so die Gemeinschaft.

Deshalb möchte die Bürgergemeinschaft auf eine Veranstaltung der Oberrheinischen Waldfreunde hinweisen, die einen besonderen Spaziergang am Samstag, 6. Juli 2024, von 15.30–17.30 Uhr durch den Elfmorgenbruch durchführen. Das Thema: „Wald in Gefahr? – der Elfmorgenbruch zwischen Stadtgeschichte und Bahn-Planungen“. Treffpunkt: Waldeingang beim Umspannwerk Ost. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht notwendig.

Der Stadtwald Elfmorgenbruch zwischen Durlach-Center und Karlsruhe-Hagsfeld ist ein Feuchtwald in der Kinzig-Murg-Rinne mit einem historischem Entenfang und vielen weiteren ökologischen Besonderheiten. „Doch dieser stadtnahen Wald ist in Gefahr durch mögliche Trassen für den Aus- und Neubau der Bahnlinie Mannheim-Karlsruhe. Wir besuchen diesen Wald, zeigen mögliche Auswirkungen einer Bahntrasse und setzen uns bereits in dieser frühen Planungsphase für den Walderhalt ein“, macht die Bürgergemeinschaft deutlich.

Weitere Informationen

Das Bahnprojekt Mannheim–Karlsruhe ist Teil des Gesetzes zum Ausbau der Schienenwege des Bundes. Ziel ist, dass mehr Züge unter anderem zwischen den Metropolregionen Rhein-Neckar und Karlsruhe fahren können. Dadurch wird auch zwischen Frankfurt am Main und Basel ein Engpass aufgelöst.

Bürgergemeinschaft Untermühl- und Dornwaldsiedlung

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