BUND: Naturschutz bei Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners in Karlsruhe stärker beachten

Achtung, Eichenprozessionsspinner! Die Brennhaare der Raupen reizen die Schleimhaut und können starke allergische Reaktionen hervorrufen. Foto: cg

Achtung, Eichenprozessionsspinner! Die Brennhaare der Raupen reizen die Schleimhaut und können starke allergische Reaktionen hervorrufen. Foto: cg

Nach Abschluss der prophylaktischen Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners auf dem Stadtgebiet von Karlsruhe in diesem Jahr fordert der Ortsverband Karlsruhe des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) dazu auf, bei der Planung für das nächste Jahr noch stärker die Belange des Naturschutzes einzubeziehen.

Der BUND sieht es zwar positiv, dass das erneut eingesetzte Neemöl eines der noch am wenigsten umweltschädlichen Mittel ist. Dennoch wirke das Mittel laut Umweltbundesamt auch auf alle anderen Insekten, von denen auf Eichen besonders viele leben. So unterbricht es auch die Entwicklung der Larven anderer Schmetterlingsarten, löst damit weitere indirekte Wirkungen vor allem für Vogel- und Fledermausarten aus, die auf diese Nahrungsgrundlage angewiesen sind, beklagt der BUND.

Deshalb fordert der BUND, eine Bekämpfung auf das direkte Umfeld von Kindergärten, Spielplätzen oder Schulen zu beschränken, auf Bereiche, wo sich Menschen länger aufhalten. An anderen Orten, z. B. an Radwegen, genügen nach Auffassung des BUND auch Warnschilder. So könnte die Anzahl der besprühten Bäume deutlich reduziert werden.

Für den BUND sollte zudem das mechanische Absaugen der Gespinste und das anschließende Abtöten durch Hitze als ökologisch verträglichere Maßnahme wo möglich der prophylaktischen Bekämpfung mit Neemöl vorgezogen werden. Der BUND Ortsverband Karlsruhe dazu: „Im Sinn des Insektenschutzes praktizieren die Niederlande mit Erfolg dieses Verfahren. Warum soll das in Karlsruhe nicht möglich sein?“

Weitere Informationen

Das Ausbringen mit einem Standrohr vom Lkw aus ist vergleichsweise unpräzise, so dass das eingesetzte Biozid nicht nur auf die rund 2.700 Eichen, sondern auch auf deren umgebende Flächen trifft. Das Umweltbundesamt konstatiert, dass die Ausbringung von Biozidprodukten im Freiland damit zu einem zum Teil erheblichen Eingriff in den Naturhaushalt führen kann.

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