Seit 50 Jahren beim Christkindlesmarkt dabei – Stadt Karlsruhe ehrt Beschicker-Pioniere

Bei einem besonderen Ehrungsabend für die Beschicker-Pioniere gab es vergangene Woche vom Marktamt Ehrenurkunden und ein kleines Präsent für die ersten Beschickerinnen und Beschicker – für 50 Jahre Christkindlesmarkt Karlsruhe. Fotos: cg

Bei einem besonderen Ehrungsabend für die Beschicker-Pioniere gab es vergangene Woche vom Marktamt Ehrenurkunden und ein kleines Präsent für die ersten Beschickerinnen und Beschicker – für 50 Jahre Christkindlesmarkt Karlsruhe. Fotos: cg

„Angebote und Nachfragen waren ganz anders“, schmunzelt Lydia Seyfert, wenn sie von den Anfängen des Karlsruher Christkindlesmarkts erzählt, einem kleinen Bereich zwischen Kaiserstraße und Zirkel.

1972 hat es mit 24 Buden begonnen; dazu eine Kutsche und viele Tannenbäume. Noch heute verkauft Seyfert Krippen und wertige Weihnachtsdeko. „Qualität war über all die Jahre immer gefragt“, so Seyfert, die alle Umzüge des Christkindlesmarkts in all den Jahren mitgemacht hat – und jetzt am Friedrichsplatz steht. Nur der Platz am Schloss sei wegen der fehlenden Laufkundschaft nicht erste Wahl, denn dort würden deutlich weniger Menschen bummeln gehen.

Um die erste Krippe im Stall kümmerte sich jahrelang die Familie Seyfert, auch um die Restaurierung der Figuren. Damals kamen sogar Leserbriefe im Rathaus an, wenn das Christkind mal schief in der Krippe lag, berichtete Armin Baumbusch, Leiter des Marktamts der Stadt Karlsruhe.

Ihr Schwiegervater hatte damals schon eine Waffelbäckerei, berichtete Susanne Filder, die Vorsitzende des Schaustellerverbands Karlsruhe, und auch „Deschner’s Töpflesmarkt“ mit Haushaltsartikel war von Anfang an in Karlsruhe dabei – allerdings kein Kinderkarussell, denn es fand sich schlicht kein Anbieter, der sich auf einen „unbekannten Markt“ stellen wollte.

Nussknacker, Krippen und Christbaumkugeln

Dazu waren auch ganz andere Dinge gefragt in der ersten Auflage des Karlsruhes Christkindlesmarkts. „Nussknacker, Krippen und Christbaumkugeln, das waren gefragte Artikel“, so Seyfert. „Schöne Deko eben, besonders mit Stil, Engele und auch die Schwibbögen – keine Ware aus Fernost.“ Auch in Sachen Geschmack gab es einen deutlichen Wandel: Klar, die Bratwurst geht immer, aber besonders gefragt waren damals Waffeln. „Wir hatten sogar ein Kreuz aus 18 Waffeleisen im Einsatz“, so Filder. Heute sind in Sachen Süßes auf dem Christkindlesmarkts längst Crêpes erste Wahl. Auch bei den Haushaltsartikel gab es einen Wandel, so Günther Kunz, der das Geschäft in dritter Generation betreibt, denn längst haben Dekoartikel oder Plätzchen-Ausstecher die Rangliste durcheinandergewirbelt.

Seit 1977 wird übrigens der Marktplatz „bespielt“, peu à peu mit den umliegenden Straßen – mit dem Einschnitt durch die Buddelei für die Kombilösung und den Umzug auf den Friedrichsplatz und die folgende Diskussion um den Standort.

Ob Waldweihnacht, Marktplatz oder Kinderangebote: „Wir haben doch heute ein tolles Ambiente mit den verschiedenen Plätzen und Angeboten“, sind sich alle drei Beschicker der ersten Stunde einig: „Mit einer tollen Kulisse zudem.“ Denn auch die Buden haben längst ein einheitliches Aussehen. Dazu kommt auch der Weihnachtsmann allabendlich mit dem Schlitten zu den Besucherinnen und Besuchern; 1976 kam er sogar mit einem Hubschrauber vor das Schloss, was ob des Andrangs ein leichtes Chaos auslöste.

Weitere Informationen

Bis 23. Dezember 2022 kann der Karlsruher Christkindlesmarkt noch besucht werden.
Öffnungszeiten: täglich 11 bis 21 Uhr

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