Gemeinsam statt einsam – Projekt „Nachbarschaftslotsen“ erfreut sich großer Beliebtheit

Gemeinsam statt einsam – so einfach kann es sein. Foto: Felix Isenböck

Gemeinsam statt einsam – so einfach kann es sein. Foto: Felix Isenböck

Im September 2019 startete das Diakonische Werk Karlsruhe mit dem Nachbarschaftslotsenprojekt in der Karlsruher Oststadt. Das Angebot erfreute sich schnell großer Beliebtheit. „Ableger“ des erfolgreichen Projektes folgten im Januar 2020 in Durlach-Aue und im Januar 2021 in Wettersbach (siehe Artikel zum Thema).

Ziel von „Nachbarschaftslotsen“ ist es, Einsamkeit im Alter durch nachbarschaftliches Miteinander entgegenzuwirken. Dafür werden Seniorinnen und Senioren mit engagierten Ehrenamtlichen zusammengebracht, um miteinander Zeit zu gestalten. Koordinatorin Katharina Heinzelmann ist die Ansprechpersonen für alle Interessierten. Beim Kennenlernen der Senioren sowie der Ehrenamtlichen werden Interessen abgefragt, um passende „Lotsenpaare“ zusammenzustellen. Neben gemeinsamen Interessen und gegebenenfalls schönen Unternehmungen geht es auch darum, bei Bedarf auch weitergehende Hilfen und Unterstützung zu vermitteln.

Die Ehrenamtlichen „Lotsinnen und Lotsen“ sind über eine Ehrenamtsvereinbarung mit dem Diakonischen Werk Karlsruhe versichert und erhalten Unterstützung durch ein Fortbildungsangebot sowie regelmäßigen Erfahrungsaustausch untereinander und mit der Koordinatorin.

Gegenseitige Sympathie als Basis

Wie eine solche Begleitung aussehen kann, erzählen Frau S. und Frau B. Die Ehrenamtliche Frau B. und die Seniorin Frau S. kommen seit Februar 2020 zusammen. Einander vorgestellt haben Sie sich in einem gemeinsamen Gespräch mit Heinzelmann. Gemütlich bei Kaffee und Kuchen konnten Frau S. und Frau B. sich einen ersten Eindruck voneinander machen. Für beide stellte sich heraus, dass gegenseitige Sympathie bestand. Seitdem verabredet sich das „Lotsenpaar“ einmal in der Woche. Ihren gemeinsamen Nachmittag gestalten die beiden Frauen meist mit einem Spaziergang, gemütlichem Kaffeetrinken und dem gemeinsamen Einkaufen. „Frau B. und ich machen auch meine Sprachübungen“, berichtet Frau S. glücklich. Nach einem Schlaganfall fällt ihr das Sprechen noch schwer. „Gemeinsam üben ist viel besser als allein“, ergänzt die Seniorin.

Das gute Gefühl beim Kennenlernen hat sich in eine wertvolle Konstante entwickelt. Für die Seniorin bedeutet dies, eine Ansprechpartnerin zu haben, die ihr auch bei anderen Themen weiterhelfen kann. „Sie hilft mir auch, wenn ich wo anrufen muss oder begleitet mich zum Arzt“, erklärt die Seniorin. Frau B. als Ehrenamtliche freut sich, in ihrer Altersteilzeit eine so sinnvolle Aufgabe zu haben und für Frau S. eine wertvolle Unterstützung zu sein: „Es ist eine Bereicherung für uns beide.“ Beide Frauen freuen sich stets auf den Besuch und die gemeinsamen Unternehmungen.

Weitere Informationen

Mit dem Nachbarschaftslotsenprojekt, das dank der Förderung durch die Karlsruher Gertrud Maria Doll Stiftung kostenlos vom Diakonischen Werk Karlsruhe angeboten wird, werden Menschen in der Nachbarschaft zusammengebracht, die sich gegenseitig bereichern und füreinander da sind.

Interessierte können sich bei Katharina Heinzelmann per E-Mail an nachbarschsftslotsen(at)dw-karlsruhe.de oder telefonisch unter 0721 / 20397-234 melden.

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