Corona-Lage in Karlsruhe verschärft sich: diffuses Infektionsgeschehen und hohe Fallzahlen

Kaum wurden die Corona-Regeln gelockert, muss wieder die „Notbremse“ betätigt werden. Wie lange noch Geschäfte, Gastronomen und Dienstleister in Durlach durchhalten werden, bleibt fraglich. Foto: cg

Kaum wurden die Corona-Regeln gelockert, muss wieder die „Notbremse“ betätigt werden. Wie lange noch Geschäfte, Gastronomen und Dienstleister in Durlach durchhalten werden, bleibt fraglich. Foto: cg

Zum Beginn der Woche noch knapp an stärkeren Einschränkungen vorbeigeschrammt, ist es nun soweit: OB Frank Mentrup rechnet damit, dass heute der dritte Tag in Folge die 7-Tage-Inzidenz für das Stadtgebiet Karlsruhe über der gesetzten Marke von 100 liegen wird (Stand 18. März: 104,5).

Dies hätte zur Folge, dass die Allgemeinverfügung wieder greifen würde: nur noch ein Haushalt mit einer weiteren Person könnte sich treffen, kein „Click & Meet“ mehr, Museen etc. müssten schließen. Mit Ausgangsbeschränkungen muss allerdings nicht sofort gerechnet werden, denn das wäre erst ein erlaubtes Mittel, wenn die anderen Maßnahmen nicht ausreichend Wirkung entfalten würden (siehe Artikel zum Thema).

Aktuell sind im Städtischen Klinikum 60 Prozent der Corona-Fälle unter 70 Jahre alt. „Das war im Januar noch umgekehrt“, so Mentrup. Die Fälle seien zunehmend asymptomatisch, eine erhöhte Mortalität aufgrund der Virus-Mutation sei aber bisher nicht zu beobachten.

Landrat Christoph Schnaudigel geht davon aus, dass auch der Landkreis bei der Überschreitung der 100er-Marke nachziehen und sich der Stadt Karlsruhe anschließen wird (Stand 18. März: 97,5). Mit verschärften Corona-Regeln rechnet er ab Dienstag. Die Allgemeinverfügung soll am Wochenende aufgesetzt werden, so Schnaudigel.

Diffuses Infektionsgeschehen

Ein weiteres Kriterium für die Rückkehr zu verschärften Maßnahmen sei neben der Inzidenz auch ein diffuses Infektionsgeschehen. Dies sei zu Beginn der Woche mit Blick auf den Corona-Ausbruch im Fleischwerk (Rheinstetten) noch nicht gänzlich sicher gewesen, so Dr. Ulrich Wagner, der die Abteilung Infektionsschutz im Karlsruher Gesundheitsamt leitet. Stand heute sei aber klar, dass diese Fälle nur noch wenige Prozent der Gesamtfälle ausmachen würden. Das Gesundheitsamt registriere hohe Fallzahlen. Bis zu 200 Meldungen pro Tag liefen diese Woche auf. „Unsere Mitarbeiter sind am Rande der Erschöpfung“ – trotz Unterstützung, so Wagner über die andauernde Belastung.

Haushaltsangehörige von Kontaktpersonen

Zudem hat seit gestern der Verwaltungsgerichtshof Mannheim die Regelung des § 4a Satz 1 und 2 der „Coronaverordnung Absonderung“ vorläufig außer Vollzug gesetzt. In diesem Paragraphen hatte das Land geregelt, dass bei einer positiv getesteten Person mit einer der höher ansteckenden Virusvarianten nicht nur die Kontaktpersonen, sondern auch die Haushaltsangehörigen der Kontaktpersonen für 14 Tage in Quarantäne gehen mussten.

Für alle von dieser Konstellation betroffenen Haushaltsangehörigen bedeutet der Richterspruch, dass die Absonderung ab sofort endet. Im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamts betrifft das rund 1.400 Personen. Das Amt weist aber darauf hin, dass für die Kontaktperson selbst die Pflicht zur Absonderung weiter bestehen bleibt. Sollte im Rahmen einer Testung die Kontaktperson positiv getestet werden, greift sofort die Pflicht zur Absonderung auch wieder für die Haushaltsangehörigen.

Aktualisierung (19. März 2021)

Dritter Tag in Folge über 100

Wie erwartet, wurde für den gestrigen Donnerstag eine 7-Tage-Inzidenz von über 100 festgestellt – 114,4 für die Stadt Karlsruhe und 102,7 für den Landkreis. Damit wurde die 100er-Marke im Stadtgebiet drei Tage in Folge überschritten.

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