Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ – Rad-Frühstück am Durlacher Bahnhof

Als Dankeschön für eine umweltfreundliche Fortbewegung erhielt Laure Hengen (Mitte) von Ortsvorsteherin Alexandra Ries (rechts) eine Brezel überreicht. Mit dabei (v.l.) für den Ortschaftsrat Sonja Klingert, Ulrich Wagner und Zahide Yesil sowie Hermann Wanhorst (ADFC-Kreisverband Karlsruhe) und Martin Stephan (AOK Mittlerer Oberrhein). Foto: cg

Als Dankeschön für eine umweltfreundliche Fortbewegung erhielt Laure Hengen (Mitte) von Ortsvorsteherin Alexandra Ries (rechts) eine Brezel überreicht. Mit dabei (v.l.) für den Ortschaftsrat Sonja Klingert, Ulrich Wagner und Zahide Yesil sowie Hermann Wanhorst (ADFC-Kreisverband Karlsruhe) und Martin Stephan (AOK Mittlerer Oberrhein). Foto: cg

Die Aktion von AOK und ADFC überraschte am Vorplatz des Durlacher Bahnhofs Vorbeiradelnde mit einer Frühstücksbrezel.

Seit über 20 Jahren treten Berufstätige bei der Mitmachaktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ der AOK und des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club e.V. (ADFC) fleißig in die Pedale. Bis zum 31. August zählt hier wieder jede Fahrt – in diesem Jahr auch ums Home-Office (siehe „Weitere Informationen“). Die Karlsruher Stadtverwaltung unterstützt die beiden Akteure dabei seit 15 Jahren. Um diese Aktion noch einmal ins Gedächtnis zu rufen, gab's am Dienstag (20. Juli 2021) ein kleines Rad-Frühstück am Durlacher Bahnhof. Zwischen 7 und 8.30 Uhr wurden mit Unterstützung des Durlacher Ortschaftsrats als Dankeschön rund 200 Brezeln an Radlerinnen und Radler verteilt.

Darüber freute sich auch Laure Hengen, die täglich ihren 8 Kilometer langen Arbeitsweg zwischen Südstadt und Grötzingen mit dem E-Bike zurücklegt. Statt mit ihrem alten Diesel zu fahren, nutze sie die 30-minütige Fahrt per Rad aktiv zum Abschalten. Das sei zwar die doppelte Zeit gegenüber dem Auto, allerdings auch nur, wenn keine Baustellen oder Ampeln dazwischenkommen. Mit dem Rad hingegen könne man weitestgehend durchradeln: „Und mit einem E-Bike kommt man dabei auch nicht ins Schwitzen.“

Arbeitsweg als Fitnessstrecke

Mit der Aktion wollen die Akteure dem Rad als Fortbewegungsmittel noch mehr Rückenwind verleihen. „Es ist das leiseste, gesündeste und innerorts sogar schnellste Verkehrsmittel“, fasst Martin Stephan, Leiter des AOK-Kundencenters in Durlach, die Vorzüge zusammen. 2020 erstrampelten in der Region Mittlerer Oberrhein 1.169 Radler im Aktionszeitraum 504.243 Kilometer. Durch die Mitmachaktion konnten 617.590,90 kg CO2 landesweit eingespart werden.

Aktuell ist Radeln besonders wichtig: Pandemie und Lockdown hatten und haben viele Berufstätige ins Home-Office verbannt. „Radfahren ist nicht nur ökonomisch und ökologisch sinnvoll, sondern stärkt auch Fitness, Widerstandskräfte und Psyche“, so Stephan. „Auf dem Rad lässt sich der Arbeitstag entspannt beginnen oder ausklingen. Umweltbewusstsein und Gesundheit gehören einfach zusammen.“

Investitionen in eine gute Radverkehrsinfrastruktur

Voraussetzung dafür, dass möglichst viele Menschen mit dem Rad zur Arbeit fahren, ist eine gute Radverkehrsinfrastruktur. Hier habe Karlsruhe in den letzten Jahren viel geleistet, so die Stadtverwaltung, und will weitere Projekte umsetzen: Zwei bestehende und eine neue Fahrradstraße werden vorfahrtberechtigt und erhalten entsprechende Markierungen in den Kreuzungen. An 17 Kreuzungen werden aufgeweitete Radaufstellstreifen, im Volksmund „Radtaschen" genannt, markiert. Neue Fahrradstraßen in der Innenstadt (Erbprinzen- und Markgrafenstraße) und neue Fahrradständer kommen stadtweit hinzu – insbesondere in der Südstadt.

Radschnellverbindungen und „Bike & Ride“ zur Stauvermeidung

Nach wie vor stark steigende Tendenz weisen die Zahlen der täglichen und wöchentlichen Pendlerinnen und Pendler auf. So nahmen zwischen 2007 und 2019 die Berufseinpendler von rund 88.000 auf gut 102.500 zu, während die Zahl der Auspendlerinnen und Auspendler im gleichen Zeitraum von knapp 29.000 auf ungefähr 48.000 wuchs. Diese Pendlerfahrten belasten das Karlsruher Straßennetz. Bisher hatte die Karlsruher Radverkehrsförderung vor allem den Binnenradverkehr im Fokus. Aber die hohen Zahlen der Ein- und Auspendler zeigen, dass es hier noch ein sehr großes Verlagerungspotenzial vom Kraftfahrzeug hin zum Fahrrad gibt.

Dank der immer beliebter werdenden Pedelecs sind Entfernungen von zehn bis 15 Kilometer ohne nennenswerten Zeitverlust gegenüber dem Auto möglich. Um diesen Trend zu fördern, will die öffentliche Hand mit Radschnellverbindungen die dazu notwendige Infrastruktur schaffen. Karlsruhe beteiligt sich an den Planungen des Regierungspräsidiums zu den Radschnellverbindungen nach Ettlingen und Rastatt. Darüber hinaus wird innerstädtisch an der Radsüdtangente geplant, einer durchgehenden Radverbindung parallel zur Südtangente, die die Qualität einer innerstädtischen Radschnellverbindung aufweisen soll. Ebenfalls ein wichtiger Beitrag zur Verlagerung des Pendlerverkehrs vom Kfz auf umweltfreundliche Verkehrsmittel ist eine bessere Verknüpfung von Fahrrad und Bahn. So wurden am Durlacher Bahnhof Fahrradboxen errichtet, in denen man hochwertige Fahrräder parken kann (siehe Artikel zum Thema). Alte „Felgenkiller“, also nicht zeitgemäße Fahrradständer, wurden durch moderne Modelle ersetzt. Und sukzessive wurden neue Fahrradständer ergänzt.

Weitere Informationen

Mitmachen bei „Mit dem Rad zur Arbeit“ noch möglich

Die Anmeldung auf der Aktionswebsite ist kostenlos (siehe Links). Nach der Registrierung erhält jeder Teilnehmer seinen persönlichen Radkalender im Login-Bereich. Er dient als tägliches Rad-Tagebuch, in dem die Fahrten eingepflegt werden können. Die Aktion wird auch in diesem Jahr den Pandemiebedingungen angepasst. Das bedeutet: Auch Fahrten rund ums Home-Office und Teilstrecken zählen. Für mehr Spaß und Motivation können auch Teams mit bis zu vier Kolleginnen und Kollegen gebildet werden. Und das Beste: Wer an mindestens 20 Tagen mitradelt, nimmt automatisch an der Verlosung toller Preise teil.

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