NABU: Vogelzählung „Stunde der Wintervögel“ bricht alle Rekorde

In Karlsruhe wurden in 382 Gärten insgesamt 626 Blaumeisen gezählt. Foto: cg

In Karlsruhe wurden in 382 Gärten insgesamt 626 Blaumeisen gezählt. Foto: cg

Eins, zwei, drei, ganz viele: Die „Stunde der Wintervögel“, die vom 8. bis 10. Januar 2021 stattfand, hat alle Rekorde gebrochen.

Bis zum Morgen des 13. Januar meldeten bereits über 185.000 Vogelfreundinnen und -freunde ihre Ergebnisse an den NABU und seinen bayerischen Partner, den Landesbund für Vogelschutz (LBV). Gesichtet wurden bisher über 4,4 Millionen Vögel aus über knapp 130.000 Gärten. Die Zahlen werden noch weiter steigen, da bis kommenden Montag noch nachgemeldet werden kann.

„Das Zwischenergebnis hat damit bereits die bisherige Rekordteilnahme aus dem Vorjahr weit übertroffen“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Wir freuen uns sehr über die stetig wachsende Beliebtheit unserer wissenschaftlichen Mitmachaktion. Sicherlich hat auch der derzeitige Corona-Lockdown dazu geführt, dass mehr Menschen ihr Interesse für die Natur vor der eigenen Haustür entdecken. Vielleicht ergibt sich daraus bald auch mehr Engagement für den Vogelschutz im eigenen Garten. “

Weniger erfreulich sind die Ergebnisse der Zählung. „Die Gesamtzahl von derzeit 34,3 Vögeln pro Garten stellt den bisher niedrigsten Wert seit Beginn der Aktion im Jahr 2011 dar“, so NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. „Insgesamt ist das Ergebnis fast ein Spiegelbild des Winters 2017. Auch damals fehlten besonders die typischen Futterplatzbesucher, wie Kohlmeisen, Schwanzmeisen, Kleiber, Gimpel und Kernbeißer – alles Arten deren Winterbestände auf den Zuzug von Artgenossen aus dem Norden angewiesen sind. Dieser ist im bis kurz vor der Zählung europaweit sehr milden Winter wohl teilweise ausgeblieben.“ Auch Blaumeisen wurden weniger gesichtet. Ob und wie das Blaumeisensterben aus dem Frühjahr 2020 hier Spuren hinterlassen hat, muss aber erst noch ausgewertet werden.

Haussperling auf Platz 1

Im Gegensatz dazu haben derzeit einige sesshafte Arten und solche, die kalte Winter meiden, besonders gute Bestände in Deutschlands Gärten. Allen voran der Haussperling, der wie in allen milden Wintern auf Platz eins der Wintervogelrangliste flatterte. Mit 6,83 Vögeln pro Garten erreicht er voraussichtlich ein neues Rekordergebnis.  Einen neuen Rekord schafft auch die Ringeltaube, die damit sogar zum achthäufigsten Wintervogel in Deutschlands Gärten wird. Grund ist zum einen die Bestandszunahme der Art, aber auch eine zunehmend geringere Zugneigung dieses Teilziehers. Auch das Rotkehlchen scheint sich über den milden Winter zu freuen und erreicht sein bestes Ergebnis nach 2011.

Weiterhin Abwärtstrend bei Grünfink

Ein besorgniserregend schwaches Ergebnis, das nicht mit dem Wetter erklärt werden kann, liefert der Grünfink. Sein Abwärtstrend setzt sich leider unverändert fort. Diesmal wurden nur  noch 0,9 Grünfinken pro Garten gemeldet. Damit gibt es heute nur noch ein Viertel der Grünlinge, die 2011 die Gärten bevölkerten. Als Ursache gelten vor allem Infektionen mit Trichomonaden an sommerlichen Futterstellen, aber wohl auch, dass auf landwirtschaftlichen Flächen  das Nahrungsangebot für diese Art knapper geworden ist.

Die fünf am häufigsten gemeldeten Arten waren wie bisher immer Haussperling, Kohlmeise, Feldsperling, Blaumeise und Amsel. Im Vergleich zum Vorjahr haben nur Feldsperling und Blaumeise die Plätze getauscht.

Weitere Informationen

Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und fand bereits zum elften Mal statt.

Ab dem 18. Januar findet die Wahl des Vogels des Jahres statt. Dann kann aus zehn Kandidaten, die vorab in einer öffentlichen Online-Wahl bestimmt worden waren, der Sieger-Vogel gewählt werden (siehe Links).

Aktuelle TOP-Themen auf Durlacher.de

Einschulung. Foto: cg

Anmeldung für Grundschule naht

Zentraler Termin ist 16. Februar 2022 / Schulpflicht für alle bis 30. Juni 2016 Geborenen.

mehr
Turmberg: Blick auf Durlach. Foto: cg

Baden-Württemberg kehrt zum Stufenplan zurück

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat im Landtag über das weitere Vorgehen in der Corona-Lage informiert. Baden-Württemberg kehrt zum Stufenplan…

mehr
Umnutzung ehemaliges BMD-Gelände: Hier das Entwurfsmodell („Steidle Architekten“), welches dem Ortschaftsrat Durlach in der vergangenen Sitzung vorgestellt wurde. Foto: cg

BMD-Gelände: geplantes Hochhaus stößt auf reichlich Kritik

Hoch hinaus ging es am Mittwoch (19. Januar 2022) bei der ersten Durlacher Ortschaftsratssitzung im neuen Jahr – sowohl städtebaulich als auch…

mehr

Neue Galerien

Weitere Fotos und Videos aus Durlach und Umgebung: Alle Galerien