Karlsruher Verkehrsverbund passt Schulbusverkehre an

Bald werden die Busse wieder von zahlreichen Schülerinnen und Schülern genutzt werden. Foto: cg

Bald werden die Busse wieder von zahlreichen Schülerinnen und Schülern genutzt werden. Foto: cg

Am Montag, 14. September 2020, enden auch in Baden-Württemberg die Sommerferien. Rund 1,5 Millionen Schülerinnen und Schüler werden dann unter Corona-Infektionsschutzregeln wieder in den Präsenz-Unterricht zurückkehren.

Das stellt nicht nur die Schulen, Schulträger und das Kultusministerium vor große Herausforderungen, sondern auch die Verkehrsunternehmen im öffentlichen Nahverkehr, die vielerorts die Schülerverkehre mit Bussen organisieren.

Um in Zeiten der Pandemie eine möglichst reibungslose Wiederaufnahme des Schulbetriebs zu unterstützen, hat auch der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) in Abstimmung mit den zuständigen Aufgabenträgern erste Anpassungen bei den Schülerbusverkehren in der Region vorgenommen. Im KVV werden zum Beginn des Schuljahres mit den so genannten „Winterverstärkern“ bereits zusätzliche Busse bereitgestellt und damit weitere Platzkapazitäten geschaffen – normalerweise verkehren diese Verstärkerfahrten alljährlich erst ab dem 1. Oktober.

Gestaffelter Unterrichtsbeginn an Schulen

Einige Schulen setzen zum Schulstart aus organisatorischen Gründen auf einen gestaffelten Unterrichtsbeginn. So können beispielsweise Pausenzeiten versetzt angeboten werden oder die Einlasssituation ins Schulgebäude entzerrt werden. Gleichzeitig kann ein gestaffelter Unterrichtsbeginn sehr gut zu einer Entlastung der Schulbusverkehre beitragen, weil dann nicht alle Kinder und Jugendlichen gleichzeitig zur Schule fahren.

Für die weitere Optimierung von Schulbusverkehren hatte der KVV hatte deshalb vor den Sommerferien die Schulen gebeten, zusätzliche Bedarfe mitzuteilen und darzulegen, welche Unterrichtszeiten im neuen Schuljahr angeboten werden um dies bei der Konzeption der Schülerverkehre zu berücksichtigen. „Anhand der Rückmeldungen konnten wir bereits verschiedene Optimierungen bei der Fahrplangestaltung sowie bei der Fahrzeug- und Personaldisposition vornehmen. Wir hatten aber gehofft, dass noch mehr Schulen ihre Schulbeginnzeiten flexibilisieren und gestaffelt beginnen. Wenn wie bei einigen Schulen geplant die Hälfte der Schüler erst zur zweiten Stunde beginnt, können mit dem gleichen Fuhrpark deutlich mehr Kapazitäten zur Verfügung gestellt werden. Diese Um- und Neuplanungen brauchen aber natürlich einen gewissen zeitlichen Vorlauf, um die Verkehre in Abstimmung mit den Verkehrsunternehmen auf diese Veränderungen anzupassen“, erklärt KVV-Geschäftsführer Alexander Pischon. „Natürlich werden wir uns die Situation beim Schulstart genau anschauen und in Abstimmung mit den Landkreisen Karlsruhe und Rastatt, die als Aufgabenträger die Verkehre bestellen und finanzieren, bei Bedarf weitere Anpassungen vornehmen“, so Pischon weiter.

„Mindestabstand wird nicht immer eingehalten werden können“

In vielen Bundesländern, in denen der Schulunterricht bereits wieder begonnen hat, hatten Eltern die aus ihre Sicht zu geringen Platzkapazitäten bei den Schülerverkehren kritisiert und moniert, dass der empfohlene Mindestabstand in den Fahrzeugen dann nicht mehr eingehalten werden könne.

Auch der KVV ist sich dieser Problematik bewusst, weist aber darauf hin, dass auch den Verkehrsunternehmen im KVV letztlich nur eine begrenze Anzahl an Bussen und Fahrpersonal zur Verfügung steht. „Die Schülerbusse werden vielerorts auch im neuen Schuljahr stark ausgelastet sein und der empfohlene Mindestabstand wird nicht immer eingehalten werden können. So ehrlich und realistisch müssen wir sein, können aber natürlich die Sorgen vieler Eltern nachvollziehen“, erklärt Pischon. „Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Schüler in den Bussen die Maskenpflicht befolgen. Die Maske ist ein wichtiger Baustein beim Infektionsschutz. Wer eine Maske trägt, verhält sich solidarisch und schützt andere und somit sich selbst.“

Maskenpflicht und tägliche Desinfektion der Fahrzeuge

Seit dem 27. April gilt in öffentlichen Verkehrsmitteln in Baden-Württemberg eine Maskenpflicht, also auch bei den Schülerverkehren. Der KVV wird in den kommenden Wochen zusammen mit den kommunalen Ordnungsbehörden und der Polizei verstärkt die Maskenpflicht im ÖPNV kontrollieren (siehe Artikel zum Thema). Außerdem haben die Verkehrsunternehmen im KVV bereits zu Beginn der Pandemie entsprechende Hygieneschutzkonzepte entwickelt. Diese sehen unter anderem eine tägliche Desinfektion der Fahrzeuge vor.

Das Kultusministerium hatte zudem darauf hingewiesen, dass Schulleitungen älteren Schülern empfohlen haben, möglichst mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Schule zu kommen.

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