Neues Liniennetzkonzept für Karlsruhe wurde präsentiert – Durlach erhält Linie 5

Der neue Karlsruher Liniennetzplatz für 2021. Grafiken: VBK

Der neue Karlsruher Liniennetzplatz für 2021. Grafiken: VBK

Im Karlsruher „Südwerk“ präsentierten am Donnerstag (12. März 2020) die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) zusammen mit Experten den neuen Liniennetzplan für Karlsruhe.

Tenor der Präsentation: Fahrgäste können künftig schneller per Tram oder Stadtbahn im neuen Tunnel die Fächerstadt durchqueren, barrierefrei an den unterirdischen Haltestellen aussteigen und somit komfortabel sämtliche Bereiche der Fußgängerzone sowie der angrenzenden Innenstadt erreichen. Das optimierte Liniennetz soll mit der Fertigstellung der Kombilösung Ende 2021 vollumfänglich in Betrieb gehen.

„In den zurückliegenden Jahren mussten sich unsere Fahrgäste baustellenbedingt mit provisorischen Liniennetzen zufriedengeben und immer wieder auf wechselnde Liniennetzvarianten einstellen – dies gehört mit der Einführung des neuen Liniennetzkonzepts zur Inbetriebnahme der Kombilösung der Vergangenheit an“, betonte Ascan Egerer, technischer Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) und der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG). Er wies auch darauf hin, dass es durch die dynamische Entwicklung der Stadt und Region Karlsruhe in den vergangenen Jahren Anpassungsbedarf für das zukünftige Liniennetzkonzept gegeben habe. „Mit dem nun vorliegenden finalen Konzept können wir den Bürgern nun ein in vielerlei Hinsicht optimiertes und stabiles Netz anbieten“, sagte Ascan Egerer.

„Unsere städtische Mobilitätspolitik muss nicht nur umwelt- und klimaverträglich sein, sondern auch den Mobilitätsbedürfnissen aller Bevölkerungsgruppen gerecht werden. Dafür braucht es ein attraktives, leistungsstarkes ÖPNV-Angebot. Hier sind wir mit dem neuen Liniennetzkonzept gut aufgestellt“, betont auch Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup.

Ermittlung des optimierten Liniennetzes

Am aufwendigen Prozess der Ermittlung des optimalen Liniennetzes waren Experten des Berliner Zuse-Instituts, der ptv Transport Consult (PTV TC) sowie der Transport-Technologie-Consult Karlsruhe (TTK) in enger Zusammenarbeit mit einem Projektteam der Verkehrsbetriebe Karlsruhe beteiligt. Unterstützt wurde die verkehrliche Bewertung zudem durch das Stadtplanungsamt der Stadt Karlsruhe. Federführend zuständig für die mathematische Berechnung möglicher Varianten war Dr. Ralf Borndörfer vom Zuse-Institut. Er sagte mit Blick auf die Arbeit der zurückliegenden Monate: „Linienplanung ist eine Optimierungsaufgabe mit vielen Variablen und konkurrierenden Zielen. Mathematik hilft, den Überblick zu gewinnen.“ Die für die Berechnung der optimalen Netz-Variante erforderlichen Daten wurden ihm im Auftrag der VBK von Seiten der PTV TC zur Verfügung gestellt, für die Steven Pfisterer auf dem Podium der Bürgerinformationsveranstaltung als Experte zu Wort kam. Einen weiteren wichtigen Beitrag zum erfolgreichen Abschluss des Gesamtprojekts hatte die TransportTechnologie-Consult Karlsruhe (TTK) geleistet, deren Part darin bestand, das Liniennetz einer Machbarkeits- und Belastbarkeitsprüfung zu unterziehen. Diese kam zu einem positiven Ergebnis – die Belastbarkeit des neuen Liniennetzkonzepts sei damit gewährleistet, so die VBK.

Neues Netz geht mit zahlreichen Änderungen einher

Im Rahmen der Informationsveranstaltung erläuterte Ralf Messerschmidt, Unternehmensbereichsleiter Betrieb bei den VBK, detailliert die diversen Änderungen, die mit dem neuen Liniennetz einhergehen. Unter anderem werden mehrere Tram-Linien umbenannt oder verkehren künftig auf einem neuen Fahrweg.

Neuer Verlauf der Tram- und Stadtbahn-Linien

Messerschmidt erklärte, dass sämtliche Stadtbahnlinien aus der Region, die bisher über die oberirdische Route Hauptbahnhofsvorplatz – Poststraße – Tivoli – Werderstraße – Rüppurrer Tor – Kronenplatz in Richtung Innen- oder Oststadt unterwegs waren, künftig alle nur noch im Tunnel die Stadt durchqueren. Dies betrifft neben den Linien S1 und S11 auch die Linien S4, S7 und S8. Die S52 wird auf ihrem neuen Routenverlauf ebenfalls in den Tunnel in Richtung Haltestelle „Marktplatz (Pyramide)“ geleitet. Auf der West-Ost-Achse durch den Tunnel verkehren die Stadtbahnlinien S2, S5 und S51.

Mit Blick auf die innerstädtischen Straßenbahnlinien erläuterte der VBK-Betriebsleiter, dass künftig die beiden Tramlinien 1 und 2 im Tunnel verkehren werden. Die Linien 3 bis 5 verkehren oberirdisch – zumeist mit geändertem Routenverlauf und in der Folge auch mit teilweise anderer Liniennummer. So verkehrt die VBK-Tram-Linie 1 beispielsweise künftig ausgehend von Neureut-Heide über die Haltestelle Mühlburger Tor in den Tunnel und auf der West-Ost-Achse über die Haltestellen Europaplatz, Marktplatz (Kaiserstraße), Kronenplatz, Durlacher Tor / KIT Campus Süd in Richtung Durlach (sowie in umgekehrter Richtung).

Zukünftige Haltestellen der Durlacher Tramlinien

Linie 1: Durlach – Heide

Turmberg > Auer Straße/Dr. W. Schwabe > Tullastraße/VBK > Durlacher Tor/KIT-Campus Süd (U) > Kronenplatz (U) > Marktplatz (Kaiserstraße) (U) > Europaplatz/Postgalerie (U) > Mühlburger Tor > Neureut-Heide (> Kirchfeld Nord)

Linie 2: Wolfartsweier – Knielingen Nord

Wolfartsweier Nord > Auer Straße/Dr. W. Schwabe > Tullastraße/VBK > Durlacher Tor/KIT-Campus Süd (U) > Kronenplatz (U) > Marktplatz (Pyramide) (U) > Ettlinger Tor/Staatstheater (U) > Kongresszentrum (U) > Augartenstraße > Hauptbahnhof > Ebertstraße > ZKM > Mathystraße > Karlstor > Europaplatz/Postgalerie > Mühlburger Tor > Yorckstraße > Moltkestraße/Städtisches Klinikum > Knielingen Nord

Linie 5: Durlach Bf – Rheinhafen

KA-Durlach > Tullastraße/VBK > Schloss Gottesaue/Hochschule für Musik > Ostendstraße > Rüppurrer Tor > Ettlinger Tor/Staatstheater > Karlstor > Mathystraße > Weinbrennerplatz > Entenfang > Rheinhafen

„Kürzere Fahrzeiten, schneller ans Ziel“

Die neue Führung von Stadtbahn- und Tram-Linien durch den neuen Tunnel ermöglicht es insgesamt, das Karlsruher Stadtgebiet mit den jeweiligen Bahnen schneller zu durchqueren. Diese Beschleunigung des ÖPNV wirkt sich für die Fahrgäste spürbar in kürzeren Fahrtzeiten der AVG- und VBK-Bahnen auf den einzelnen Linien aus.

Neue Haltestellen, Innenstadt barrierefrei erreichbar

Für die Fahrgäste ist die Karlsruher Innenstadt über mehrere neue unterirdische Haltestellen künftig erreichbar. Ausnahmslos alle Linien bedienen den Innenstadtbereich mindestens entlang einer Kante im Rechteck Europaplatz, Karlstraße, Ettlinger Tor und Marktplatz. Am Marktplatz befinden sich die neuen unterirdischen Haltestellen „Marktplatz (Kaiserstraße)“ und „Marktplatz (Pyramide)“, im westlichen Bereich der Innnenstadt die unterirdische Haltestelle „Europaplatz“ und oberirdisch die Haltestelle „Europaplatz/Postgalerie“. Der östliche Bereich der Innenstadt wird über die Haltestelle „Kronenplatz“ erreicht. Wer ein Ziel im südlichen Bereich der Innenstadt erreichen möchte, kann vom Hauptbahnhofsvorplatz kommend bereits an der Haltestelle „Ettlinger Tor/Staatstheater“ aussteigen. Auch hier gibt es jeweils eine ober- und eine unterirdische Haltestelle.

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