Coronavirus: Karlsruher Ärzte, Kliniken und Gesundheitsamt bündeln ihre Kräfte

Nicht unhöflich: Auf den Handschlag sollte aktuell verzichtet werden. Foto: Adam Radosavljevic / Pixabay

Nicht unhöflich: Auf den Handschlag sollte aktuell verzichtet werden. Foto: Adam Radosavljevic / Pixabay

Die Zahl der Erkrankungen am neuartigen Coronavirus steigt inzwischen deutschlandweit. Es ist daher davon auszugehen, dass auch in der Region Karlsruhe in absehbarer Zeit mehr Menschen betroffen sein werden.

Die Niedergelassenen Ärzte und die Kassenärztliche Vereinigung, das Gesundheitsamt Karlsruhe, die ViDia Christliche Kliniken Karlsruhe sowie das Städtische Klinikum Karlsruhe arbeiten daher eng zusammen, um Strukturen zu schaffen, durch die die Bevölkerung bestmöglich vor dem Coronavirus SARS-CoV-2 und der Erkrankung COViD19 geschützt ist.

„Aktuell registrieren wir in und um Karlsruhe noch wenige Krankheitsfälle“, sagt Dr. Ulrich Wagner, Abteilungsleiter für Gesundheitsschutz im Gesundheitsamt. „Gleichwohl werden wir angesichts der vielen Anfragen aus der Bevölkerung mit den bestehenden Strukturen bald an unsere Grenzen stoßen.“ Da es absehbar ist, dass sich die Fallzahlen erhöhen, liegt das Augenmerk der Akteure auf der gezielten Lenkung der potenziellen und tatsächlichen Patienten, um zunächst die vorhandenen Ressourcen sinnvoll einsetzen zu können.

Auf unnötige Praxisbesuche verzichten

„Auf unnötige Praxisbesuche und Besuche der Notfallpraxen aus Angst vor einer SARS-CoV-2-Infektion sollte verzichtet werden“, appelliert Dr. Susanna Colopi-Glage, Sprecherin der Ärzteschaft Karlsruhe Stadt und Land, an die Bevölkerung in der Region. „Patienten mit Beschwerden sollen sich vorab mit dem behandelnden Arzt in Verbindung setzen. Wir können strukturiert arbeiten, solange unsere Praxen nicht voll sind von Patienten, die sich rein vorsorglich auf den Coronavirus testen lassen wollen.“

Personen, die in den vergangenen zwei Wochen aus einem der vom Robert-Koch-Institut definierten Risikogebiete eingereist und symptomfrei sind, sowie andere Ratsuchende können sich für Informationen telefonisch an die bekannten Hotlines wenden (s. Weitere Informationen).

Rückkehrer aus Risikogebieten

„Wir raten Rückkehrern, für 14 Tage Kontakte zu minimieren und nach Möglichkeit zuhause zu bleiben“, betont Dr. Eberhard Kniehl, Leiter der Abteilung für Mikrobiologie und Krankenhaushygiene am Klinikum Karlsruhe.

Wer sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat oder Kontakt mit einem positiv getesteten COViD19-Patienten hatte, sollte sich bei Anzeichen einer Erkrankung wie Husten oder Fieber telefonisch an seinen Hausarzt wenden. Dieser entscheidet, ob es sich um einen begründeten Verdachtsfall handelt und ob ein Test auf SARS-CoV-2 im individuellen Fall medizinisch erforderlich ist.

Menschen mit starken Symptomen, bei denen nach Feststellung des Haus- oder Facharztes eine stationäre Behandlung angebracht ist, werden von diesem in eine geeignete Klinik überwiesen. Dort können sie in speziellen Bereichen versorgt werden. Für Patienten, die aufgrund ausgeprägter Krankheitszeichen bereits als Notfall in die Notaufnahme eines Krankenhauses kommen, stehen räumlich abgetrennt von den Notaufnahmen spezielle Untersuchungsbereiche für die Versorgung zur Verfügung.

Um für ansteigende Fallzahlen gerüstet zu sein, tauschen sich Vertreter der Ärzte, Kliniken und Gesundheitsamt regelmäßig über die aktuelle Situation aus und arbeiten an Strukturen, die den adäquaten Umgang mit dem neuartigen Coronavirus und der Erkrankung COVID-19 ermöglichen. „Wir bündeln in dieser Task Force unsere Kräfte“, hebt Allgemeinarzt Dr. Michael Kästel, Ärztliche Leiter der Notfallpraxis Karlsruhe, hervor. „Gemeinsam mit allen Beteiligten werden wir die Einrichtung‚ Zentrale Abklärung COViD19 Karlsruhe (ZACK), errichten.“

Aktuelle Situation in Baden-Württemberg

Am Sonntagnachmittag (8. März 2020) wurden dem Ministerium für Soziales und Integration vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg insgesamt 17 neue bestätigte Covid-19-Fälle gemeldet. Die Zahl der Infizierten im Land steigt damit auf insgesamt 199.

Weitere Informationen

Für alle Fragen zu Covid-19 haben die Stadt Karlsruhe und das Landes­ge­sund­heits­amt im Regie­rungs­prä­si­dium Stuttgart eine te­le­fo­ni­sche Hotline für Bürge­rin­nen und Bürger ein­ge­rich­tet.

Landesgesund­heits­amt: Täglich zwischen 9 und 18 Uhr
Telefon 0711 / 904-39555

Stadt Karlsruhe: Montags bis freitags zwischen 9 und 16 Uhr
Telefon 0721 / 133-3333

Zudem ist die Kassenärztliche Vereinigung unter 116 117 rund um die Uhr erreichbar.

Aktuelle TOP-Themen auf Durlacher.de

Studentinnen und Studenten der Kunstakademie Karlsruhe stellen in der Orgelfabrik aus. Fotos: cg

SAY THE STUPID THOUGHT – Ausstellung in der Orgelfabrik

Eine Ausstellung von Emma Tietze, Lucca Winterkorn, Felicitas Kunisch, Bettina Winter, Rebecca Müller und Catalena Janitz – 22. Mai bis 2. Juni 2024…

mehr
Turmbergbahn Durlach . Foto: cg

„Grünes Licht“ für Durlacher Turmbergbahn: TÜV-Prüfung abgeschlossen

Die Turmbergbahn in Durlach, die wie angekündigt Mitte dieser Woche ihren Fahrgastbetrieb wieder aufgenommen hat, darf durch die Verkehrsbetriebe…

mehr
Durlacher Lesesommer im Rosengarten. Foto: cg

Vorleserinnen und Vorleser für den Durlacher Lesesommer 2024 gesucht

Der Durlacher Lesesommer, der für viele begeisterte Besucher schon zur geliebten Sommer-Tradition geworden ist, feiert sein 15-jähriges Jubiläum.

mehr

Neue Galerien

Weitere Fotos und Videos aus Durlach und Umgebung: Alle Galerien