Solidarität für Schausteller gefordert

Die Karlsruher Frühjahrsmess' 2020 hätte im Juni stattfinden sollen (Archivbild 2019). Foto: cg

Die Karlsruher Frühjahrsmess' 2020 hätte im Juni stattfinden sollen (Archivbild 2019). Foto: cg

Das Verbot der Großveranstaltungen – bis mindestens Ende Oktober – belegt faktisch Schausteller mit einem Berufsausübungsverbot. Viele Betriebe sind dadurch massiv existenziell bedroht, denn seit Februar läuft nichts. Die bislang letzten Einnahmen wurden auf Herbst- oder Weihnachtsmärkten 2019 erzielt, seitdem gibt’s für die Unternehmer Absage nach Absage!

Auf diesen gravierenden Zustand weist auch der „Schaustellerverband Karlsruhe“ hin – und hatte sich an der Großdemo am 2. Juli 2020 in Berlin beteiligt. Ein beeindruckendes Statement und sichtbares Zeichen, berichteten die Vertreter aus Karlsruhe, denn mehrere tausend Schaustellerfahrzeuge waren in der Hauptstadt unterwegs, legten sie ob der Masse quasi lahm – und machten so auf die prekäre Situation der Schausteller aufmerksam: Rund 80 Prozent der Schausteller könnte Corona das Genick brechen.

„Wasser steht bis zum Hals“

Es ist auch schwer nachzuvollziehen, dass so gut wie alle Bereiche des öffentlichen Lebens wieder geöffnet wurden – ob Kirchen, Geschäfte, Freizeitparks, Bäder, Urlaubsreisen … aber nur die Schausteller dürfen ihren Beruf nicht ausüben. „Dabei steht vielen von uns mittlerweile das Wasser bis zum Hals“, so Susanne Filder, Vorstand des „Schaustellerverbands Karlsruhe“ – und ist deutlich: „Wir wurden stillgelegt!“ Im vollen Flieger nach Malle zu sitzen, sei erlaubt, aber im Boxauto dürfe man nicht nebeneinander sitzen!

Ideen und Vorschläge gibt’s von den Schaustellern reichlich – und dabei ist genügend Abstand auch umsetzbar! In Koblenz gibt’s zum Beispiel auch einen „Pop-Up-Freizeitpark“. „Eine tolle Idee“, findet Schausteller Willy Krusig, der an der Grenze zwischen Neureut und Eggenstein auf seinem Grundstück Budendorf, Biergarten und Kinderspielplatz aufgebaut hat, aber – Stichwort Bürokratie – noch immer auf das „Go“ der Verwaltung wartet. Seit rund 45 Jahren ist Krusig Schausteller, ist auch im Beirat des Verbands aktiv, aber aktuell müsse er ständig warten.

Idee: dezentrale Vergnügungsparks

Kein Wunder, dass sich unlängst SPD und CDU in Karlsruhe auch dafür einsetzen, dass den Schaustellern unter die Arme gegriffen wird. Zum Beispiel durch temporäre Vergnügungsparks, dezentral in den Städten. Immerhin gibt’s so etwas nicht nur in Großstädten, sondern auch in Landau oder Heidelberg. „Unserer Ansicht nach muss es auch in Karlsruhe möglich sein, geeignete Areale für die hiesigen Schausteller zu finden“, fordert die SPD – und die CDU informierte sich vor Ort, sucht „mit den Schaustellern gemeinsam nach Lösungen“ – auch in Form eines „festen Schaustellerparks“.

„2 oder 3 Geschäfte, dazu Imbiss, Zuckerwaren und Ausschank“, so Krusig: „Das wäre versuchsweise ein Ansatz.“ Dazu durchaus an einigen Stellen in Karlsruhe – wie Marktplatz, Friedrichsplatz oder Schlossplatz – „auch umsetzbar“. Nur scheitere das aktuell sogar auch an der Gaststättenverordnung. Kein Wunder also, dass es bislang keinen „Budenzauber“ im Sommer oder entsprechende Angebote dezentral in Karlsruhe gibt.

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